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Zwölf Waldtal-Wohnungen modernisiert

Blockheizkraftwerk Zwölf Waldtal-Wohnungen modernisiert

Die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewobau hat mit einem Investitionsvolumen von 1,03 Millionen Euro und nach einer Modernisierungszeit von einem halben Jahr zwölf Wohnungen an die neuen Mieter übergeben.

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Bürgermeister Dr. Franz Kahle (links) und Oberbürgermeister Egon Vaupel informierten sich über die neue Heizanlage.

Quelle: Stefan Bohnke

Marburg. Herzstück der Modernisierung ist ein Blockheizkraftwerk (BKHW), mit dem die Hausgemeinschaft mit Wärme und Strom versorgt wird, teilt Gewobau-Prokurist Matthias Knoche mit. Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD), Aufsichtsratsvorsitzender der Gewobau und Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) ließen sich anlässlich eines Ortstermins das Projekt vorstellen.

In den Wohnungen, die jeweils 45 Quadratmeter groß sind und neben Wohnküche und Bad über je zwei Zimmer verfügen, werden unbegleitete minderjährige und erwachsene Flüchtlinge sowie Studenten untergebracht. Bauleiter Diplom-Ingenieur Michael Röhrich (Gewobau) und der technische Prokurist Diplom-Ingenieur Oliver Hanneder erläuterten, dass die Gebäudehülle rundum erneuert wurde - durch neue Fenster, ein Wärmedämmverbundsystem für die Fassade, neue Dacheindeckung sowie Dämmung von Kellerdecken und Dach. In die Wohnküchen wurde eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung installiert und in die Bäder eine Abluftanlage, um anfallendes Kondensat möglichst schnell nach draußen transportieren zu können. Alle Versorgungsleitungen für Heizung und Sanitär wurden erneuert, ebenso die Elektroinstallation.

Die Fußböden haben eine Trittschalldämmung erhalten, neue Fliesen in Bad und Küche wurden verlegt sowie neue Innentüren und Wohnungseingangstüren eingebaut. Haustüren, Briefkasten- und Gegensprechanlagen wurden auf den „neuesten Stand“ gebracht beziehungsweise erstmalig eingebaut.

Das Mietshaus aus dem Jahr 1954 war bis zu seiner Modernisierung mit Kohle- und Gas-Einzelöfen beheizt worden. Knoche erklärte, dass durch die Wärmedämmung der Bedarf für Wärme und Warmwasser um gut 60 Prozent auf voraussichtlich 40000 Kilowattstunden pro Jahr reduziert wurden - bezogen auf den Verbrauch.

Einbau der Heizungsanlage kostet 73000 Euro

„Etwa 80 Prozent des Wärmebedarf wird künftig über das BHKW gedeckt. Dabei wird die Kühlungswärme des BHKW zur Erzeugung von Warmwasser und Heizwärme genutzt“, sagte Knoche. Die kombinierte Erzeugung von Strom und Wärme nutze die Energie zu 90 Prozent aus, im Gegensatz zu konventionellen Großkraftwerken, die die Abwärme in Kühltürmen in die Umwelt entlassen und den Brennstoff nur zu etwa 40 Prozent ausnutzen. Dadurch kann die Hausgemeinschaft nach Kalkulation der Gewobau etwa 40 Prozent des Strombedarfs von 19000 Kilowattstunden aus dem BHKW decken.

Ganz ohne das öffentliche Stromnetz komme also die Hausgemeinschaft nicht aus, denn immer dann, wenn keine oder wenig Heizwärme oder Warmwasser gebraucht wird, wird auch kein oder weniger Strom produziert. Dieser Strombedarf wird bei den Stadtwerken eingekauft. Umgekehrt gibt es kalte Tage, an denen mehr Strom produziert wird, als die Hausgemeinschaft braucht. Dieser Strom wird dann ins öffentliche Stromnetz eingespeist.

Die Kosten des Einbaus der Heizungsanlage lagen bei 73000 Euro. Kahle teilte mit, dass die Universitätsstadt Marburg das Projekt aus ihrem kommunalen Klimaschutzfonds mit 15000 Euro bezuschusst.

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