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Zentrum mit starker Patientenbindung

Epilepsie Zentrum mit starker Patientenbindung

Das Epilepsie-Zentrum am Marburger Uni-Klinikum arbeitet auch nach dem Weggang von Professor Felix Rosenow nach Frankfurt weiter.

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Die Neurologie-Professoren (von links) Susanne Knake, Bernd-Axel Neubauer, Richard Dodel und Dr. Gerald Weiss (Kaufmännischer Geschäftsführer UKGM) und Chirurg Professor Christoph Nimsky bei der Pressekonferenz zum Epilepsiezentrum.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Wechsel an der Spitze, aber es geht weiter: Diese Botschaft in Bezug auf das Epilepsiezentrum am Marburger Uni-Klinikum verkündeten übereinstimmend Dr. Gerald Weiss, Kaufmännischer Geschäftsführer des Uni-Klinikums Marburg, sowie Professor Richard Dodel, kommissarischer Leiter der Neurologischen Uni-Klinik, bei einer Pressekonferenz.

Professorin Susanne Knake leitet seit einigen Wochen das Epilepsiezentrum (die OP berichtete). Dabei verhehlte Dodel nicht, dass die Ankündigung des Weggangs des bisherigen Leiters, Professor Felix Rosenow, nach Frankfurt im Dezember zunächst durchaus für einen „Angstfaktor“ in Marburg gesorgt habe. In intensiven Gesprächen mit der Geschäftsführung des Uni-Klinikums sei dann aber eine sinnvolle und gangbare Lösung gefunden.  

Dabei sei dann klar geworden, dass das Epilepsie-Zentrum in Marburg weitergeführt werden und das Therapie- und Diagnose-Angebot für die Patienten am Standort nicht reduziert werden sollte. Danach seien dann die Verhandlungen mit Mitarbeitern aufgenommen worden, auch denen, die bereits mit Rosenow nach Frankfurt hätten abwandern wollen.  „Wir wollen das Epilepsiezentrum auf einem stabil hohem Niveau weiterführen“, betonte Weiss. Für die Geschäftsführung spielten dabei nicht nur wirtschaftliche Gesichtspunkte eine Rolle. Vielmehr sei klar, dass hier ein etabliertes Behandlungszentrum sei, zu dem es eine starke Patientenbindung gebe. Wichtig, dass für die Aufgaben in diesem Zentrum speziell geschulte Mitarbeiter benötigt würden. Dieses wolle man nicht leichtfertig gefährden.

2500 ambulante Patienten und rund 200 stationäre Patienten gibt es im Marburger Epilepsie-Zentrum pro Jahr, betonte Professorin Susanne Knake, die neue Zentrumsleiterin. Besonders verbessert werden solle in Zukunft die ambulante Betreuung von Patienten nach ihrem ersten Anfall.

Spektrum der Epilepsien und Anfälle ist breit

Auch die enge Zusammenarbeit mit  dem Kinder-Epilepsiezentrum am Uni-Klinikum Gießen solle weitergeführt werden. „Epilepsie-Symptome sind bei Kindern grundlegend anders als bei Erwachsenen“, erklärte Professor Bernd-Axel Neubauer (Gießen). Bei diesen jungen Patienten sei eine auf sie zugeschnittene erfolgreiche Therapie besonders wichtig, um die weitere Entwicklung des Gehirns nicht zu   hemmen.

An Epilepsie sind 0,5 bis 1 Prozent der Bevölkerung erkrankt. Epilepsie ist somit eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. 10 Prozent der Bevölkerung erleidet einmal in ihrem Leben einen einmaligen epileptischen Anfall, ohne dass allerdings die Diagnose einer Epilepsie gestellt werden muss.

Das Spektrum der Epilepsien und Anfälle ist breit. Eine gründliche Diagnostik und Ursachenabklärung sowie eine individuell auf den Patienten zugeschnittene Therapie sind wichtig bei der Behandlung dieser chronischen Erkrankung. Eine intensive Beratung zur Fahreignung, Arbeitsplatzgestaltung sowie zur Familienplanung sind eine wichtige Säule in der Beratung von Patienten mit Epilepsien.

Einen weiteren Schwerpunkt stellt die am Uni-Klinikum Marburg angesiedelte Epilepsie­beratungsstelle dar. Die Aufgaben umfassen Beratung bei persönlichen Problemen, Hilfe bei der Berufswahl, bei erkrankungsbedingten Konflikten am Arbeitsplatz und der Integration in das Erwerbsleben und die Unterstützung bei sozialrechtlichen Angelegenheiten.

von Manfred Hitzeroth

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