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1812 hätte alles vorbei sein können

775 Jahre stehen an 1812 hätte alles vorbei sein können

2019 wird Cölbe 775 Jahre alt. Daran erinnerte in der jüngsten Gemeindevertretersitzung CDU-Fraktionsmitglied Jörg Drescher.

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Dieses Foto mit Spinnstubenfrauen aus Bracht entstand 1994, als Cölbe sein 750-jähriges Bestehen seit seiner Ersterwähnung feierte.

Quelle: Archivfoto

Cölbe. Da Cölbe, wie bekannt, in dieser Wahlzeit keinen Ortsbeirat hat, stellte Jörg Drescher  den Antrag, dass der Gemeindevorstand die Planungen für ein Fest in Zusammenarbeit mit den Fraktionen, den Cölber Vereinen und interessierten Bürgern aufnehmen soll.

Dieser Beschluss sollte zunächst in den Ausschuss verwiesen werden, doch sahen CDU wie auch SPD dafür keinen Anlass. Sie wollten direkt darüber abstimmen lassen und setzten sich damit auch mehrheitlich durch. Es ist also nun am Gemeindevorstand, Kontakte herzustellen. Vielleicht gründet sich ja auch noch ein Verein oder doch wenigstens ein Festausschuss, der dann übernehmen kann.

Ein geschichtsträchtiger Misthaufen

Dass Cölbe überhaupt feiern kann, ist auch einem glücklichen Umstand in der Geschichte geschuldet. Denn einmal stand zu befürchten, dass Cölbe dem Erdboden gleich gemacht wird. Keineswegs im Zweiten Weltkrieg, sondern schon viel früher, nämlich 1812. Den Überlieferungen nach soll es in jenem Jahr zu einer Auseinandersetzung zwischen napoleonischen Truppen nachsetzenden russischen Soldaten und Cölbern gekommen sein, in dessen Verlauf wie auch immer ein russischer Hauptmann starb. Wie genau, ist wohl nicht ganz klar, jedenfalls lag er am Morgen nach der Auseinandersetzung tot in einem Misthaufen.

Es ist nach der Erzählung nur der Besonnenheit eines anderen russischen Offiziers zu verdanken, der den Tod durch einen Marburger Arzt genauer untersuchen ließ, ehe der Befehl zum Brandschatzen gegeben werden sollte.

So stellte sich heraus, dass wohl der große Misthaufen als solcher ursächlich für den Tod des Hauptmanns war und keine Fremdeinwirkung. Misthaufen gehören nun schon lange nicht mehr zum prägenden Dorfbild von Cölbe, doch vielleicht erinnert ja einer während des Jubiläums an die Geschichte, an der einst Cölbes Zukunft hing.

von Götz Schaub

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