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Zweite Bus-Linie für Moischt

Nahverkehr Zweite Bus-Linie für Moischt

Die Begeisterung der Moischter wird von der weiterhin fehlenden Anbindung an die Lahnberge gedämpft.

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Steigerung der Stadtteil-Attraktivität? Moischt erhält mit hoher Wahrscheinlichkeit eine weitere Bus-Anbindung an die Innenstadt. Die Lahnberge bleiben außen vor.

Quelle: Ina Tannert

Moischt. Seit mehreren Jahren wird in Moischt über eine Ausweitung der Busanbindung diskutiert. Der Debatte neuen Auftrieb gibt der Plan der Stadtwerke, der eine weitere Anbindung in die Innenstadt vorsieht. Über das neue Konzept berichtete im Ortsbeirat Robby Jahnke von der Stadtwerken Marburg Consult GmbH. Laut Plan wird die Linie 12 in Zukunft nicht mehr nur bis zum Südbahnhof fahren, sondern weiter in die Innenstadt bis zur Gutenbergstraße beziehungsweise Erlenring.

Derzeit fahren die Linie 12 der Stadtwerke sowie die Überlandlinie MR80 (Verkehrsverbund Oberhessen) wochentags zu den Hauptverkehrszeiten alle 60 Minuten.

Die dringend benötigte Verbindung Moischt/Schröck zum Südbahnhof gilt zur Freude der Moischter seit Ende vergangenen Jahres und war als zeitlich befristetes Pilotprojekt angedacht. „Das hat sich bewährt“, erklärt Jahnke. Die Linie 12 werde Moischt demnach definitiv stündlich erhalten bleiben. Diese fährt momentan von Moischt in Richtung Schröck nur bis zum Südbahnhof und zurück. Diese Route könne entsprechend ausgebaut und die bereits gute Anbindung der MR80 in die Innenstadt damit ergänzt werden, „eine enorme Fahrgastleistung“, betonte der Verkehrsplaner.

Auch in entgegengesetzter Richtung sei eine Verbindung in Richtung Cappel möglich, dort jedoch nur bis zum Südbahnhof und nicht auf derselben Strecke, den die MR80 bedient, wie es sich die Moischter gewünscht hatten. „Dies wäre eine Doppelbedienung“, die es zu vermeiden gilt, erklärt Jahnke. Die Stadtwerke wollen jedoch einen als optional geltenden Fahrweg vom Südbahnhof nach Cappel und Moischt/Schröck in das neue Konzept aufnehmen. Geeignet ist dafür ein Bus der Linie 13, der bislang mit ungenutzter, langer Standzeit zurzeit am Südbahnhof bereitstehe. Dem Konzept und künftigen Nahverkehrsplan muss zuvor noch die Stadtverordnetenversammlung zustimmen.

Wunsch: ohne Umstieg auf die Lahnberge

Darüber hinaus wünschen sich die Moischter eine direkte Anbindung an die Lahnberge. Bislang besteht lediglich die Möglichkeit, von der Klinik Sonnenblick aus oder ab Südbahnhof in die Linie 7 umzusteigen. Dies sei nicht nur umständlich und zeitaufwendig, sondern zu Stoßzeiten mit verstärktem Schüleraufkommen aus Platzmangel „nahezu unmöglich“, teilte Ortsvorsteher Horst Mania mit. Zwischen Mittag und Abend gibt es zudem überhaupt keine Verbindung zu oder von den Lahnbergen, kritisiert der Ortsbeirat. Insbesondere Mitarbeiter von Universität und Klinikum sowie Studenten würden aufgrund der fehlenden Bus-anbindung abgeschreckt, nach Moischt zu ziehen, was den aktuellen Wohnungsnotstand in der Kernstadt noch verschlimmere.

Den Umstieg der Fahrgäste in die Linie 7 sieht der Verkehrsplaner allerdings als unproblematisch, diese fahre alle 15 Minuten, der Zeitverlust sei gering. Davon abgesehen orientiere sich der Großteil der Schüler, Studenten und Arbeitnehmer sowieso in Richtung Innenstadt. „Es gibt hier keine Lücke“, meint Jahnke. Dem widersprachen einige Anwesende. Alleine die Fahrtzeit würde sich verdoppeln. „Es ist ein Umweg, das kann man nicht wegdiskutieren“, kritisierte unter anderem Ortsbeiratsmitglied Gerhard Wacker. „Wir bestehen auf eine direkte Anbindung“, betonte der Ortsvorsteher.

von Ina Tannert

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