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Zwischen Etikette und Luftigkeit

Heiße Tage im Büro Zwischen Etikette und Luftigkeit

Im Sommer sind modische Fehlgriffe programmiert. Doch die Gratwanderung zwischen Etikette und Luftigkeit kann gelingen, wenn man ein paar Grundregeln beachtet. Ein kleiner Business-Knigge für heiße Sommertage.

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„Kurzärmelig geht auch mal und es ist auch erlaubt, das Sakko auszuziehen“, weiß die Marburger Modeexpertin Ulrike Fritsch vom Kaufhaus Ahrens.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Bei Temperaturen von über 30 Grad führt der Griff in den Kleiderschrank intuitiv Richtung Sommerkleidchen und Bermudashorts. Doch was in der Freizeit geht, ist im Büro in den meisten Fällen nicht erlaubt. Hier schreibt der sogenannte „Dresscode“ die Kleidervorschrift vor. Dieser ist von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich.

„An heißen Tagen kommen die Mitarbeiter, wie an jedem anderen Tag, in sparkassenüblicher Business-Kleidung“, sagt Michael Frantz, Marketingleiter der Sparkasse Marburg-Biedenkopf.  Das heißt: Männer im Anzug, Frauen im Kostüm. Luftig und leichte Kleidungsstücke an warmen Tagen seien aber auch drin, ebenso wie ein Kurzarmhemd für Männer.

Etwas lockerer geht es beim Sparkassen-Versicherungsteam (SV) Marburg & Wetter zu. „Eine gepflegte Jeans ist genauso viel wert, wie eine Stoffhose“, sagt Geschäftsstellenleiter Hans-Jürgen Brand. Das Hemd sei jedoch obligatorisch. Die Krawatte hingegen könnte man an so heißen Tag auch mal weglassen. „Die Frauen in unserer Agentur tragen kurzärmelige Blusen oder ein Kleid“. Ein absolutes No-Go sei lockere Freizeitkleidung der Sorte Schlabberlook. „Was auch gar nicht geht sind diese Designerjeans mit Löchern“.

Männer haben weniger Optionen

Um im Büro nicht unnötig ins Schwitzen zu kommen, rät Ulrike Fritsch, Leiterin der Damenabteilung im Marburger Kaufhaus Ahrens, zu Kleidungsstücken mit wenig Kunstfaseranteil wie zum Beispiel Baumwolle oder Viskose. „Am allerbesten eignen sich bei diesen Temperaturen Leinenprodukte in verschiedenen Variationen wie Tops, Blusen, Hosen oder Kleider“, sagt die Modeexpertin.„Leinen liegt locker auf der Haut auf, ist leicht, luftig und deshalb sehr angenehmen zu tragen.“

In diesem Sommer seien Leinen-Tuniken, aber auch Röcke und Kleider in Pastellfarben, „der Renner“. Im Büro rät sie zu zehenfreien Schuh-Varianten wie Slingpumps, Peep­toes oder Sandaletten, auf keinen Fall aber Flip Flops.

Männer haben im Büro modisch nicht so viel Spielraum wie Frauen. Um die Temperaturen im Sakko trotzdem einigermaßen zu ertragen, rät Fritsch zu Baumwollhemden, „kurzärmelig geht auch mal“. Der Stoff sei entscheidend. In einem T-Shirt aus Polyester schwitzen wir beispielsweise stärker, als in einem langärmeligen Baumwollhemd. „Es ist auch mal erlaubt, das Sakko auszuziehen“. An den Lederschuhen hingegen führt nur selten ein Weg vorbei. Fritsch rät daher zu leichten Sneaker-­Socken – in gedeckten Farben natürlich.

von Ruth Korte

  • Sieben Tipps, wie sie an heißen Tagen einen kühlen Kopf im Büro behalten können:
  • Tragen Sie luftige, helle Kleider. Das macht die Hitze erträglicher.
  • Kühlen Sie sich zwischendurch ab, indem Sie Ihre Hände unter fließendes kaltes Wasser halten und auch Ihren Nacken und die Schläfen damit benetzen.
  • Trinken Sie ausreichend – am besten Wasser oder andere ungesüßte Getränke.
  • Bevorzugen Sie leicht verdauliche Speisen, wie zum Beispiel Salat oder Obst. „Schwere“ Speisen belasten Ihren Kreislauf nur unnötig.
  • Wenn keine Klimaanlage vorhanden ist, stellen Sie sich einen Ventilator ins Büro. Er kühlt zwar nicht wirklich, macht die Hitze aber erträglicher.
  • Wenn Sie am Morgen ins Büro kommen, öffnen Sie alle Fenster weit und lassen Sie die kühle Morgenluft in den Raum, so bleibt es eine Weile angenehm kühl.
  • Schalten Sie alle Geräte aus, die Wärme abgeben und nicht in Verwendung sind.
  • Quelle: zeitblueten.de
 
Kein Anspruch auf hitzefrei

Ist die 30-Grad-Marke erst mal geknackt, kann selbst der schönste Büro-Job zur Qual werden. „Arbeitgeber müssen die Hitze als zusätzliche Gefährdung erkennen und geeignete Abhilfe-Maßnahmen ergreifen“, erläutert Holger Lehnhardt vom Regierungspräsidium Gießen. Laut Arbeitsstättenregel „Raumtemperatur“ müsse der Arbeitgeber Folgendes veranlassen:

Über 26 Grad:
Fenster, Oberlichter und Glaswände müssen mit geeigneten Sonnenschutzsystemen ausgerüstet werden.

Über 30 Grad:
Fenster, Oberlichter und Glaswände müssen mit geeigneten Sonnenschutzsystemen ausgerüstet werden. Weitere Abhilfe-Maßnahmen müssen gemäß einer Gefährdungsbeurteilung getroffen werden. Diese müssen zu einer Reduzierung der Beanspruchung der Beschäftigten führen.

Über 35 Grad:
Fenster, Oberlichter und Glaswände müssen mit geeigneten Sonnenschutzsystemen ausgerüstet werden. Notwendig sind Maßnahmen, die auch an Hitzearbeitsplätzen zu treffen sind, zum Beispiel Luftduschen, Wasserschleier, Entwärmungsphasen, Hitzeschutzkleidung.

Erfüllt der Arbeitgeber diese Verpflichtungen oder sorgt er auf andere Weise für gleichwertige Sicherheit und gleichwertigen Gesundheitsschutz, ist das Arbeiten auch bei hohen Temperaturen weiterhin zulässig. Einen Rechtsanspruch auf klimatisierte Räume oder hitzefrei gibt es für Beschäftigte nicht, betont Lehnhardt.

 
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