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Zwei Tonnen Lebensmittel gesammelt

Nudelchallenge Zwei Tonnen Lebensmittel gesammelt

Marburger Unternehmen und Privatpersonen haben 1500 Euro und 2000 Kilogramm Lebensmittel alleine im Monat Januar für die Marburger Tafel gespendet. Profitieren werden auch viele Flüchtlinge im Landkreis.

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Die Vorsitzende der Marburger Tafel, Rita Vaupel, mit den in der Nudelchallenge gesammelten
Lebensmittelspenden.Foto: Yves Bellinghausen

Marburg. Spendenkampagnen nehmen zuweilen abenteuerliche Ausmaße an, um Aufmerksamkeit zu erlangen. Ein Beispiel dafür ist die sogenannte „Ice Bucket Challenge“ - zu Deutsch Eiskübelherausforderung -, in der Menschen auf der ganzen Welt für die Erforschung der Nervenkrankheit ALS spenden und sich anschließend mit einem Eimer Eiswasser überschütten. Videos dieser Aktion nimmt das Internet dankbar auf, und so kursieren tausende Filme von klatschnassen Spendern im Netz - die Spendenaktion war ein Erfolg.

Etwas weniger bizarr gestaltet sich derweil eine Spendenaktion der Marburger Tafel, die dennoch namentlich an den Erfolg der „Ice Bucket Challenge“ anknüpft: „Nudelchallenge“ nennt sich die Kampagne, mit der die Marburger Tafel seit Anfang Januar bereits 2000 Kilogramm Lebensmittel und 1500 Euro sammeln konnte. „Auch ein Erfolg“, erklärt die Rita Vaupel, Vorsitzende der Marburger Tafel. Bei der Aktion muss sich niemand filmen oder überschütten, es ist mehr ein Spendenaufruf, vor allem für haltbare Lebensmittel.

Die knapp 2000 Kilogramm, die bisher schon gesammelt wurden, kommen in erster Linie Flüchtlingen im Kreis Marburger-Biedenkopf zugute. In Bad Endbach entsteht so am 2. März eine neue Filiale der Marburger Tafel, in der vor allem 120 Flüchtlinge mit Nahrungsmitteln versorgt werden sollen. Die 120 Neuankömmlinge warten schon seit etwa einem halben Jahr auf die Unterstützung der Marburger Tafel, berichtet Vaupel.

„Mit dem Geld und den Lebensmittelspenden, die durch die Nudelchallenge gesammelt wurden, ist die Filiale überhaupt erst ermöglicht worden.“

Obwohl 2000 Kilogramm zunächst enorm viel erscheint, schätzt Vaupel, dass sie binnen einer Woche schon ausgegeben sein werden - schließlich nehmen insgesamt mehr als 1500 Personen die wöchentliche Essensspende wahr.

Rita Vaupel wünschtsich „Money Challenge“

Die Kunden der Tafel zahlen für einen Korb voll mit Lebensmitteln lediglich 2 Euro, Vaupel schätzt den Wert dagegen auf 15 Euro pro Essenskorb. Essensspenden stammen häufig von Unternehmen, die Lebensmittel nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums nicht mehr verkaufen. Trotzdem sind die Lebensmittel der Tafel noch ausnahmslos genießbar.

„Ice Bucket Challenge“, „Nudelchallenge“, welche „Challenge“ kommt wohl als nächstes? Vaupel lacht kurz auf. „Eine Money Challenge wäre sehr schön“, sagt sie augenzwinkernd. Tatsächlich habe in letzter Zeit die finanzielle Spendenbereitschaft nachgelassen. „Wenn jeder nur einen Euro geben würde, dann wäre schon sehr viel getan“, sagt sie. Im Moment ist Vaupel aber vor allem dankbar für den Erfolg der Nudelchallenge.

Lebensmittelspenden nimmt die Marburger Tafel donnerstags zwischen 16 und 18 Uhr in der Ernst-Giller-Straße 20 an. Wem die Uhrzeit nicht passt oder wer Fragen hat, kann einfach anrufen: 06421/614053.

von Yves Bellinghausen

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