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Zentraler Pflegestützpunkt soll in Marburg entstehen

Sozialausschuss Zentraler Pflegestützpunkt soll in Marburg entstehen

Der Sozialausschuss des Kreistags diskutierte am Donnerstag über den Aufbau eines zentralen Pflegestützpunktes für den Landkreis und unterstützte die Pläne des Kreisausschusses.

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In einem Seniorenzentrum kümmert sich eine Betreuerin um eine demenzkranke Frau, die im Bett liegt. Bei der Suche nach passenden Angeboten für die Pflege von älteren und bedürftigen Menschen soll im Landkreis künftig ein Pflegestützpunkt helfen. Archivfoto

Marburg . Der Landkreis wird wohl noch in diesem Jahr gemeinsam mit den Landesverbänden der Pflegekassen einen Pflegestützpunkt in Marburg einrichten. Über einen entsprechenden Beschlussvorschlag des Kreisausschusses stimmt der Kreistag in seiner Sitzung am Freitag, 3. Juli, ab.
Die Mitglieder des Sozialauschusses sprachen sich bereits am Donnerstag für den Aufbau einer solchen Beratungssstelle aus, die in einem Beratungszentrum angesiedelt werden soll. Für den Stützpunkt ist eine Personalausstattung von maximal zwei Vollzeitstellen vorgesehen. Die Kosten tragen Kreis und Pflegekassen zu gleichen Teilen. Der Landkreis veranschlagt für seinen Anteil 80 000 Euro im Jahr. Der Bund richtete 2008 während einer Modellphase für die Zeit von sechs Monaten Pflegestützpunkte ein – mit dem Ziel, Dienstleistungen für Menschen zu erbringen, die aufgrund von Krankheit, Behinderungen oder Pflegebedürftigkeit Hilfe brauchen. Einer der deutschlandweit 16 Modellstandorte war Gladenbach.
Entsprechend des Pflege-Weiterentwicklungsgesetzes beauftragte der Bund schließlich die Kranken- und Pflegekassen, feste Pflegestützpunkte mit kommunaler Beteiligung aufzubauen.
Das soll nun auch im Landkreis geschehen, obwohl die Pflegekassen die Stützpunkte für unnötig hielten, wie Sozialdezernent Dr. Karsten McGovern (Grüne) gestern im Sozialausschuss berichtete. „Sie sehen darin den Aufbau von noch mehr Bürokratie.“ Der Kreisausschuss hingegen halte die Pflegestützpunkte für wichtig. Der Landkreis wolle sich deshalb auch beteiligen. „Wir haben viele gute niederschwellige Angebote, aber in der Beratung sind wir noch rückständig“, erklärte McGovern.
Die Beratung „aus einer Hand“, wie die Pflegestützpunkte sie bieten sollen, sei „sinnvoller als das Rennen von Pontius zu Pilatus“, sagte Ausschussvorsitzende Angelika Aschenbrenner (FDP).
Aus McGoverns Sicht wäre mehr als nur ein Pflegestützpunkt für den gesamten Landkreis wünschenswert, „wir bekommen jedoch kein Geld vom Land und zu mehr sind die Pflegekassen nicht bereit“. Deshalb solle die Beratungsstelle eine aufsuchende Arbeit leisten und die Hilfebedürftigen auch zu Hause mit Rat und Weitervermittlung unterstützen.
Im Konzept für den Pflegestützpunkt ist die Einbindung von Ehrenamt und Selbsthilfe vorgesehen – in Form von Kooperationsvereinbarungen mit Selbsthilfegruppen wie Alzheimer Gesellschaft und Hospiznetz.
Das kritisierte Linken-Vertreterin Anna Hofmann. Die Einbindung Ehrenamtlicher könne einen ersten Schritt in Richtung des Abbaus von Fachpersonal bedeuten, befürchtet sie.
Marian Zachow (CDU) hingegen erwartet von dem Pflegestützpunkt, dass er sich als „Katalysator“ bewährt, der die innovativen Pflegeangebote im Landkreis nach vorn bringt.
von Carina Becker

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