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Zukunft des Camp-Geländes ist unklar

Leerstand Zukunft des Camp-Geländes ist unklar

Die Flüchtlings-Erstaufnahme in Cappel wird auf unbestimmte Zeit leerstehen. Zu einer Studenten-Siedlung, wie es 2015 als Folgenutzung des Geländes angedacht war, wird sie trotz Wintersemester-Wohnungsnot noch nicht.

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Die letzten 160 Bewohner zogen aus der Erstaufnahme Einrichtung an der Umgehungsstraße vor genau einer Woche aus. Wie es mit den Holzhäusern und dem Gelände weitergehen soll, das prüft nun die Stadtverwaltung.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Eine Nutzung der Holzhäuser als Wohnraum für Studenten in den kommenden Wochen ist nach Angaben der Stadtverwaltung „unrealistisch“. Da es keine Küchen und somit keine Möglichkeit für Essenszubereitung gebe, müssten die Immobilien vor einem Bezug dementsprechend nachgerüstet werden. Grundsätzlich entspreche die Raumaufteilung auch nicht den Anforderungen an studentische Appartements oder Wohngemeinschaften. Dafür müssten neben Küchen mehr Waschmöglichkeiten und Toiletten, Abstellräume, Hauswirtschaftsräume und Gemeinschaftsräume gebaut werden.

„Eine Umnutzung eins zu eins ist illusorisch. Nur ein beträchtlicher Umbau der Holzhäuser verbunden mit zusätzlichen Kosten würde eine Umnutzung sowohl für studentisches Wohnen als auch für Sozialwohnungen erlauben“, sagt auch Dr. Hermann Uchtmann, Stadtverordneter der MBL/FDP. Grundsätzlich dürften die Cappeler bei den Fragen der Anschlussverwendung „nicht wieder vor vollendete Tatsachen gestellt werden“, ergänzt FDP-Parteichef Christoph Ditschler. Seitens der Stadt gibt es wohl mehrere langfristige Nutzungsoptionen, die aber alle „noch nicht entscheidungsreif“ seien, wie es auf OP-Anfrage heißt.

Hängepartie für den FSV Cappel

Völlig unklar ist offenbar die Zukunft des Ex-EAM-Geländes in Gisselberg, das die Stadt Ende vergangenen Jahres für 1,75 Millionen Euro kaufte. „Um fundierte Entscheidungen über die zukünftige Nutzung des Geländes treffen zu können, sind umfangreiche interne Prüfungen notwendig, die bis ins Frühjahr 2017 hineinreichen können“, heißt es. Ursprünglich sei der Standort, das Zentrum der Flüchtlingshilfe, wegen der Nähe zur Erstaufnahme gewählt worden. Mit dem Aus für das Camp in Cappel sei Gisselberg für Flüchtlingshilfe „nur bedingt geeignet“ - etwa wegen fehlender Stadtbusanbindung. „Wir denken über alternative Standorte nach.“

Konsequenzen hat die Schließung der Erstaufnahme auch für mehrere Mitarbeiter der Stadt: Die Verträge von sechseinhalb Stellen, die auf dem Höhepunkt der Asylbewerber-Zahlen außerplanmäßig geschaffen worden waren, laufen bis Jahresende aus. Lediglich die Stellen, die im Rahmen der Pflichtaufgabenerfüllung im Bereich Ausländerbehörde, Asylrecht und Jugendhilfe neu geschaffen wurden, bleiben nach Verwaltungsangaben unberührt.

Die Hängepartie für den FSV Cappel um die Einlösung des Versprechens, als Ausgleich für den zur Erstaufnahme umfunktionierten Hartplatz einen Kunstrasen „Am Köppel“ zu bekommen, geht indes weiter: Die Vorplanungen für den Umbau des Platzes sind zwar abgeschlossen, Anfang Oktober wird es laut Stadtverwaltung einen Ortstermin mit dem Land geben, bei dem das weitere Vorgehen und auch die finanzielle Beteiligung des Landes besprochen werden. Problem: Da der Nachtragshaushalt keine Parlamentsmehrheit gefunden hat, steht für das Vorhaben kein städtisches Geld zur Verfügung.

von Björn Wisker

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