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Zoff um Zukunft des VfB-Platzes

Insolvenz Zoff um Zukunft des VfB-Platzes

Der Kauf des Sportplatzes vom VfB Marburg an der Gisselberger Straße durch die Stadt ist so gut wie fix. Über die Zukunft der Fläche ist jedoch eine neue Debatte entbrannt. Bleibt der Fußballplatz oder wird er zum Baugebiet?

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Fußballplatz eines Gruppenligisten oder Baugebiet für zentrumsnahe Wohnungen? Die Zukunft der Rasenfläche an der Gisselberger Straße wird derzeit debattiert, da die Stadt dem VfB Marburg rund 450 000 Euro Kaufpreis zahlt. Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. „Der VfB spielt in der unterklassigen Gruppenliga vor sich hin, trägt eine enorme Schuldenlast und wird trotz allen wirtschaftlichen wie sportlichen Misserfolgs nun zum wiederholten Male von der Stadt, vom Steuerzahler gestützt“, sagt Tanja Bauer-Wöhr (Linke). Der Verein genieße Aufmerksamkeit und Privilegien, welcher sich andere Klubs nicht sicher sein können.

„Eine geordnete Insolvenz, wie beim Ex-Profiverein wie SSV Ulm wäre die richtige Lösung“, sagt sie. Dieser hätte sich nach Abstiegen in die Untiefen des Amateurbereichs saniert und mittlerweile den sportlichen Erfolg zurückerlangt. In einem Antrag im Bauausschuss fordert die Linke, dass nach einem Kauf des Sportplatzes an der Gisselberger Straße Wohnungen gebaut werden können. „Das würde den Marburgern angesichts der Wohnungsnot mehr helfen“, sagt sie.

Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) gestand zu, dass eine geordnete Insolvenz ein praktikables Modell gewesen wäre. Im Falle einer solchen müsste die Stadt aufgrund von Bürgschaften nur 190 000 Euro zahlen - 260 000 Euro weniger als beim vereinbarten Kaufpreis von rund 450 000 Euro. „Der Fußballplatz muss bleiben“, sagte er. Für 15 Jahre soll das garantiert werden.

"Die ganze Gegen ist ein einheitliches Sportareal"

Die Folgen einer Ausweisung als Baugebiet seien nicht abschätzbar, warnte Vaupel: „Entstehen in dieser Lage Wohnungen, werden auf uns riesige sozialpolitische Probleme zukommen.“ In direkter Nachbarschaft stehe etwa das Obdachlosenheim. „Ich kann mir vorstellen, welche Debatten losgetreten werden, wenn Eigentümer und Mieter in die Wohnlage ziehen und sich gestört fühlen.“ Er warnte zudem davor, den VfB auf die Herrenmannschaften zu reduzieren. „Wir unternehmen diesen Schritt vor allem, um die Arbeit in der Jugendabteilung sicherzustellen. In diesem Bereich liegt der Wert des Vereins“. Und diese Sparte habe weder die Schulden eingebrockt, noch diese zu verantworten. Vernichte man den Fußballplatz, gebe es kaum noch Kapazitäten für Training und Spiele der Jugendteams.

Die Kunstrasenplätze von Blau-Gelb oder des BSF Richtsberg könnten den drohenden Ansturm nicht auffangen. Ähnlich argumentiert Hermann Heck (CDU): „Die ganze Gegend ist ein einheitliches Sportareal. Da gehören keine Wohnungen hin“, sagt er. Künftig seien alle Plätze in Stadtbesitz, der VfB „ein Verein wie jeder andere. Ohne Aussicht auf Sonderhilfen.“

Die 450 000 Euro wird die Stadt wohl im Laufe der zweiten Jahreshälfte auf das VfB-Konto überweisen, sollte die Stadtverordnetenversammlung kommenden Freitag die Vorlage des Magistrats so absegnen, wie der Bauausschuss das bereits tat. Für 15 Jahre fordert die Stadt zudem für Kabinen und Duschen keine Miete vom Verein.

Mit Geld gestützt habe die Stadt den Verein bisher nie, entgegnete Vaupel. „Und retten werden wir ihn auch mit der Summe nicht, die Schulden sind viel höher. Wir schaffen nur die Grundlage, damit der Klub eine letzte Patrone hat“.

von Björn Wisker

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