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...und wieder hat es zoom gemacht

Blitzer auf der Stadtautobahn ...und wieder hat es zoom gemacht

Swusch - kaum ist das Rot aus den Augen, zuckt der Schrecken durch die Glieder. Wie viel war ich zu schnell? Eine Frage, die sich alleine im Dezember 5522 Autofahrer auf der Stadtautobahn gestellt haben.

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Ihnen entkommt kein Temposünder: Die Blitzanlagen auf der Stadtautobahn haben in 2012 mehr als 90000 mal zugeschnappt. Macht im Ergebnis: 2,5 Millionen Euro für die Kasse der Stadt und des Regierungspräsidiums.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Zwar erwischen die drei fest installierten Geschwindigkeitsmessanlagen auf der B 3 immer weniger Temposünder. Geld bringt‘s aber nach wie vor trotzdem. Insgesamt 2,5 Millionen Euro spülten die Knipser in die Kassen der Stadt. Und das innerhalb eines dreiviertel Jahres. Wobei eine Millionen Euro direkt an das Regierungspräsidium nach Gießen weitergegeben werden musste. Dennoch: 1,5 Millionen Euro im Stadtsäckel, das ist schon fast ein Drittel der Sanierungskosten der Richtsbergsporthalle. Im Schnitt macht das knapp 28 Euro pro Temposünder.

Dazu kommen die mobilen Messungen, die noch einmal 370000 Euro in den Haushalt spülen. Macht zusammen ein Plus von knapp zwei Millionen. Und das, obwohl die Messgeräte erst seit dem 1. Juni ihre Arbeit verrichten. Mit dieser Größenordnung hatte Oberbürgermeister Egon Vaupel auch kalkuliert. Für 2013 sollen es sogar knapp fünf Millionen werden. Das Doppelte also. Bei rückläufigen Zahlen an Temposündern doch eigentlich nicht zu schaffen.

Eine Regeländerung macht die Zusatzeinnahmen möglich. Musste die Stadt bislang alle Bußgelder - also die Strafen, die ab 21 km/h über den erlaubten 100 zu entrichten sind - an das Regierungspräsidium Gießen abführen, so bekommt Marburg seit dem 1. Januar zumindest 40 Prozent vom Kuchen ab. Und das lohnt sich. „Bislang bekamen wir nur die Verwaltungsgebühr erstattet“, sagt Vaupel.

Täglich fahren 40000 Pkw über die Stadtautobahn. 1,5 Prozent von ihnen, so sagt es der Bundesdurchschnitt, sind zu schnell unterwegs. An diesen Zahlen orientiert sich auch der Stadtkämmerer. Der taucht übrigens für 2012 nicht in der Temposünder-Kartei auf. Gut zehn Jahre ist es her, dass Vaupel in Marburg geblitzt wurde. „Wenn, dann will ich das Geld lieber an unsere Stadtkasse bezahlen als an andere.“

Spaß beiseite: Der OB ist von der Installierung der Messgeräte mehr denn je überzeugt. Trotz der Abzocker-Vorwürfe. „Wir sorgen so dafür, dass die erlaubte Geschwindigkeit eingehalten wird. Die Zahlen der Raser sind deutlich rückläufig, der Lärm an der Stadtautobahn hat abgenommen.“ Alles richtig gemacht also, sagt Vaupel. Denn, so sagt er, das Empfinden der Bürger gehe vor.

von Carsten Bergmann

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