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450 Menschen lassen sich als Lebensretter typisieren

Aktion in Wetter 450 Menschen lassen sich als Lebensretter typisieren

Jeder kann es sein, der Lebensretter. Vielleicht wohnt er 1000 Kilometer oder noch weiter entfernt, aber vielleicht auch direkt hier um die Ecke. Weil Letzteres durchaus sein kann, ließen sich jetzt 450 Menschen typisieren.

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Innerhalb von vier Stunden haben sich in der Stadthalle Wetter 450 Menschen typisieren lassen. Vielleicht ist ja einer dabei, der Kurt Busch ganz individuell weiterhelfen kann.

Quelle: Götz Schaub

Wetter. Einfach nur helfen - das war der Antrieb aller Menschen, die gestern zur Stadthalle Wetter gekommen waren. Die einen sorgten für Würstchen und Getränke, die anderen für Kaffee und Kuchen, und rund 50 halfen mit, die Menschen, die sich neu in die Spenderkartei der DKMS aufnehmen lassen wollten, möglichst rasch zu bedienen.

Dafür hatten sie eine Reihe von Tischen aufgebaut, an denen die Formalitäten erledigt werden konnten, bis hin zur Abgabe der Gewebeprobe. Das ist nicht mehr als ein kurzer Wangenabstrich mit einem Wattestäbchen. Alle gesunden Menschen zwischen 17 und 55 Jahren sind potenzielle Spender. So auch die Mitglieder der Burschen- und Mädchenschaft Mellnau. „Alle ab 17 haben hier mitgemacht“, sagten die Vorsitzende Lorena Damm und ihr Vertreter Sven Fries. Einfach Ehrensache, dabei zu sein, zu helfen. Auch mit Körperkraft, denn die Tische und Stühle mussten natürlich auch erstmal aufgebaut, und dann am Nachmittag wieder abgebaut werden. Seit dem Bekanntwerden der Typisierungsaktion haben sich die Mellnauer für ihren Mitbürger und Freund Kurt Busch vielfältig eingebracht.

"Das war keine Frage für uns"

Über die Benefizveranstaltung vor einer Woche wurde Geld eingespielt, denn die Typisierung soll für die Spender kostenlos sein, aber bis zur Aufnahme in der Kartei entstehen doch pro Fall rund 40 Euro an Kosten, die so abgefedert werden sollen, denn die DKMS finanziert sich über Spenden. Neun Mitglieder des Deutschen Roten Kreuzes, allesamt von der DRK-Bereitschaft Wetter, waren vor Ort, um für den Fall der Fälle, wie es bei Großveranstaltungen üblich ist, schnell Erste Hilfe leisten zu können. „Diese Aufgabe nehmen wir hier gerne wahr. Das war keine Frage für uns“, sagt Wolfgang Bachmann, stellvertretender Leiter der DRK-Bereitschaft Wetter. Die Organisation der Veranstaltung wurde von Nachbarn der Familie Busch übernommen.

Dabei konnte sich Nachbarin Brigitte Lölkes aber sofort auf die Unterstützung aller Vereine des Ortes und unzähliger Mitbürger verlassen. Alexander Pahlke ist einer von ihnen. Er war gestern auch dabei, um zu helfen, wenn auch der Wangenabstrich bei ihm nicht mehr notwendig war. „Ich habe das schon vor vielen Jahren gemacht, als in Michelbach mal so eine Aktion lief“, erzählt er. Neben bekannten Gesichtern aus Mellnau und den umliegenden Dörfern fanden sich aber auch viele Menschen ein, die die Mellnauer nicht zuordnen konnten. Sie freuten sich aber über jeden Einzelnen.

von Götz Schaub

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