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Ab September freie Fahrt bis Korbach

Burgwaldbahn Ab September freie Fahrt bis Korbach

Gute Nachricht für Anlieger der Burgwaldbahn ­zwischen Marburg und Frankenberg: An den bis­herigen Abfahrtzeiten in Marburg Richtung Frankenberg soll sich bei Wiedereröffnung der Strecke nach Korbach nichts ändern.

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Auch wenn die Burgwaldbahn bald über Frankenberg hinaus nach Korbach unterwegs sein wird: Die Taktzeiten auf der Strecke nach Marburg bleiben entgegen Befürchtungen unberührt, zur Freude der Fahrgäste in den Anliegergemeinden.

Quelle: Martina Koelschtzky

Münchhausen. Am Freitag, 11. September soll es so weit sein: Dann schickt die Kurhessenbahn den ersten Zug auf die wiederhergestellte Bahnstrecke von Frankenberg nach Korbach. Seit der Stilllegung der Strecke im Jahr 1987 hatten sich Kommunen, Initiativen und Parteien für die Wiederbelebung der Bahnverbindung durch das Edertal eingesetzt, die in Korbach Anschluss nach Kassel und ins Ruhrgebiet bietet.

Seit 2006 gab es immerhin einen Ausflugsverkehr an Wochenenden bis zum Edersee, ein Reaktivierungsbeschluss des Hessischen Landtages aus dem Jahr 2008 wurde zunächst nicht umgesetzt. Im Juli 2012 entschied sich der Nordhessische Verkehrsverband zur Reaktivierung der Strecke, die Deutsche Bahn und das Land Hessen zogen nach.

Seit rund einem Jahr wird an der Wiederherstellung der zum Teil überwachsenen und in die Jahre gekommenen Bahntrasse gearbeitet. Vor allem im oberen Abschnitt zwischen Edersee und Korbach sind die Schienen inzwischen vollständig ausgetauscht worden, Brücken und Durchlässe wurden instandgesetzt und die beiden 115 Jahre alten Ittertunnel werden grundsaniert.

Das Land Hessen übernimmt 80 Prozent der Baukosten, Kurhessenbahn, Landkreise und Gemeinden zahlen den Rest. Rund 20 Millionen Euro wird die Reaktivierung der Strecke kosten, damit die Anlieger von Marburg bis Frankenberg ab September wieder Anschluss haben.

Wartezeiten befürchtet

Getrübt wurde die Vorfreude auf die langersehnte Wiedereröffnung durch Befürchtungen der Anliegergemeinden, mit der Neueröffnung der Strecke solle auch auf der Burgwaldbahn ein Stundentakt eingeführt werden.

Derzeit fahren die Züge von Marburg Richtung Frankenberg abwechselnd zur Minute 29 und 43 ab. Wichtig ist dies vor allem für Schüler und für Fahrgäste, die aus Richtung Kassel über Marburg auf die Burgwaldbahn umsteigen wollen, erklärt Michael Haubrok-Terörde, Vertreter der Gemeinde Münchhausen im Regionalen Nahverkehrsverband Marburg-Biedenkopf (RNV).

Er berichtet, dass der Fahrgastverband „Pro Bahn“ im Winter angekündigt habe, auch auf der Burgwaldbahn solle ein Stundentakt eingeführt werden. Der Zug Richtung Frankenberg solle zukünftig immer zur Minute 29 in Marburg abfahren. „Das hätte gravierende Folgen für die Anlieger an der Frankenberger Strecke“, erklärt Haubrok-Terörde. „Die Schüler haben jetzt von Marburg mittags einen 43er Anschluss, die Minute 29 würden die meisten nicht schaffen. Das bedeutet, dass sie fast eine Stunde in Marburg warten müssen.“

Zudem komme bei der Abfahrt zur Minute 29 den Reisenden aus Richtung Kassel in Cölbe die Burgwaldbahn entgegen. Auch sie warteten dann eine Stunde in Marburg auf Anschluss.

Dabei sei erst vor knapp fünf Jahren endlich erreicht worden, dass der Anschluss aus Richtung Kassel an die Burgwaldbahn wenigstens zweistündlich klappt, sagt er. Zwar habe sich dieser Anschluss mit der Einführung des Stundentaktes auf der Main-Weser-Bahn von Kassel nach Frankfurt etwas verschlechtert, aber die Fahrgäste müssten nicht unzumutbar länger warten.

Als dann die Marburger Stadtwerke zum Jahresbeginn Fahrpläne des Regionalen Verkehrsverbandes RNV herausgaben, in denen bereits der Stundentakt zur Minute 29 auf der Burgwaldbahn stand - irrtümlich, wie sich herausstellte -, befürchteten die Münchhäuser, vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden.

Der „Hinke-Takt“ bleibt

„Von Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und NVV hieß es immer, die Abstimmungen seien noch nicht fertig“, sagt Haubrok-Terörde. „Aber die Priorität des RMV liegt eindeutig auf den Fahrgästen in Richtung Frankfurt, da ist ein Simtshäuser für die Planung ziemlich weit weg.“

Entsprechend verabschiedete das Münchhäuser Parlament im Februar eine Aufforderung an die beiden Verkehrsverbände, die Interessen der Fahrgäste auf der Strecke nach Frankenberg zu berücksichtigen. Auch der RNV setzte sich für den Erhalt des bisherigen Taktes bei den Verkehrsverbänden ein, berichtet der stellvertretende RNV-Geschäftsführer Gerhard Born.

Jetzt gibt es die gute Nachricht: RMV und NVV haben in einem Gespräch gemeinsam erklärt, es bleibe auch mit der Wiedereröffnung der Bahnverbindung bis Korbach beim sogenannten „Hinke-Takt“ auf der Burgwaldbahn, berichtet NVV-Pressesprecherin Sabine Herms.

Damit steht der Freude auf die Neueröffnung der Strecke nichts mehr im Wege. Der Sommer-Ausflugsverkehr zum Edersee wird in diesem Jahr wegen der Bauarbeiten auf der Strecke ab Frankenberg noch mit einem Bus bedient.

Die Fahrpläne finden Sie hier.

von Martina Koelschtzky

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