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Attac-Sommerakademie Zurück am Geburtsort

Am Mittwochabend wurde die Attac-Sommerakademie in der Richtsberg-Gesamtschule eröffnet. Bis Sonntag wird den Teilnehmern eine Vielzahl verschiedener Vorträge und Workshops geboten.

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Patricio Chávez (von links), Katharina Schwirkus, Elena Gálvez und Josephine Koch setzen sich in Ecuador für den Umweltschutz ein.

Quelle: Benjamin Kaiser

Marburg. Im Jahr 2002 fand die  erste Sommerakademie statt. Als Ort hatte Attac Marburg auserkoren. 13 Jahre später ist die fünftägige Großveranstaltung an ihren Geburtsort zurückgekehrt. Eine Rückkehr, über die sich Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach (SPD) am Mittwochabend freute: „Die Sommerakademie ist wieder da, wo sie hingehört – in der Hauptstadt des fairen Handels.“

2015 liegt der Fokus auf den Themen Eurokrise und Wachstumskritik. Den Abend nutzten die Veranstalter, um die rund 350 Anwesenden über die verschiedenen Themen zu informieren. „Wir rechnen mit insgesamt 600 Teilnehmern. Manche werden erst am Freitag anreisen können“, sagte Stephanie Handtmann, Mitglied der Geschäftsführung bei Attac.

Bemerkenswert war, wie viele Teilnehmer im brechend vollen Foyer der Richtsberg-Gesamtschule eine weite Reise hinter sich hatten. Doch keiner der Anwesenden hatte mehr Kilometer zurückgelegt als Patricio Chávez und Elena Gálvez aus Ecuador. Genau wie Katharina Schwirkus und Josephine Koch sind die Amerikaner Teil des ecuadorianischen ­Netzwerks „Yasunidos“, das gegen die umweltschädliche Rohstoffausbeutung in dem südamerikanischen Land kämpft. Das Quartett wird zum Kampf der „Yasunidos“ Workshops halten.

Eine weitaus kürzere Anreise hatte Jenny aus Gummersbach, seit rund fünf Jahren Attac-Mitglied. „Ich bin hier, um Neues zu lernen, und um Kontakte zu anderen Aktivisten zu knüpfen“, sagte die 29-Jährige, „in den Medien erhält man ja keine ausgewogene Berichterstattung“.

Der gleichen Meinung war auch Harald Schumann, Redakteur bei der Tageszeitung „taz“. Der Journalist, der einen Workshop hielt, kritisierte die Berichterstattung in den deutschen Medien über die Griechenlandkrise.

von Benjamin Kaiser

  • „Kommune unterm Hammer“: Mit dieser Aktion wollen Teilnehmer der Attac-Sommerakademie am Freitag ab 15.30 Uhr auf dem Marktplatz auf die Gefahren durch das geplante Freihandelsabkommen TTIP aufmerksam machen. Ein Auktionator – dargestellt von einem Attac-Aktivisten – versteigert die Wasserversorgung sowie das Rathaus der Stadt an multinationale Konzerne. Sofort schwärmen Konzernvertreter, ebenfalls dargestellt von Attac-Aktiven, aus, sperren den Marktplatz für die Bürger ab und kassieren Gebühren für das Besichtigen, den Aufenthalt und das Fotografieren.
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