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14 Zutaten und 4 Frauen zum Schnippeln

Kulinarischer Herbstmarkt 14 Zutaten und 4 Frauen zum Schnippeln

Besucher, die diesen Herbstmarkt hungrig verlassen, sind selbst dran schuld. Oberrosphe bot am Sonntag eine große und köstliche Vielfalt von Hausmacher Produkten. Geselligkeit und Trachtentanz inklusive.

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Beim Herbstmarkt gab es unter anderem Kartoffelsuppe aus der Landfrauenküche, zubereitet von Sabine Müller, die im großen Suppentopf rührt.

Quelle: Nadine Weigel

Oberrosphe. Ausstellerin Claudia Busch sitzt mit einer Schale auf den Beinen an ihrem Schmuckstand im Bürgerhaus und löffelt genussvoll. „Das ist so eine richtige Landsuppe - schmeckt hervorragend“, sagt sie über den Kartoffel-Eintopf, den die Oberrospher Landfrauen anlässlich des Herbstmarkts servieren. Kein Wunder, dass die Suppe schmeckt - sie hat es ja auch echt in sich, wie die Köchin Sabine Müller verrät. Neben zehn Kilo Kartoffeln stecken noch jede Menge weitere Gemüsesorten drin und Sahne, Creme Fraîche, Butter. Von allem reichlich, dazu drei Kilo Cabanossi für den würzigen Geschmack. 14 Zutaten, Gewürze inklusive, sind es insgesamt. 100 Portionen wollen die Landfrauen im Laufe des Tages verkaufen.

„Vier Frauen braucht man zum Schnippeln der ganzen Zutaten - und mindestens genauso viele zum Abschmecken“, erzählt Sabine Müller und rührt in dem riesigen Suppentopf auf dem Herd im Bürgerhaus. Bei der Zubereitung hatten Melita Sauerwald, Heike Naumann und Marianne Peter geholfen.

Selbstgeerntetes, Gejagtes, Gekochtes, Gestricktes und Gebrautes - gern aus dem eigenen Dorf oder aus der Nachbarschaft - stand beim Herbstmarkt des Ortsbeirats mit seinen rund 40 Ständen in und am Bürgerhaus ganz im Mittelpunkt.

Marika Hahn aus Oberrosphe tischte selbstgemachte Marmeladen und Liköre in großer Auswahl auf. „Das kommt alles aus dem eigenen Garten“, sagt sie über ihre Zutaten. Die Ideen kommen der kreativen Hobby-Marmeladen-Köchin bei der Zubereitung. Und so gibt‘s nicht nur klassische Erdbeermarmelade, sondern auch noch solche mit weißer Schokolade darin. Die Brombeeren gesellen sich zu Espresso, Tomate und Ingwer zu Johannisbeeren, Kokos zu Himbeeren. Die Testesser sind begeistert und quittieren die Kostproben an Marika Hahns Stand gern mit einem ausdauernden „Mmmhhh“. Und das ist dann auch schon fast der Markenname der Marmeladen aus der Oberrospher Manufaktur „Mmmhharmelädchen“.

Die Lust auf etwas Deftiges wird am Stand der Familie Born befriedigt. Die Jäger Wilhelm und Frank Born - Vater und Sohn - schießen, schlachten und verarbeiten Wild aus dem Burgwald zu köstlicher Wurst und Gulasch. Ein Bier dazu? In Oberrosphe gibt‘s an diesem Tag einen Gerstensaft, den es überhaupt nur in Oberrosphe gibt. Frank Eucker stellt ihn in seiner eigens dafür eingerichteten Hausbrauerei selbst her. Und zwar nach althergebrachter Methode, ganz ohne irgendwelche technischen Hilfsmittel, „die Kühlung ausgenommen“, sagt er.

In einem 300-Liter-Wurstkessel setzt Ecker über offener Holzfeuerung sein Bier an. Vom ersten Rühren des Suds mit dem Holzlöffel im Kessel bis hin zum fertigen Getränk vergehen drei Monate. „Jeder Brauvorgang bringt ein anderes Ergebnis“, sagt Frank Eucker, der an diesem Tag an seinem Stand ein mildes, naturtrübes Lagerbier ausschenkt, das es auf die sechs bis sieben Prozent Alkohol bringt und wegen seines „schön milden“ Geschmacks gelobt wird von den Testern. Dafür, dass dieses Bier auch nach mehreren Gläsern keinen „dicken Kopp“ macht, garantierte der Brauer persönlich. „Eucker Bräu - uns geht‘s gut“ lautet ja schließlich auch das Motto der Hausbrauerei, die nur für den Eigenbedarf und ab und zu für einen Marktstand Bier herstellt. Übers Schlemmen hinaus erlebten die mehreren hundert Besucher beim Herbstmarkt viele Beispiele für Handwerkskunst aus der Region, etwa am Stand von Günther Usinger aus Wetter, bei dem es keltische Knoten, Thors Hammer oder den hessischen Löwen in Holz geschnitzt gab. Die Kindergruppe der „Burgwaldskälwer“ tanzte in schwingenden Trachtenröcken und mit wehenden Zöpfen.

Ortsvorsteher Nils Jansen war schon am Vormittag zufrieden in Anbetracht des Besucherandrangs. „Kaum ist die Kirche aus, sind die Leute da.“

von Carina Becker

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