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Ziel: Eine Schule an zwei Standorten

Fusion Ziel: Eine Schule an zwei Standorten

Die Verschmelzung der Theodor-Heuss-Schule und der Friedrich-Ebert-Schule schreitet voran. Im neuen Schuljahr soll ein stellvertretender Schulleiter für beide Schulen seine Arbeit aufnehmen.

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Aus ihnen soll eine „Verbundschule“ werden, also eine Schule mit gemeinsamer Organisation, aber zwei Standorten: Theodor-Heuss-Schule (links) und Friedrich-Ebert-Schule.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Im Frühjahr hatte das Marburger Stadtparlament beschlossen, beide Schulen organisatorisch zu einer „Verbundschule“ zusammenzuführen. Seit dem Beginn des Schuljahrs 2012/2013 wird die Jahrgangsstufe 5 gemeinsam am Standort Willy-Mock-Straße, an der bisherigen Theodor-Heuss-Schule, unterrichtet, im kommenden Schuljahr sollen auch die neuen Fünftklässler dort unterrichtet werden.

Im Gegenzug sollen die Neunt- und Zehntklässler der Verbundschule im kommenden Schuljahr am Standort Uferstraße, der Friedrich-Ebert-Schule, unterrichtet werden, bestätigte Bernhard Drude, stellvertretender Leiter des Staatlichen Schulamts, im Gespräch mit der OP.

In zweieinhalb Jahren soll der Verschmelzungsprozess abgeschlossen sein. Dann werden alle Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 10 gemeinsam in der Verbundschule unterrichtet - „eine Schule an zwei Standorten“, so nennt es Drude.

Bis dahin wird es auch einen gemeinsamen Namen für die neue Schule geben. Auf dem Weg zu einer gemeinsamen Schulleitung machen die Theodor-Heuss-Schule und die Friedrich-Ebert-Schule spätestens zu Beginn des neuen Schuljahres einen Schritt voran: Das Staatliche Schulamt schreibt die Stelle eines stellvertretenden Schulleiters für beide Schulen aus. Im nächsten Schritt wird es dann einen gemeinsamen Schulleiter geben. Wer das werden wird, steht noch nicht fest, wie Drude mitteilte.

Gemeinsames Lernen und frühe Berufsorientierung

Seit diesem Schuljahr sind Theodor-Heuss-Schule (THS) und Friedrich-Ebert-Schule (FES) also Mittelstufenschule. Das ist die Fortsetzung eines Schulversuchs an beiden Schulen, der das gemeinsame Lernen bis Klasse 8 in den Mittelpunkt stellte. Einige Eltern sahen deswegen die Einrichtung der Mittelstufenschule kritisch. THS-Schulleiter Tom Hesse meint aber, es habe wenig Zweck, sich zu lange mit der Vergangenheit aufzuhalten. Positiv sei, dass das gemeinsame Lernen bis Klasse 7 jetzt in der Mittelstufenschule gesetzlich verankert sei.

Im Erlass des Kultusministeriums ist von der „Aufbaustufe“ der Klassen 5 bis 7 die Rede. In diesen Jahrgangsstufen findet der Unterricht gemeinsam statt. In der Jahrgangsstufe 7 kommen „berufsorientierende Elemente“ hinzu.

Differenziert wird dann ab Klasse 8: in einen praxisorientierten Bildungsgang und einen mittleren Bildungsgang. In beiden Bildungsgängen sind die Schüler jeweils mindestens einen Tag an der Berufsschule, um unterschiedliche Berufsfelder kennenzulernen.

Acht Wochenstunden sind hierfür vorgesehen, und die ersten Erfahrungen sind durchweg positiv: Schüler fühlen sich ernst genommen, wie die „Großen“, wenn sie in der Berufsschule zum Unterricht gehen, sagt Hesse. Curricula entstehen derzeit für die Berufsfelder Wirtschaft, Technik und Gesundheit/Soziales, berichtet Drude. Hesse ergänzt, dass die Erfahrungen in Marburg eine gewisse Signalwirkung für Hessen haben, weil THS und FES wegen der Schulversuche anders als andere Verbundschulen schon jetzt bis zur Klasse 8 Mittelstufenschule sind - und damit in Hessen ganz vorne.

Entscheidend ist für Bernhard Drude, die landesweit hohen Schulabbrecherquoten (etwa 20 Prozent) mit den Mitteln der Mittelstufenschule zu reduzieren. „Sie eröffnet die Möglichkeit einer neuen Qualität von Anschlussfähigkeit in die berufliche oder die gymnasiale Bildung.“

von Till Conrad

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