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"Zu wenig Parkplätze in der Stadt"

Verkehrsausschuss Marburg "Zu wenig Parkplätze in der Stadt"

Die Debatte um Parkgebühren spaltete den Marburger Verkehrsausschuss.

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In Marburg werden Parkplätze für Autos und Fahrräder benötigt. Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Die Wogen in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Energie, Verkehr schlugen hoch: Fast eine Stunde lang diskutierten die Stadtverordneten über die vom Magistrat geplante Erhöhung der Parkgebühren für die öffentlichen Parkplätze um bis zu 30 Prozent (die OP berichtete). Vertreter der bürgerlichen Fraktionen und der CDU waren nicht begeistert darüber, Abgeordnete von Rot-Grün und der Marburger Linken“ sprachen sich uneingeschränkt dafür aus und stimmten der Vorlage zu.

„Wir liegen auch nach der Erhöhung noch deutlich unter der Höhe der Parkgebühren in Gießen“, betonte Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD). Diese Aussage reizte Joachim Brunnet (CDU) zum Widerspruch: Es gehe nicht darum, ob die erhöhten Parkgebühren vielleicht 10 oder 20 Cent niedriger seien als in der Nachbarstadt. Im Gegensatz zu Gießen habe Marburg möglichen Kunden der Einzelhandelsgeschäfte ein schlechteres Gesamtpaket zu bieten. Es gebe zu wenige Parkplätze, die zudem auch weiter weg vom Zentrum gelegen seien als in Gießen. Andrea Suntheim-Pichler (Bürger für Marburg) sprach sich gegen höhere Gebühren aus und forderte ebenfalls besser erreichbare und ausgestattete Parkplätze im Stadtzentrum.

Vaupel: "Marburg hat gutes Parkonzept"

„Wegen der paar Cent sich aufzuregen, das kann ich gar nicht verstehen“, warf Hennig Köster (Marburger Linke) in die Debatte ein.OB Vaupel verwies darauf, dass die Parkfläche, die der Handel in verschiedenen Parkhäusern anbiete, noch deutlich teurer sei als die jetzt angehobenen Parkgebühren für die städtischen Parkplätze. Die neuen Gebühren sollten aber auch im Interesse des Einzelhandels zu einer stärkeren Fluktuation bei den innerstädtischen Parkflächen führen. Außerdem habe Marburg insgesamt nicht nur ein gutes Parkkonzept zu bieten, sondern mit beliebten Veranstaltungen wie den Weihnachtsmärkten auch ein stimmiges Gesamtangebot, das auch von vielen Besuchern von außerhalb wahrgenommen werde.

Dann ging es noch einmal konkret um die Verwendung der zusätzlichen Parkgroschen, die die Stadtkasse nach der Erhöhung vermutlich einnehmen wird. Dr. Horst Wiegand (SPD) regte an, dass diese in die Umrüstung der Parkscheinautomaten gesteckt werden sollten, so dass man künftig dort nur die Gebühren für die Zeit zahlt, in der man sein Auto an der Parkuhr abgestellt hat. Bisher werden die Gebühren pauschal pro halbe Stunde abgezogen. Zwar darf es keine Zweckbindung geben, aber der Oberbürgermeister sagte, dass die Parkscheinautomaten in den kommenden Jahren umgerüstet werden sollten.

Mehr Einigkeit als beim Thema Parkgebühren gab es in Sachen Fahrradparkplätze: Einstimmig kam ein Antrag von Andrea Suntheim-Pichler durch, in der mehr Fahrrad-Parkplätze in der Innenstadt gefordert werden. „Wir brauchen dringend mehr Platz für das Abstellen von Fahrrädern“, sagte die Antragstellerin. So würden beispielsweise vor dem Parkhaus am Pilgrimstein Räder oftmals rücksichtslos abgestellt. Das könne auch zur Gefährdung von Fußgängern beitragen - besonders in der „Blindenhauptstadt“ Marburg. Der Magistrat soll nun zusammen mit dem Radverkehrsbeirat ein Konzept erarbeiten, wo und in welchem Umfang die notwendigen Fahrrad-Abstellsysteme erarbeitet werden. Überall ist dies jedoch nicht möglich: So habe beispielsweise eine Begehung am Marktplatz ergeben, dass aufgrund von Einwänden der Stadtverwaltung, von Anwohnern, Cafébesitzern und Ladeninhabern kein zusätzlicher Raum für Radparkplätze da ist, sagte Bürgermeister Dr. Franz Kahle (CDU).

von Manfred Hitzeroth

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