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Medieninformation Zurück in die Zukunft der Zeitung

In einer historischen Mitarbeiterversammlung in Marburg erfuhr die Belegschaft am Freitagmittag, dass die Oberhessische Presse auch wirtschaftlich wieder komplett eigenständig ist.

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Dr. Wolfram Hitzeroth wird als geschäftsführender Gesellschafter die Interessen der Inhaberfamilie vertreten. Neben ihm ist seine Ehefrau Dr. Luise Hitzeroth als einzige weitere Gesellschafterin beteiligt. An der Spitze des Unternehmens  steuern weiterhin Steffen Schindler (Geschäftsführer, links) und Christoph Linne (Prokurist und Chefredakteur) das operative Geschäft.

Quelle: Florian Gaertner

Marburg. Es müssen schon bedeutende Neuigkeiten zu verkünden sein, bevor die Geschäftsleitung der OP so kurzfristig wie in diesem Fall ihre Mitarbeiter zu einer Versammlung zusammenruft. Entsprechend groß war die Neugier, das Interesse, aber auch die Ungewissheit vor der Rede von Dr. Wolfram Hitzeroth. Verstärkte doch auch die Kulisse für die Versammlung die historische Dimension: Die Druckerei des Verlages in der Frauenbergstraße war vor zwölf Jahren der Schauplatz der letzten so eilends einberufenen Versammlung. Der Ort, an dem Hitzeroth Ende 2002 verkündete, dass er 51 Prozent seines Unternehmens an die Verlagsgesellschaft Madsack in Hannover abgegeben hatte. Geschichte.

Waehrend einer Mitarbeiterversammlung teilte Dr. Wolfram Hitzeroth den Rueckkauf der Mehrheitsanteile der HITZEROTH Druck + Medien GmbH & Co KG mit. Marburg, 16.01.2015.

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Denn seit Freitagmittag ist es offiziell: Dr. Wolfram Hitzeroth hat eben jene Anteile wieder  zurückgekauft (siehe „Editorial“ unten). Er ist seit 1. Januar dieses Jahres Mehrheitsgesellschafter der HITZEROTH Druck + Medien GmbH & Co. KG, als einzige weitere Gesellschafterin ist nunmehr  seine Ehefrau Dr. Luise Hitzeroth (6 Prozent) beteiligt. Eine faustdicke Überraschung für die Belegschaft, die diese unternehmerische Entscheidung und Investition der Inhaberfamilie mit großem Beifall honorierte.

Unternehmerischer Mut dient als großer Ansporn

Denn dies ist ein außergewöhnlicher und untypischer Schritt in der Medienbranche, in der viele namhafte Titel durch sinkende Erlöse und steigende Kosten unter erheblichem Druck stehen. So ist es heutzutage eher üblich, dass sich kleine Verlage großen Konzernen anschließen, um über die Runden kommen zu können. Dass geschwächte Häuser den Schutz und Schub der stärkeren Unternehmen benötigen. Manche Traditionstitel verschwinden indes ganz aus der Zeitungslandschaft.

„All dies geschieht aber weder willkürlich noch zwangsläufig. Für viele Verlage können solche Fusionen ein sinnvoller, rettender Schritt sein“, sagt Steffen Schindler, seit mehr als zehn Jahren Geschäftsführer des Marburger HITZEROTH-Verlages. Jeder Titel stehe allerdings vor höchst unterschiedlichen Herausforderungen, müsse individuelle Antworten auf seine wirtschaftliche und strukturelle Situation finden und hart an maßgeschneiderten Lösungen arbeiten.

Die Oberhessische Presse sieht Hitzeroth allerdings gut gerüstet, den Weg zurück in die komplette Eigenständigkeit zu wagen: „Unser Unternehmen hat sich in den vergangenen zwölf Jahren auf Grundlage einer verlässlichen Partnerschaft von einem angesehenen, traditionsreichen Zeitungsverlag zu einem erfolgreichen und vielseitig engagierten, breit aufgestellten Medienhaus weiterentwickelt“, blickte Dr. Wolfram Hitzeroth gestern zurück.

An diesem Innovationskurs und der bewährten regionalen Ausrichtung seiner Produkte halte das Medienhaus, das unter anderem die Oberhessische Presse herausgibt, natürlich auch in Zukunft fest. Ebenso sei die publizistische und wirtschaftliche Unabhängigkeit dauerhaft sichergestellt. „Mit dem Erwerb öffnen wir uns ganz gezielt für strategische Partnerschaften und stellen uns mit eigenen Lösungen den vor uns liegenden Herausforderungen, die sich ausschließlich am Bedarf der Menschen vor Ort orientieren“, sagt Hitzeroth.

