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50 Hundehaufen auf 50 Metern

Pfarrer schlägt Alarm 50 Hundehaufen auf 50 Metern

„Etwa 50 Meter ist der Weg lang von der Pforte am Klosterberg bis zum alten Eingang der Stiftskirche. Auf diesem Weg habe ich am 15. Februar 50 Hundehaufen gezählt. Die meisten ziemlich frisch“, sagt Pfarrer Matthias Franz.

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Hundekot lässt sich auf der Wiese an der Stiftskirche in Wetter oft finden.

Quelle: Tobias Hirsch

Wetter. Hundehaufen zu zählen, gehört sicher nicht zur großen Leidenschaft eines Pfarrers, ganz im Gegenteil. Doch was einfach zu viel ist, muss dann auch mal deutlich benannt werden, und Zahlen beeindrucken immer: 50 Hundehaufen auf 50 Metern, das ist alles andere als ein Aushängeschild für die Stadt Wetter.

Pfarrer Matthias Franz möchte nicht falsch verstanden werden und sagt deshalb: „Ich mag Hunde. Ich verstehe, dass sich Hunde in unserer Stadt wohl fühlen. Auch viele Menschen leben deutlich gesünder, wenn sie zweimal pro Tag mit dem Hund gehen.“ Er will mit seiner Kritik auch nur jene Hundehalter zum Nachdenken bewegen, die nicht wie andere darauf achten, wo ihr Hund sein Geschäft verrichtet und es nicht aus Verantwortungsbewusstsein in kleine Beutelchen packen und fachgerecht entsorgen.

Und, was ihm wichtig ist: „Der Grasstreifen um die Kirche herum ist keine Hundetoilette. Am Sonntag haben 16 Kinder im Kinderchor dort gesungen. Sie konnten sich um die Kirche herum nicht frei bewegen. Schade! Warum macht man ihnen das Leben so schwer? Ganz leicht tritt ein Besucher in die Haufen und verteilt die Spuren in der Kirche. Wie soll man beten, wenn man den Gestank in der Nase hat? Wie verträgt sich der Sandsteinboden mit Hundekot? Wer macht das weg - und wie mühsam ist das? Auch daran sollten Hundeführer denken.“ Und weiter: „Die Grünflächen an der Stiftskirche sind Eigentum der Kirchengemeinde. Wer hier unterwegs ist, verhält sich angemessen. Für Hundehalter heißt dies: Hunde sind anzuleinen. Schon aus Respekt lassen die Herrchen und Frauchen ihre Hunde dort kein Geschäft verrichten.“ Wetters Bürgermeister Kai-Uwe Spanka kann Pfarrer Franz nur beipflichten: „Einige unserer Mitarbeiter der Stadtverwaltung parken auf dem Klosterberg, wie ich manchmal auch. Ich kann nur sagen, Herr Pfarrer Franz hat zu 100 Prozent recht. Und wenn man die Hundebesitzer mal direkt anspricht, fühlen die sich zumeist zu Unrecht kritisiert.“ Dabei hat die Stadt extra an einigen Stellen in der Kernstadt wie übrigens auch in Amönau am Bach Behälter für Hundekot aufgestellt. Beutel stehen dort auch immer zur Verfügung. „Viele ignorieren es einfach. Es ist nicht zu verstehen“, sagt Spanka.

Pfarrer Franz: „Die Kirche und die ganze Anlage sollen offen und für alle zugänglich sein. Wir wollen niemanden anzeigen oder das Gelände für Hunde sperren. Aber wenn sich diese Form von Sachbeschädigung auf den Grünflächen fortsetzt, bleiben uns schmerzhafte Schritte nicht erspart.“

PS: Der laxe Umgang mit Hundekot etwa auf Futterwiesen von Kühen kann schlimme Auswirkungen auf eben jene Kühe haben. In Deutschland sind schon einige Fälle bekannt geworden, bei denen Kühe aufgrund von Hundekot zu Tode kamen. Sie waren von so genannten Sarkosporidien befallen, einzellige Fleischparasiten wie sie regelmäßig in Hundekot vorkommen.

von Götz Schaub

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