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Angst vor einem kinderlosen Mellnau

Aus dem Ortsbeirat Angst vor einem kinderlosen Mellnau

Der Ortsbeirat möchte vor einer Entscheidung ein ausführliches Konzept vorgelegt bekommen und sich in den nächsten 14 Tagen mit den Ortsbeiräten aus Ober- und Unterrosphe zusammensetzen.

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Mitunter wurde während der Sitzung des Ortsbeirats in Mellnau emotional diskutiert, doch bemühten sich alle um ein konstruktives Vorgehen.

Quelle: Manfred Schubert

Mellnau. Zu Beginn der Sitzung, die mit 15 Teilnehmern im Foyer des Dorfgemeinschaftshauses stattfand, machte Ortsvorsteherin Margot Diehl noch einmal ihrem Unmut Luft. Es habe sie beinahe der Schlag getroffen, als auf einmal der Grundsatzbeschluss für den Neubau einer dreigruppigen Kindertagesstätte in Unterrosphe, und die Aufgabe der Kita-Standorte Mellnau und Oberrosphe vorlag.

Und dies ohne ein Konzept, das erkennen lasse, was dies für die Ortschaften bedeute, wie ein Bustransfer organisiert sein soll und so weiter. Zudem habe Mellnau in der Dorferneuerung ein Konzept für Alt und Jung entwickelt „und dann bekommen wir eine Klatsche von der Stadt, dass die Kinder raus aus Mellnau sollen.“

Das Nahwärmenetz und die Fördergelder in Unterrosphe seien natürlich günstig für die Stadt aber in Oberrosphe und Mellnau würden zwei Gebäude leer stehen.

In dieser Sitzung, so die Ortsvorsteherin, solle der Ortsbeirat eine Empfehlung für oder gegen den Neubau abgeben. Davor hätte sie aber gerne ein komplettes Konzept. „Ich möchte in zehn Jahren kein großes Schild ,Kinder sind nicht mehr im Ort‘ vor Mellnau haben, Orte ohne Kinder sind tot!“, sagte sie. Christian Diehl, Vorsitzender des Elternbeirats Mellnau, bemängelte ebenfalls das Fehlen eines fertigen Konzepts für das Ganze.

Marion Eich, Vorsitzende des Elternbeirats Oberrosphe, berichtete, dass sich in einer Umfrage neun von 18 Eltern für die neue Kita in Unterrosphe ausgesprochen hätten, sechs favorisierten den Standort Oberrosphe, bei einer Enthaltung und einem Nein zu Unterrosphe. Eich pflichtete Diehl bei, dass viele Dinge noch klärungsbedürftig seien, wie der Transfer, ob es Betreuer in einem Bus geben werde und die Öffnungszeiten.

Allerdings müsse man auch fragen, was das Beste für die Kinder sei. In einem großen Kindergarten lasse sich ein pädagogisches Konzept besser umsetzen, Inklusion, die Betreuung von Kindern mit ADHS durch ausgebildetes Personal, gemeinsames Kochen Projektarbeit. In kleinen Gruppen müssten die älteren Kinder eher für die Jüngeren zurückstecken. Im Neubau würde es auch Räume für Schlafkinder, Bewegung und Turnen sowie einen attraktiven großen Außenbereich geben, zählte Eich auf.

Ortsbeiratsmitglied Andreas Ditze wies auf den Verlust der Kreisstraße nach Norden und den möglichen Bau von Windkraftanlagen vor dem Dorf hin, das alles mache es nicht attraktiver. Es sei schwierig, jetzt noch Alternativen zum Neubau in Unterrosphe aufzuzeigen; zum Beispiel die Oberrospher Kinder nach Mellnau zu rufen, würde neue Fragen aufwerfen.

Der stellvertretende Ortsvorsteher Stephan Lölkes betonte, er halte grundsätzlich nichts vom Ortsteildenken. „Wir werden jetzt öffentlich gegeneinander ausgespielt, die Entscheidung wurde gefällt, jetzt sollen wir nur noch dazu beschließen“, meinte er. Er bemängelte, dass ihm noch nichts Konkretes zu den Kosten vorliege.

Ditze meinte ebenfalls: „Wir möchten feststellen, dass die Mellnauer nicht grundsätzlich gegen den Neubau sind. Ich finde es schlecht, die Orte gegeneinander auszuspielen und dass wir als Buhmannn dastehen.“

Am Ende stand als Ergebnis, dass eine differenzierte Stellungnahme mit den Bedenken und der Forderung nach einem Gesamtkonzept formuliert werden soll. Außerdem soll ein Treffen mit den anderen Ortsbeiräten innerhalb der nächsten 14 Tage vereinbart werden, um sich abzustimmen.

von Manfred Schubert

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