Die Geschäftsführung sieht sich selbst und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Verlag, Redaktion  und Tochtergesellschaften nun in der Verantwortung, dieses große Vertrauen in die eigene Stärke unter Beweis zu stellen, wie Geschäftsführer Steffen Schindler in der Versammlung die Belegschaft einschwor: „Wir haben großen Respekt vor dem unternehmerischen Mut, den Dr. Hitzeroth mit seiner Investition unter Beweis stellt. Diese Entscheidung müssen wir als wahnsinnig großen Ansporn verstehen, weiterhin unsere publizistischen, freiheitlichen Ideale zu verteidigen. Als Auftrag, uns den ungeheuer großen Herausforderungen zu stellen, die vor uns liegen, und unerschrocken auch unbequeme Entscheidungen zu treffen, um diese Unabhängigkeit langfristig zu sichern.“

Verlag strebt Allianzen mit Partnern vor Ort an

Während die redaktionelle Unabhängigkeit nach innen und außen jederzeit gewährleistet war – und auch in Zukunft  sein wird – wagt das Unternehmen ohne einen Konzern im Rücken aus wirtschaftlicher Sicht  mehr Risiko. Vermeintlich, wie Schindler sagt: „Wir mussten uns im Wettbewerb stets selbst behaupten. Dabei haben wir unsere Arbeit immer danach ausgerichtet, eigenverantwortlich zu agieren, haben die ehrgeizigen Ziele und Etats sorgfältig geprüft und  festgelegt, an denen wir uns dann haben messen lassen.“ Vor diesem Hintergrund blickt er zuversichtlich nach vorn: „Ich glaube, dass wir uns im Zusammenspiel mit Partnern und Kunden vor Ort und auf Grundlage stabiler Bündnisse in der Region als Medienhaus weiterentwickeln und unsere Rolle in der Gesellschaft ausbauen können.“

Was das heißen kann, schildert Prokurist und Chefredakteur Christoph Linne: „Wir sehen uns einerseits als Motor für Information, Aufklärung,  Austausch und Meinungsbildung vor Ort. Als Baustein einer Allianz lokaler Akteure, die genauso wie wir aus tiefem Herzen überzeugt sind von der Kraft der lokalen Wertschöpfung. Mit einem regionalen Wirtschaftskreislauf aus Waren, Wissen und Werten können wir vor Ort über unseren publizistischen Auftrag hinaus Strukturen schaffen und erhalten, die sonst angesichts einer rein global agierenden Ökonomie bald drohen, komplett verloren zu gehen.“

„Dass wir das Geschäft wieder selbst in die Hand nehmen, zeigt ja gerade, dass wir an die Stärke der lokalen Netzwerke glauben, die existenziell wichtig sind für den Zusammenhalt, den Dialog und die Zukunftsfähigkeit einer Region“, sagt Schindler.

von Christoph Linne

Editorial

Begleiten Sie uns durch diese Zeit des Aufbruchs

Liebe Leserinnen,
liebe Leser,

die Oberhessische Presse ist vor Ort tief verwurzelt, gut vernetzt, erreicht mit ihren Publikationen heute mehr Menschen denn je zuvor und hat sich in den vergangenen zwölf Jahren auf Grundlage
einer verlässlichen Partnerschaft mit der Mediengruppe Madsack (Hannover) von einem angesehenen, traditionsreichen Zeitungsverlag zu einem erfolgreichen und vielseitigen Medienhaus weiterentwickelt. Mit einer hohen Veränderungsbereitschaft und unbeirrtem Mut, stets im Interesse ihrer Leser, Partner und Kunden neue Wege zu wagen.

An diesem Innovationskurs und der bewährten regionalen Ausrichtung wollen Verlag und Redaktion auch in Zukunft festhalten und die Bindung in die Region noch weiter ausbauen.
Vor diesem Hintergrund habe ich mich entschieden, jene 51-prozentige Beteiligung am Unternehmen zurückzukaufen, die die Verlagsgesellschaft Madsack Ende 2002 übernommen hatte. Als einzige weitere Gesellschafterin (6 Prozent) ist nunmehr meine Ehefrau Dr. Luise Hitzeroth an der HITZEROTH Druck + Medien GmbH & Co. KG beteiligt. Die Interessen der Inhaberfamilie werde ich künftig als geschäftsführender Gesellschafter vertreten.

Somit handelt der Verlag der Oberhessischen Presse wirtschaftlich wieder völlig eigenständig. Wir sind überzeugt davon, dass wir uns dadurch und ferner vor allem auf Grundlage Ihres Vertrauens in die Arbeit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter alle Möglichkeiten eröffnen, diesen Kurs noch konsequenter fortzusetzen.
Zugleich wollen wir damit dauerhaft die publizistische und wirtschaftliche Unabhängigkeit sichern, uns öffnen für strategische Partnerschaften und uns mit eigenen Lösungen aus einem lokalen Blickwinkel den vor uns liegenden Herausforderungen stellen.

Umso mehr freue ich mich, dass an der Spitze unseres Unternehmens in diesen Zeiten der Erneuerung für die nötige Kontinuität gesorgt ist: das operative Geschäft wird unverändert von Steffen Schindler als Geschäftsführer und Christoph Linne als Prokuristen und Chefredakteur
gesteuert.

Ich bin Ihnen dankbar, wenn Sie uns durch diese Zeit des Aufbruchs begleiten und zu besten Lösungen anspornen.

Ihr Dr. Wolfram Hitzeroth

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