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Verdacht auf Vergiftung

Zweiter Verdachtsfall: Babyleiche exhumiert

Im Zusammenhang mit den Ermittlungen wegen eines versuchten Tötungsdelikts auf der Frühchenstation des Universitätsklinikums Marburg fand in den frühen Morgenstunden des heutigen Tages im Schwalm-Eder-Kreis die Exhumierung eines im Dezember 2015 auf dieser Station verstorbenen Babys statt.
Am Marburger Uniklinikum soll ein Frühchen von einer Krankenschwester mit Narkosemittel vergiftet worden sein. Foto: Thorsten Richter

Am Marburger Uniklinikum soll ein Frühchen von einer Krankenschwester mit Narkosemittel vergiftet worden sein.

© Thorsten Richter

Marburg. Aufgrund der zwischenzeitlich erfolgten Ermittlungen besteht der Verdacht, dass es auch in diesem Fall zu einer missbräuchlichen Medikamentenvergabe durch die Beschuldigte gekommen sein könnte.

Mittels einer sich an die Exhumierung anschließenden Obduktion wird zu klären sein, ob der Verdacht eines vollendeten Tötungsdelikts bestätigt werden kann.

Die notwendigen gerichtsmedizinischen Untersuchungen hierzu werden laut Staatsanwaltschaft einige Zeit in Anspruch nehmen.

Verdächtigte Krankenschwester weiter in Haft

Die Krankenschwester, die unter dem Verdacht steht, einem Frühchen in der Uniklinik Narkosemittel verabreicht zu haben, bleibt weiter in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft bezog bei ihren Ermittlungen von Beginn an auch frühere Verdachtsfälle mit ein.

Der ärztliche UKGM-Direktor Professor Harald Renz berichtete unterdessen von großer  Erschütterung unter den Beschäftigten der Frühchen-Station. „Das emotionale Verhältnis der Pflegekräfte zu den Patienten ist auf dieser Station extrem eng“, sagte Renz zur Erklärung.

Im Durchschnitt bleiben die frühgeborenen Kinder 100 bis 120 Tage auf der Frühchenstation. Die Eltern des betroffenen Frühchens ließen ihr Kind weiter auf der Frühchenstation des UKGM betreuen, berichtete Renz.

Es gebe auch keinen anderen Fall, in dem die Eltern eines Frühchens sich für die Betreuung ihrer Kinder durch eine andere Klinik entschieden hätten. Renz wertet dies als Vertrauensbeweis für die Beschäftigten der Kinderklinik.

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