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An guten Vorschlägen mangelt es nicht

Sterzhausen An guten Vorschlägen mangelt es nicht

Wird das „Haus am Wollenberg“ noch gebraucht? Wie kann es ausgelastet werden, sodass Investitionen in und Unterhaltung des Hauses gerechtfertigt sind? Das wurde in einer Bürgerversammlung in Sterzhausen besprochen.

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Bei der Bürgerversammlung wurden die Ideen für die bessere Nutzung des Sterzhäuser Dorfgemeinschaftshaus (kleinesFfoto) an einer Tafel gesammelt.Fotos: Rübeling, Agricola

Sterzhausen. Diesen und vielen anderen Fragen stellten sich rund 30 Sterzhäuser Bürger, die der Einladung von Rainer Kieselbach, Vorsitzender des Arbeitskreises Dorfentwicklung Sterzhausen, gefolgt waren.

Die Zeiten, in denen die Dorfgemeinschaftshäuser florierten, seien mit wenigen Ausnahmen in vielen hessischen Städten und Gemeinden vorbei. Aber nicht nur die Konkurrenz durch die vielerorts, vorhandenen Veranstaltungsstätten wie Gaststätten und Vereinsheime, seien für die geringere Auslastungen der Bürgerhäuser verantwortlich.

Hartmut Kind vom Planungsbüro für Dorf- und Regionalentwicklung in Bad Nauheim, ergänzte dies. Er sagte in seinem Referat, dass insbesondere der Wandel der Zeit, das veränderte Freizeitverhalten und das damit verbundene, sinkende Gemeinschaftsgefühl zunehmend für immer weniger Auslastung der Bürgerhäuser sorge.

Des Weiteren bestehe die Problematik auch darin, dass die in den 1950er/60er Jahren errichteten, und damals an der Größe des Dorfes gemessen relativ kleinen Bürgerhäuser in den 1970er/80er Jahren zu Mehrzweckhallen umfunktioniert wurden. Heute entsprechen die zwischen 1990/2000 entstandenen oder erweiterten Bürgerhäuser, regelrecht „Saalbauten“, deren Unterhaltungen mit solch hohen Kosten verbunden seien, dass sie von vielen Kommunen kaum noch zu bewältigen sind.

Rund 45000 Euro jährlich wendet die Gemeinde Lahntal für das „Haus am Wollenberg“ auf, erklärte Lahntals Bürgermeister Manfred Apell, der diese Summe noch insoweit als gerechtfertigt bezeichnete, da die große (Sport-)Halle des Hauses eine gute Auslastung habe. Sorgen bereiten ihm jedoch der unmittelbar daran angrenzende, abtrennbare kleine Saal, die Küche, der Clubraum und die derzeitig noch ansässige Gastronomie im „Haus am Wollenberg“.

Jetzt seien Ideen zur Erstellung eines Konzeptes gefragt, damit die Notwendigkeit einer Nutzungsverbesserung erfüllt werden kann. Nur wenn es gelingt, dies zu verdeutlichen, könne die Unterhaltung dauerhaft gerechtfertigt werden und Fördermittel fließen,“ so Ingrid Korn vom Fachbereich Ländlicher Raum des Landkreises Marburg-Biedenkopf.

Unter der Moderation von Hartmut Kind, der mit der Vorstellung von andernorts bereits erfolgreichen Konzepten die Ideensuche in der Versammlung anregte und neue Möglichkeiten eröffnete, konnten an diesem Abend viele Anregungen und Wünsche hinsichtlich des fehlenden Angebots im Bürgerhaus zusammengetragen werden. Es wurde spürbar, dass die Bürger bereit sind, sich zu engagieren, weil ihnen der Erhalt des Hauses am Herzen liegt. So schlugen sie zum Beispiel kulturelle Veranstaltungen wie Krimi-Dinner vor (siehe auch Foto).

Nicht nur die Vertreter der Vereine und aus der Politik, sondern auch „Neubürger“ Sterzhausens, liefertengute Ansätze. So wie es eine Anwohnerin mit den Worten „Ich liebe Sterzhausen“ formulierte und damit ihre große Bereitschaft zum Ausdruck brachte, genauso deutlich wurde „das Wollen“ der Anderen auch. Schon in Kürze werden die Bürger, die mitmachen und sich engagieren wollen, im kleineren Kreis unter der Leitung von Rainer Kieselbach wieder zusammenkommen. Der Termin dazu wird öffentlich bekannt gegeben.

von Elvira Rübeling

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