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„Zufällige Häufung“

Stromausfälle „Zufällige Häufung“

Mittwochmorgen kam es erneut zu einem gut 30-minütigen Stromausfall in Marburg - rund 10900 Menschen waren betroffen.

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Im kommenden Jahr werden die Stadtwerke Marburg erneut in ihr Stromnetz investieren.

Quelle: Julian Stratenschulte

Marburg. Die Stromausfälle in Marburg häufen sich derzeit: Zunächst war es am 17. November zu einem 90-minütigen Ausfall in weiten Teilen der Innenstadt gekommen - Ursache waren Leitungsbeschädigungen durch ein Unternehmen, das Spülbohrungen vorgenommen hatte.

Am 26. November fiel der Strom erneut aus - Schuld war offenbar ein Kurzschluss in einer Cappeler Firma, der in Spannungsschwankungen und Stromausfall resultierte.

Der Stromausfall am Mittwoch war laut EAM-Tochter „EnergieNetz Mitte“ (ENM) auf einen technischen Defekt in einer 20-kV-Schaltstation in Cappel zurückzuführen - dieser habe zu der Unterbrechung in der Stromversorgung geführt. Von dieser waren laut ENM rund 10900 Einwohner betroffen.

Die Ausfalldauer der drei großen Störungen der vergangenen Wochen summiert sich auf fast vier Stunden.

In zwei Fällen war das Netz der ENM betroffen, der erste Stromausfall betraf das Netz der Stadtwerke Marburg. „Die Stromunterbrechungen wurden jeweils durch äußere Einflüsse oder technische Defekte verursacht, die zufällig gehäuft in diesem Bereich auftraten“, sagte ENM-Sprecherin Sandra Hübner. Auf Nachfrage der OP betonte sie, das Netz sei „in einem guten Zustand, die Ausfälle hatten damit nichts zu tun. Die Netze der ENM und der Stadtwerke sind allerdings so verwoben, dass ein Ausfall in einem der beiden auch jeweils Auswirkungen auf das andere hat“.

Mit dem 1. Januar wird das ENM-Netz in Marburg komplett an die Stadtwerke Marburg übergehen (die OP berichtete). Pascal Barthel, Pressesprecher der Stadtwerke Marburg, erläuterte am Mittwoch, dass man „den Frust vieler Stromkunden nachvollziehen“ könne, „drei Stromausfälle innerhalb weniger Wochen sind nicht ohne.“

Laut Barthel investiere das kommunale Unternehmen „überdurchschnittlich viel“ in die Wartung und Instandhaltung. „Wir agieren nachhaltig und wollen lieber vorher investieren als überstürzt, wenn etwas vorgefallen ist“, sagt der Pressesprecher. Aufgrund regelmäßiger Investitionen in das Kabelnetz sowie in die Verteilanlagen seien luftisolierte Schaltanlagen fast komplett gegen wartungsarme, sicherere Anlagen ausgetauscht worden. Die Investitionen dafür hätten in den vergangenen Jahren in der Regel etwa 1,2 bis 1,5 Millionen Euro betragen.

Technischer Zustand entspricht dem Alter

Auch regelmäßige Wartung gehöre zum Programm - mit sogenannten Teilentladungsmessungen. Damit könne der Alterungszustand der Kabel bestimmt werden. Bei dem neu gekauften Netz in Cappel handele es sich „um ein gewachsenes Netz unterschiedlichen Alters. Die Begutachtung durch die Stadtwerke ergab "einen dem Alter üblichen technischen Zustand“. Auch im kommenden Jahr würden rund 140000 Euro in die Modernisierung des Netzes fließen - unter anderem für den Austausch sanierungsbedürftiger Trafostationen.

Die drei Vorfälle der vergangenen Wochen seien zwar „auffällig, aber allesamt äußeren Umständen“ geschuldet, verdeutlichte auch Barthel.

In der Warte der Stadtwerke, die rund um die Uhr besetzt ist, werden Fehler im Netz der Stadtwerke sofort angezeigt. Der Bereitschaftsdienst nehme dann Ausweichschaltungen im Netz zur genauen Störungslokalisierung vor, um die defekte Anlage vom Netz zu nehmen, sodass die Stromversorgung möglichst schnell wieder laufe.

Störungen im Mittelspannungsnetz in Cappel und im Ebsdorfergrund würden derzeit noch durch die ENM angenommen und bearbeitet. Störungen im Niederspannungsnetz dieser Orte würden durch die Verbundwarte der Stadtwerke angenommen und auch durch den Bereitschaftsdienst der Stadtwerke behoben.

von Andreas Schmidt

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