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Zwist um Kosten für Altenhilfe-Modell

Altenpolitik Zwist um Kosten für Altenhilfe-Modell

Weg von stationärer Pflege, hin zu ambulanter Hilfe und Wohngemeinschaften: Der Magistrat wirbt für das neue Konzept der Marburger Altenhilfe inklusive dem Teilumbaus des Zentrums in der Sudetenstraße. Die Opposition kritisiert: „Diese Vorlage ist eine Frechheit“.

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Seit mehr als sechs Jahren schwelt der Streit um die Ausrichtung der Altenhilfe in Marburg, vor allem in Bezug auf Sanierung, Umbau oder Neubau des Sudetenstraße-Pflegezentrums.

Quelle: Sven Hoppe

Marburg. „Einen Zukunftsweg für Altensozialarbeit wollen wir beschreiten“, sagt Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) während der gestrigen Sitzung des Stadtparlaments. Künftig solle die vollstationäre Pflege „am Ende eines breitgefächerten Angebots“ stehen. Zuhause leben mit einer von der Kommune ausgebauten ambulanten Versorgung solle Vorrang haben, Hausgemein-schaften im Stile der Cölber Einrichtung sollen ausgebaut, die Tagespflege erhalten werden.

Als Vorbild für die Ausrichtung diene der Standort Auf der Weide im Südviertel. „Betreute Wohnplätze wie dort werden die Aufgabestellung für uns sein, nicht große Mengen vollstationärer Plätze“, sagt Vaupel. Deshalb käme ein Totalumbau des Hauses Sudetenstraße 24 nicht in Frage, ein Neubau ebenfalls nicht. 18 Millionen Euro plus würde das laut Vaupel kosten. Die geplante Sanierung samt der Reduzierung auf 48 Stationsplätze liege „deutlich unter dieser Summe“. Die Zahl 48 ist umstritten, Gutachter und Opposition gehen von 71 bis 80 Plätzen aus, damit der Altenhilfestandort wirtschaftlich betrieben werden kann (die OP berichtete).

„Wir wollen Pflegeplätze aber so bauen, dass es den heutigen Bedürfnissen entspricht“, sagt Vaupel. Gerade Menschen mit niedrigen Pflegestufen, wie sie in der Sudetenstraße zum Großteil lebten, seien „problemlos im eigenen Zuhause zu versorgen“, ergänzt Elke Neuwohner (Grüne). Unklar sind jedoch die Kosten des Modells. Vaupel will nach eigenen Angaben erst die politische Zustimmung zu dem „grundsätzlichen Weg“.

CDU, Linke und FDP kritisieren dieses Vorgehen. „Unstreitig ist vieles, was allgemein zur Altenpolitik gesagt wird. Aber konkret wird nichts. Wie soll das, was da alles gewollt wird, bezahlt werden?“, sagt Wieland Stötzel, CDU-Fraktionschef. Er befürchtet, dass der Magistrat „die Altenhilfe in die Insolvenz treibt“, die Kosten in die Höhe gehen. „Stichwort Stadthalle und Ketzerbach, auch dort sind rot-grüne Konzepte teurer geworden. Man muss nämlich nicht nur etwas wollen, man muss das Vorhaben auch bezahlen können“, sagt er.

von Björn Wisker

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