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Zwei Sichtweisen auf ein Konzept

„Wohnungslosenhilfe“ Zwei Sichtweisen auf ein Konzept

Helmut Kretz vom Diakonischen Werk erklärt, das Konzept zur Wohnungslosenhilfe aus dem Jahr 2015 wird noch nicht umgesetzt. Wird es doch, 
widerspricht die Pressestelle der Stadt.

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In Marburg gibt es für Wohnungs- und Obdachlose Anlaufstellen, etwa in der Gisselberger Straße. Das Konzept zur Wohnungslosenhilfe aus dem Jahr 2015 sieht eine Erweiterung der Angebote vor.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Das im Februar 2015 veröffentlichte Konzept zur Wohnungslosenhilfe „bezieht sich ausschließlich auf die Liegenschaft Gisselberger Straße­ 35/35a“, heißt es im 32 Seiten umfassenden Dokument.

Neben­ einer Sanierung der ­Gebäude dort sieht das Papier ­einige weitere Angebote vor, die das Gesamthilfesystem ergänzen sollen. Das übergeordnete Ziel dabei soll die Reintegration in ein Mietverhältnis sein.

In einer befristeten Unterkunft soll künftig die Situation und das Hilfsbedürfnis der Bewohner besser geklärt werden können. Steht dann fest, wie es für den Wohnungslosen weitergeht – aber es gibt zum Beispiel noch keinen Platz – soll eine Interimsunterkunft zur Überbrückung zur Verfügung stehen.

„Beim Probewohnen ist die Befähigung für eine Überleitung in den regulären Wohnungsmarkt das Ziel“, heißt es im Konzept. Es soll für maximal ein Jahr „eine enge Begleitung und Betreuung“ geben. Weiterer Bestandteil im Gesamthilfesystem ist als „Sofortangebot: Lückenschluss durch Erweiterung der Unterkunftsmöglichkeiten in Verbindung mit einem ganzheitlichen niedrigschwelligen Zugang.“ Dieser Lückenschluss ist derzeit noch nicht gegeben ( die OP berichtete). „Bisher konnte das Konzept noch nicht umgesetzt werden“, erklärte Helmut Kretz, Fachbereichsleiter Soziale Beratung beim Diakonischen Werk Marburg-Biedenkopf.

Gemeinsame Suche nach einer Übergangslösung

„Das Konzept zur Wohnungslosenhilfe wird bereits aktiv umgesetzt. Der fortlaufende Prozess findet mit höchster Transparenz und mit breiter Beteiligung verschiedener Fachstellen statt“, teilt die Pressestelle der Stadt auf den Umsetzungsstand angesprochen mit. Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) setze sich in den Haushaltsberatungen dafür ein, Geld bereitzustellen, um Obdachlosigkeit in Marburg stärker zu ­bekämpfen. Dazu solle auch die Planung zur Sanierung der Obdachlosenunterkunft im Ginseldorfer Weg vorangebracht werden.

Die Dauer der Sanierung und des Umbaus der Gebäude in der Gisselberger Straße schätzt der Fachdienst Hochbau auf etwa zwei Jahre. Für diese Zeit gibt es laut Konzept noch keine Übergangslösung. Die Stadt suche gemeinsam mit dem Diakonischen Werk nach „Umsetzungsmöglichkeiten und einer geeigneten Übergangslösung für die Menschen“, teilt die Stadt mit.

„Diese Herausforderung stellt sich bei einer möglichen Modernisierung der Obdachlosenwohnungen im Waldtal ebenso“, heißt es im Konzept weiter. Dort wird eine Sanierung hinsichtlich energetischer Standards empfohlen. Die Ausstattung solle dem Standard des modernen Sozialen Wohnungsbaus entsprechen.
Das „Gesamtkonzept zur Wohnungslosenhilfe“­ zum Nachlesen finden Sie auf der Homepage der Stadt Marburg.

von Philipp Lauer

 Runder Tisch „Wohnungslosenhilfe“

Der Runde Tisch „Wohnungslosenhilfe“ wurde 2008 als Runder Tisch „Obdachlosenarbeit“ gegründet. Beteiligt sind die Aids-Hilfe Marburg, der Arbeitskreis Soziale Brennpunkte (AKSB), die Bewährungshilfe,­ die Bürgerinitiative­ Sozialpsychiatrie, das Diakonische Werk Marburg-Biedenkopf, das Deutsche Rote Kreuz, die Eingliederungshilfe, Frauen helfen Frauen, die Gewobau, die GWH, die Hephata Diakonie, der Landkreis, die Stadt Marburg, die Soziale Hilfe Marburg, der Sozialpsychiatrische Dienst, die Sucht- und Drogenberatungsstellen und die Vitos-Klinik. Das gemeinsame Ziel ist es, wohnungslose Menschen möglichst dauerhaft zu integrieren.

Quelle: Konzept zur Wohnungslosenhilfe

 
 
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