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Zimmer haben exklusiven Schlossblick

Studentenwerk Zimmer haben exklusiven Schlossblick

Das komplett sanierte Studentenwohnheim in der Ritterstraße ist jetzt bezugsfertig: An diesem Wochenende ziehen die ersten Studierenden ein.

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Im sanierten Wohnheim (Bild oben) sind in einigen Zimmern noch alte Deckenbalken.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Mitten in der Oberstadt zwischen Schloss und Rathaus hat das Studentenwohnheim in der Ritterstraße eine herausgehobene Lage. Im Jahr 2009 musste das Wohnheim des Marburger Studentenwerks in der Ritterstraße kurzfristig wegen Wasserschäden geschlossen werden. Die 16 studentischen Ehepaare waren damals gezwungen, auszuziehen. „Die Wasserschäden waren viel massiver als erwartet. Unterhalb der ehemaligen Bäder waren die Deckenbalken sowie Schwellen und Rahmen, also die tragende Fachwerkkonstruktion, stark durchfault“, berichtet Reinhold Rauch. Er betreute die vor einem Jahr begonnenen umfangreichen Sanierungsarbeiten für das Studentenwerk.

Panoramaausblick auf die Stadt

Insgesamt 19 Baufirmen und Gewerke waren daran beteiligt. Unter anderem kam auf die Zimmerleute viel Arbeit zu. So wurden auf der Baustelle 10 Kubikmeter Eichenholz verbaut. 23 Tonnen Altholz wurden entsorgt, inklusive des alten Dachstuhls, der komplett entsorgt wurde.

Jetzt ist das Gebäude aus dem 16. Jahrhundert unterhalb des Marburger Schlosses und in unmittelbarer Nähe der Lutherischen Pfarrkirche innen und außen modernisiert worden. In dem unter Denkmalschutz stehenden Haus wurden teilweise alte Deckenbalken freigelegt, und die Fenster und Türen wurden der historischen Fassade angepasst. „Wir sind stolz darauf, was dabei herausgekommen ist: Ein Haus mit viel Atmosphäre, das sich seinen ursprünglichen Charakter bewahrt hat und doch modernste Haustechnik und zeitgemäßen Wohnkomfort bietet“, sagte Dr. Uwe Grebe, der Geschäftsführer des Studentenwerks. Entstanden sind jetzt 34 studentische Einzelzimmer mit Aussicht. Und dass diese Aussicht von allen Zimmern aus imposant ist, davon konnten sich gestern geladene Gäste der offiziellen Einweihung überzeugen. Auf der einen Seite sehen die künftigen Bewohner unverstellt die Fassade des Landgrafenschlosses. Auf der anderen Seite bietet sich eine eindrucksvolle Panoramaansicht der Stadt.

Alle Wohnungen bereits vergeben

Zu den Sanierungskosten von 1,7 Millionen Euro steuerte die Stadt Marburg einen Anteil von 340000 Euro bei. Dieses Geld stammt aus dem Sonderprogramm der Stadt für die Finanzierung von günstigem studentischen Wohnungsraum in der Marburger Innenstadt. „Ich bin froh, dass es mit Hilfe der Stadt Marburg geschafft wurde, dass das historische Gebäude in so kurzer Zeit saniert wurde“, sagte Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD). Beeindruckt von der Sanierung zeigte sich auch Stadtplanungs-Chef Reinhold Kulle, der am Rande anmerkte, dass auf die Häuser in der Oberstadt nach der Oberstadt-Sanierung in den 70er Jahren eine neue Sanierungswelle zukomme. Dabei gehe es besonders um die bessere Energieeffizienz der Häuser.

„Ohne die finanzielle Unterstützung der Stadt Marburg hätten wir dieses Projekt nicht stemmen können - jedenfalls nicht zu sozial verträglichen Preisen“, sagte Grebe. Die Wohnungen sind bereits komplett vergeben, erläuterte Hans-Peter Hardt, der Leiter der Wohnungsabteilung beim Studentenwerk. Bereits an diesem Wochenende ziehen die ersten Bewohner ein. Sie können sich unter anderem auf eine moderne Gemeinschaftsküche und individuell gestaltete Zimmer mit einer Größe zwischen 11 und 19 Quadratmetern freuen. Die acht neuen Sanitärräume mit Duschen und Toiletten sind aufgrund der Erfahrungen mit den Wasserschäden von der Außenwand entkoppelt und mit speziellen Feuchtigkeitssensoren ausgestattet. Sie sollen jeweils rechtzeitig signalisieren, wenn Feuchtigkeit in den Zwischenraum zur Außenwand gerät.

von Manfred Hitzeroth

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