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Zoff um neue Sozialwohnungen

Erlenring Zoff um neue Sozialwohnungen

Am Montagabend kam es bei der Vorstellung der neuen Bebauungspläne am Erlenring durch die Gewobau zu heftigen Diskussionen.

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Reinhold Kulle (rechts) vom Stadtplanungsamt stand den Besuchern in der Jugendherberge Rede und Antwort.

Quelle: Melchior Bonacker

Marburg. Ursprünglich waren die Planungen der Stadt Marburg und der Gewobau, ab August 2017 am Erlenring im Stadtteil Weidenhausen drei neue Gebäude zu errichten. Diese sollen insgesamt 16 neue Sozialwohnungen bieten - von insgesamt 450, die bis 2020 noch gebaut werden müssen. Soweit das Wohnraumversorgungskonzept von 2015.

Doch der Baubeginn im kommenden Sommer scheint nach Montagabend undenkbar: Nicht nur ist der Streit um das Baurecht noch längst nicht entschieden - vielmehr tun sich nun Schwierigkeiten mit den Interessen der Bewohner und insbesondere der bestehenden Gewobau-Wohnungen am Erlenring auf.

Der Bau der neuen Sozialwohnungen, die je circa 94 Quadratmeter Wohnfläche netto umfassen und vier Personen beherbergen sollen, wurde zunächst überwiegend positiv aufgenommen. Jedoch sollen die drei neuen Gebäude in den Innenhöfen der bestehenden Wohnblöcke errichtet werden. Dies stieß bei den Bewohnern auf Widerstand: Der Charme der grünen Innenhöfe gehe verloren, beklagten sie. Auch seien die Fotos, die bisher veröffentlicht wurden, geschönt und würden die Innenhöfe weit größer darstellen, als sie tatsächlich seien.

Heftig diskutiert: Parkplatzknappheit

Das am heftigsten diskutierte Thema war jedoch die Parkplatzknappheit in Weidenhausen und der gesamten Marburger Innenstadt. Einerseits stehen in Marburg, wie Reinhold Kulle vom Stadtplanungsamt hervorhob, kaum noch bebaubare Flächen für Sozialwohnungen zur Verfügung. Andererseits fallen durch die Bebauungspläne höchstwahrscheinlich erneut Parkplätze weg.

Die geringe Zahl an Stellflächen bringt die Anwohner laut eigener Aussagen seit Jahren in Schwierigkeiten - selbst wenn man kein Auto besitzt, benötige man doch Parkmöglichkeiten für Besucher von außerhalb. Der Hinweis von Reinhold Kulle, er könne sich für Weidenhausen ein autofreies Konzept gut vorstellen, trug nicht zur Besänftigung der erbosten Anwohner bei. Diese erklärten, sie seien auf ihren fahrbaren Untersatz angewiesen und könnten nicht einfach in ihrem Recht auf einen Parkplatz beschnitten werden.

Den zuletzt genannten Vorwurf wiesen Oliver Hanneder und Matthias Knoche von der Gewobau vehement von sich. Das Recht auf einen Parkplatz bestehe weiterhin und dieses könne man auch durchsetzen.

Da die aufgeheizte Stimmung dank einiger Zwischenrufe eines wütenden Anwohners ins Unproduktive zu kippen drohte, beschloss man, das Thema zu vertagen und in einer öffentlichen Ortsbeiratssitzung auszudiskutieren. Ob, wo und wie die dringend benötigten Sozialwohnungen gebaut werden, steht also weiterhin in den Sternen.

von Melchior Bonacker

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