Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
"Zu viel Verkehr in Ockershausen"

Ortsbeirat Ockershausen "Zu viel Verkehr in Ockershausen"

Der Verkehr in Ockershausen und der aktuelle Planungsstand eines Familien- und Nachbarschaftszentrums im Stadtwald beherrschten die Diskussion im Ortsbeirat.

Voriger Artikel
Vormärz, Sozialistengesetze, Godesberg
Nächster Artikel
Neubau von Heizwerk verzögert sich

Derzeit darf die Hohe Leuchte tagsüber in Bergaufrichtung wegen der Rotenberg-Sperrung nicht befahren werden. Danach wird die Einbahnstraßenregelung wieder aufgehoben werden – zum Leidwesen der Ockershäuser, die dort viel überregionalen Verkehr beobachten

Ockershausen. „Wir haben zu viel Verkehr in Ockershausen, das ist ein systemisches Problem“, sagte der stellvertretende Ortsvorsteher Sven-Olaf Krusch. Ortsvorsteher Matthias Simon berichtete, während der Stoßzeiten werde es eng in Ockershausen, zum einen wegen des Schulzentrums, zum anderen deshalb, weil überegionaler Verkehr aus Biedenkopf den Weg über die Hohe Leuchte nehme, um die kürzeste Strecke zur Stadtautobahn zu fahren.

Aber auch die Ockershäuser selbst verursachten natürlich den Verkehr. Und die werden mehr, denn der Sprengstoff- und Kunststoff-Vertrieb Hessen, kurz SKV, plane auf seinem Gelände zwischen Ockershäuser Allee und Leopold-Lucas-Straße 80 Wohneinheiten mit Tiefgaragen.

Simon betonte, dass ein Wachsen des Stadtteils gewünscht sei, dass man jedoch nach Möglichkeiten suchen müsse, wie der Verkehr besser fließen könne. Zudem sagte er: „Wir müssen auf den öffentlichen Nahverkehr setzen, da kann nur die Lösung sein, das Angebot deutlich zu verstärken“.

Daher beschloss der Ortsbeirat auch, zum wiederholten Male den Antrag auf einen zusätzlichen Bus der Linie 5 am Samstagmorgen zu stellen. „Wir sind ein bisschen verärgert, dass das nicht so schnell umsetzbar war, wie wir uns das gewünscht haben“, sagte Simon. So sei der Antrag bei der letzten Aktualisierung der Busfahrpläne noch nicht berücksichtigt worden.

Zudem beschloss der Ortsbeirat, einen Antrag auf die Überwachung der Feldwege am oberen Gladenbacher Weg, an der Hohen Leuchte und am Soldatengraben durch Ordnungspolizeibeamte zu stellen, da sich Fußgänger und Anlieger beschwert hatten, dass Autos die Wege befahren.

Drei Nutzergruppen für Nachbarschaftszentrum

Silvia Röschlein von der Stadtentwicklungsgesellschaft Marburg (SEG) berichtete vom aktuellen Stand der Planung des Familien- und Nachbarschaftszentrums in der Dietrich-Bonhoeffer-Straße 16-18 im Stadtwald. „Diese Planung gibt es schon seit mehr als zehn Jahren, sie ist immer wieder an den Möglichkeiten gescheitert“, ergänzte Ortsvorsteher Simon.

Doch nun läuft der Mietvertrag des Elisabethvereins, der das Haus für seine außerbetriebliche Ausbildung nutzt, Ende dieses Jahres aus. Die SEG hat die Aufgabe, ein Konzept zu entwickeln.

Dazu traf sie sich seit November viermal zu Workshops mit Institutionen, Vereinen und Vertretungen in Ockershausen, um Zielgruppen und Ziele zu ermitteln. „Es haben sich drei große Nutzergruppen herauskristallisiert, die Initiative für Kinder-, Jugend- und Gemeinwesenarbeit (IKJG), die Jugendkonflikthilfe (JUKO) und die evangelische Kirche“, sagte Röschlein. Sie erklärte, IKJG und Juko hätten momentan Platzprobleme, und die Kindertagesstätte, die von der Kirche in der Graf-von-Stauffenberg-Straße betrieben wird, sei sanierungsbedürftig. Die Kinderkrippengruppe der IKJG in der Freien Schule Marburg soll um eine zweite ergänzt werden und beide sollen schließlich zusammen mit den Kindergartengruppen unter einem Dach untergebracht werden. Damit würde der größte Teil des über 2000 Quadratmeter umfassenden Familien- und Nachbarschaftszentrums für die Unterbringung von 70 Kindern genutzt werden. Die IKJG würde Fläche für Büroräume und für ihre Gemeinwesenangebote bekommen und die JUKO mit ihrem Bistro „A Capella“, dessen Küche bisher zu klein ist, dorthin umziehen. Im Obergeschoss ist ein Saal von 100 Quadratmetern zur Nutzung durch verschiedene Gruppen geplant. Auch ein Büro für den Ortsvorsteher soll es in dem Zentrum geben.

Nun sollen auf Basis der Ergebnisse des letzten Treffens weitere Varianten erarbeitet werden, die dann den Nutzergruppen und Interessierten für Stellungnahmen unterbreitet werden. Der abschließende Bericht der SEG wird schließlich der Stadt vorgelegt.

von Freya Altmüller

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Marburg

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr