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Nachwuchsförderpreis Zwischen Wissenschaft und Wirtschaft

Gleich zwei Nachwuchswissenschaftler wurden bei der jüngsten Verleihung des Marburger Biotechnologie- und Nanotechnologie-Förderpreises geehrt.

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Eine ausgezeichnete Modell-Idee

Dr. Martin Schraub (links) und Dr. Agnieszka Turowska sind die „MarBiNa“-Preisträger 2015. Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies und Professor Norbert Hampp (rechts) freuen sich über die ungewöhnliche Doppelverleihung.

Quelle: Marie Rentergent

Marburg. Bei der Verleihung des Marburger Biotechnologie- und Nanotechnologie-Förderpreises (MarBiNa) 2015 wurde ein weiteres Mal unter Beweis gestellt, dass wissenschaftliche Forschungsergebnisse nicht immer in Form theoretischer Abhandlungen ihr Dasein fristen müssen.

Die Immunbiologin Dr. Agnieszka Turowska und der Materialwissenschaftler Dr. Martin Schraub haben sich die Ehrung der Initiative Biotechnologie und Nanotechnologie durch handfeste Beiträge im Bereich der Medizin verdient.

Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) betonte als Vorsitzender der Initiative, dass die Aufgabe des Vereins darin liege, Raum für Kommunikation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu ermöglichen. Schlüssel dafür sei „ein hohes Maß an Vertraulichkeit. Der Erfolg des Vereins liegt auch darin, dass er im Stillen wirkt.“

Asthma-Medikament in zweiter klinischer Versuchsphase

Normalerweise wird der Preis an eine einzelne Person verliehen und mit 5000 Euro dotiert. „Doch dieses Mal fand die Kommission zwei, die waren so gut, da konnte man nicht Einem vor dem Anderen den Vorzug geben“, berichtete Spies. So erhalten beide Gewinner ein Preisgeld von 3000 Euro.

Dr. Agnieszka Turowska stellte die Forschung ihres Teams an einem Asthma-Medikament vor, das sich zurzeit in der zweiten klinischen Versuchsphase 
befindet: „Man kann sich die Asthma-Erkrankung wie ein Orchester vorstellen, in dem jeder einen falschen Teil des Stückes spielt“, zog die Biologin einen bildlichen Vergleich. „Bisherige 
Medikamente konzentrieren sich auf die einzelnen Spieler. Unsere Idee ist es, stattdessen mit dem Dirigenten zu sprechen.“

Der „Dirigent“ ist in diesem Fall ein bestimmtes Protein, das durch das Mittel verändert wird. Die Lungenfunktion werde durch diese Behandlung signifikant verbessert, betonte Turowska, deutlicher als bei jedem anderen bisher bekannten Asthma-Medikament.

Nominierungsphase läuft bis Ende Juni

Dagegen hatte Dr. Martin Schraub es etwas einfacher, sein Projekt bildlich darzustellen: Bei seiner Suche nach „neuen polymeren Wirkstoffen für ophtalmologische Implantate“ geht es letztendlich darum, künstliche Linsen für Menschen mit grauem Star zu optimieren. Eine ungefährliche, nicht schmerzhafte Laserbehandlung soll dabei die Linse erst nach dem Einsetzen so zurechtformen, dass eine möglichst gute Sehschärfe entsteht.

Diese Vorgehensweise soll mögliche Fehler korrigierbar machen: „Die Linse muss im Kapselsack fixiert werden, da können bei der Operation 
Ungenauigkeiten auftreten. Es können Rechenfehler passieren, so dass man am Ende ein, zwei oder sogar drei Dioptrien neben dem liegt, was möglich wäre. Ein optimales Ergebnis ist daher bisher nicht zu garantieren“, erklärte der gebürtige Marburger.

Noch bis Ende Juni können bei der Initiative Biotechnologie und Nanotechnologie junge 
Kandidaten bis zum Alter von 35 Jahren für den diesjährigen „MarBiNa“-Förderpreis nominiert werden. Dazu veröffentlicht der Verein demnächst weitere Teilnahmevoraussetzungen.

von Marie Rentergent

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