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Zwei Kreisverbände vereinigen sich

GEW Zwei Kreisverbände vereinigen sich

Gestärkt wollen die Mitglieder der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) die Zukunftsaufgaben angehen. Durch die Fusion der Verbände Marburg und Biedenkopf gibt es erstmals ein kreisweiten GEW-Verband.

Marburg. „Das ist ein historischer Tag für Hessen, erstmals schließen sich zwei Kreisverbände im Bereich eines Schulamts zu einem zusammen“, befand Jochen Nagel, (kleines Foto) der Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Bei nur einer Enthaltung beschlossen die 56 Stimmberechtigten in der gemeinsamen Mitgliederversammlung die Zusammenlegung der Kreisverbände Marburg und Biedenkopf, nachdem sie bei den zuvor stattgefundenen getrennten Versammlungen in der Adolf-Reichwein-Schule bereits dafür gestimmt hatten. Damit entstehe der zweitgrößte Kreisverband in Hessen mit mehr als 1200 Mitgliedern (Biedenkopf hatte etwa 240), der damit seine Schlagkraft nach außen verstärke, sagte Nagel.

Im Landesverband sei immer wieder diskutiert worden, ob man Zusammenschlüsse „von oben steuern“ solle. Er sei dagegen gewesen und gratuliere nun, dass Marburg und Biedenkopf „als Avantgarde vorangingen“. In den vergangenen sechs Jahren sei die GEW in Hessen um 14 Prozent gewachsen, seit Anfang 2013 zähle sie erstmals seit Jahren wieder mehr als 24000 Mitglieder.

Ausdrücklich lobte er die von der GEW in Marburg organisierte Vortragsreihe „Ökonomisierung oder Demokratisierung? - Was wird aus unserem Bildungswesen?“. Der Bevölkerung müssten die Augen geöffnet werden - sie dächten oft: Mehr Selbständigkeit für Schulen sei doch gut. Tatsächlich führe dies zu mehr Hierarchie und dem Aufbau eines Konkurrenzverhältnisses zwischen den Schulen. Stattdessen sollten aus GEW-Sicht eher die demokratischen Verhältnisse in den Schulen gestärkt werden. Weiter sprach Nagel über die kommende Tarif- und Besoldungsrunde, bei der die GEW 6,5 Prozent mehr Einkommen und die Abschaffung des „Befristungsunwesens“ fordere und die Spaltung zwischen Beschäftigten im Beamten- und Tarifverhältnis überwinden wolle.

Wichtig sei, Geschlossenheit zu wahren, man sei kurz vor der Anerkennung des Streikrechts für Lehrkräfte unabhängig vom Status. Ein anderes gesellschaftlich zukunftsweisendes Thema sei die Inklusion. Die Schüler hätten ein unumstößliches Recht auf gemeinsamen Unterricht, der unter Erfolg versprechenden Umständen stattfinden müsse. Außerdem gehe es um die Rückkehr zu G9 beziehungsweise einer mindestens sechsjährigen Sekundarstufe eins. Auch die Wahlen gingen problemlos und einstimmig vonstatten. Das neue Leitungsteam des Kreisvorstands besteht aus Angelika Gerschlauer, Heike Hüppner (beide Biedenkopf), Wiltrud Lambinet-Potthoff (Niederwalgern), Hille Kopp-Ruthner und Hartmut Möller (beide Marburg), die alle im Gesamtpersonalrat der Lehrerinnen und Lehrer tätig sind; Kassenwart: Hans Braun, Wetter, Stellvertreter Uwe Lange, Biedenkopf; Schriftführerin: Maria Jacobsohn, Rauschenberg; Rechtsberater: Doris Bunke, Volrad Döhner (beide Marburg).

Weiter berufen wurden in den Kreisvorstand Marianne Winter und Ulli Rupp als Vertreter der GEW im DGB, Werner Wörder als Schwerbehindertenbeauftragter, Reinhold Hünlich als Vertreter für Bildungspolitik und Kontaktperson zu Attac.

von Manfred Schubert

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