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Zusammenspiel von Mensch und Tier

Bezirksentscheid der Schäfer Zusammenspiel von Mensch und Tier

Auf dem Weg zum Landesentscheid am 30. August in Hungen haben sich gestern in Stausebach die sechs besten Schäfer des Bezirks Nord mit ihren Hunden beim Ausscheidungshüten gemessen.

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Geordnet musste die Herde den Pferch verlassen.

Quelle: Heiko Krause

Stausebach. Mit 82 von 100 möglichen Punkten gewann am Ende Manfred Jauernik aus Staufenberg. Nach dem Kreishüten sei dies die nächste Stufe, erläuterte Kreisschäfermeister Winfried Emmerich. Er stellte für den Wettbewerb seine 300-köpfige Herde Deutscher Schwarzkopf Fleischschafe zur Verfügung. Alle anderen mussten folglich zwar mit ihren Hunden, aber eine ihnen fremde Herde hüten, das sei für ihn als Teilnehmer schon ein kleiner Vorteil, räumte Emmerich ein.

Zunächst musste die Herde ausgepfercht werden, dabei mussten die Hunde bestimmt, aber auch nicht zu hektisch die Schafe in die richtige Richtung treiben, damit die Herde den Pferch geordnet verließ. Anschließend galt es, die Tiere ins „enge Gehüt“ und ins „weite Gehüt“ zu bringen, das werde im Alltag je nach Platz bei kleinerer oder größerer Weide gemacht, erläuterte Emmerich. Immer gelte es, dabei die Schafe beispielsweise von Getreidefeldern fern zu halten.

Zwei Wertungsrichter urteilten

Die meiste Arbeit hatten die Hütehunde, große Aufmerksamkeit war aber natürlich bei den Schäfern gefordert, mussten sie ihre Hunde doch mit Rufen und Pfiffen anleiten. In den Parcours eingebaut war auch eine simulierte Brücke sowie Straßenverkehr mit entgegenkommendem Auto, bevor es wieder in den Pferch ging und der nächste Schäfer an der Reihe war.

Die Leistung der Hunde wurde von den beiden Wertungsrichtern Reinhard Fett und Ralph Bauer in mehreren Kategorien, unter anderem Gehorsam, Fleiß und Selbstständigkeit, geprüft. Die ersten vier Schäfer des Bezirksausscheidungshütens dürfen nach Hungen. Hinter Manfred Jauernik platzierten sich Harald Bangert (Korbach) mit 76 Punkten, Maik Lindly (Spangenberg) mit 75 Punkten und Winfried Emmerich (Kirchhain) mit 74 Punkten. Thomas Wiegand (Stadtallendorf) wurde mit 72 Punkten vor Harald Pfeil (Stadtallendorf, 71) Fünfter.

Veranstaltet wurde das Ausscheidungshüten vom Landkreis Marburg-Biedenkopf. Wie Norbert Fett vom Fachbereich Ländlicher Raum betonte, sei der Landkreis der schafsreichste in Hessen mit 394 Haltern und etwa 17000 Tieren. 1987 seien es nur 112 beziehungsweise rund 11000 gewesen. „Schafhalter übernehmen wichtige Funktionen in Landschaftspflege und Landschaftsschutz“, so Fett. Die Nutzung von „Kleinstflächen“, auf denen sich die Landwirtschaft zurückgezogen hat, gehöre zu den wichtigsten Aufgaben. Wirtschaftlich dagegen lohne sich die Haltung kaum. Ein Altschaf werde heute mit etwa 40 bis 50 Euro gehandelt. Lämmer hingegen bringen rund 90 bis 100 Euro ein. Auch die Wolle sei nicht wirklich einträglich: Jedes Schaf liefere drei bis dreieinhalb Kilo Wolle im Jahr. „Ein Kilo wird mit maximal einem Euro gehandelt, aber der Scherer bekomme auch etwa zwei Euro pro Schaf, so Fett.

von Heiko Krause

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