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„Zuverlässiger und vor allem loyaler Mitarbeiter“

Lebenshilfe „Zuverlässiger und vor allem loyaler Mitarbeiter“

Lebenshilfe-Vorstandssprecher Wolfgang Zöller wurde am Freitag von den Mitgliedern des Verwaltungsrats und seinen Kollegen verabschiedet.

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Wolfgang Zöller (von links) verlässt die Lebenshilfe. Der Verwaltungsratsvorsitzende Jakob Müller, die Verwaltungsratsmitglieder Sigrun Werner, Ursula Köpf-Veltkamp und Doris Mülln sowie Zöllers Vorstandskollegen Roland Wagner und Horst Viehl verabschiedeten den geschätzten Kollegen.Foto: Marcus Hergenhan

Marburg. „Wir waren wirklich traurig, als wir erfahren haben, dass Sie nach Südhessen zurückkehren. Wir verlieren mit Ihnen einen sehr zuverlässigen, erfahrenen und vor allem loyalen Mitarbeiter“, sagte dazu der Verwaltungsratsvorsitzende Jakob Müller.

Zöller selbst zog über seine Zeit bei der Lebenshilfe ebenfalls eine positive Bilanz: „Ich habe diesen Betrieb in meinen 15 Jahren wirklich schätzen gelernt, es gab immer klare Ziele und einen ehrlichen Umgang mit viel Vertrauen in die Mitarbeiter, da fällt einem die Loyalität leicht. Ich werde diesen Arbeitsplatz sehr vermissen, allerdings zieht es die Familie zurück nach Südhessen, wo ich meinen letzten Berufsabschnitt verbringen werde.“

Wie erfolgreich das Vorstandsmitglied war, lässt sich auch anhand klarer Zahlen nachvollziehen, so stieg die Anzahl der in Vollzeit beschäftigten Mitarbeiter in den 15 Jahren von 246 auf 432 und die der betreuten Menschen mit Behinderungen von 577 auf 907.

Hinzu kamen diverse erfolgreiche Projekte wie der Wohnhausneubau in der Leopold-Lucas-Straße im Jahr 2010.

Natürlich gab und gibt es aber auch in der Pflege Veränderungen, die nicht durchweg positiv sind. „Zunächst einmal werden wir einfach stärker von der ansteigenden Bürokratisierung an der eigentlichen Arbeit, nämlich Menschen mit Behinderungen in ihrem Leben zu unterstützen, abgehalten. Vereinfacht gesagt:

Die jeweiligen Ordner der bei uns betreuten Personen sind heute doppelt so dick wie früher“, beklagte Zöller.

Auch das Thema Inklusion bringt für Einrichtungen wie die Lebenshilfe neben dem zunächst durchaus positiv aufgenommenen Ansatz auch Unwägbarkeiten mit sich. „Es ist eben immer die Frage, wie das in der Praxis umgesetzt wird und ob sich für die Menschen am Ende des tollen Projekts auch die Lebenssituation wirklich verbessert. Denn nur irgendwie in einem Beruf der freien Wirtschaft zu arbeiten, ohne wirklich angenommen und erfüllend eingesetzt werden zu können, davon haben die Leute nichts“, sagte Müller.

Neben diesen Prozessen hat sich auch der generelle Bedarf, vor allem an hochgradiger Versorgung in den vergangenen Jahren deutlich erhöht. Für die beiden verbleibenden Vorstandsmitglieder Roland Wagner und Horst Viehl, die in Zukunft jeweils einen Teil von Zöllers Tätigkeit übernehmen werden, bleibt also genug zu tun.

Zöller selbst wird dem sozialen Arbeitsmarkt ebenfalls treu bleiben: „Ich werde die Leitung einer ähnlichen Einrichtung übernehmen, sodass ich meine bisherige Erfahrung gut einbringen kann“, sagte er.

von Marcus Hergenhan

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