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"Zeitpunktbezogene Momentaufnahme"

OP-Wahlprogonose "Zeitpunktbezogene Momentaufnahme"

Dr. Steffen Ehrmann, der Projektleiter für die Durchführung und Auswertung der OP-Wahlumfrage, nimmt Stellung zu oft gestellten Fragen.

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Marburg. Im Gespräch mit der OP-Redaktion erläutert Dr. Ehrmann, warum die Umfrage, die die ZVG vom 18. bis 25. Mai im Auftrag der OP durchgeführt hat, eine hohe Aussagekraft hat. Dr. Ehrmann ist Vertriebs- und Marketingleiter der Oberhessischen Presse, hat zuvor als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Marketing und Handel der Universität Duisburg-Essen gearbeitet und war dort an zahlreichen empirischen Untersuchungen und Befragungen sowie ihrer Auswertung federführend beteiligt.

OP: Wie präzise erfüllt die OP-Befragung die wissenschaftlichen Anforderungen an eine repräsentative Befragung?
  Ehrmann: Der Untersuchungsaufbau zielt darauf ab, ein möglichst genaues Meinungsbild aller wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger zu zeichnen. Damit das gelingt, wurde bei der Auswahl der Befragten, die weitestgehend zufällig erfolgte, darauf geachtet, dass die Stichprobe in ihrer Struktur hinsichtlich der Merkmale Alter, Geschlecht und Stadtbezirk der Struktur der Marburger Bevölkerung entspricht, also dass sie die reale Verteilung der Wahlberechtigten über diese Merkmale widerspiegelt. Dies ist auch sehr gut gelungen. Auch die vergleichsweise große Anzahl der befragten Personen spricht für die Aussagekraft unserer Befragung.
 

OP: Wie zuverlässig sind die von der OP erstellten Prognosen?
Ehrmann: Es liegt in der Natur der empirischen Sozialforschung begründet, dass man immer gewisse Unschärfen hinnehmen muss, wenn man nur einen Teil der Bevölkerung befragen kann oder man sich einer bestimmten Befragungsmethodik bedient. Dennoch wurde
in unserer Befragung durch den eben beschriebenen Untersuchungsaufbau gewährleistet, dass ein möglichst genaues Meinungsbild entsteht.
 

OP: Welche Rolle spielt der zeitliche Abstand der Befragung zum ersten Wahlgang?
Ehrmann: Die Ergebnisse von solcherlei Befragungen sind immer als zeitpunktbezogene Momentaufnahme zu verstehen und vor dem Hintergrund der zum Untersuchungszeitpunkt aktuellen Geschehnisse und Gemengelage zu interpretieren. Das heißt natürlich auch, dass – neben den Unschärfen, die wir durch die Stichprobenziehung und die Wahl der Befragungsmethodik usw. erhalten – manche befragte Person sich bis zum tatsächlichen Wahltag evtl. noch einmal umentscheidet. Damit sind kurzfristige Verschiebungen der Ergebnisse natürlich möglich. Das kann auch durch äußere Einflüsse passieren. Man denke nur an den Zusammenhang zwischen dem Wahlerfolg der Grünen bei der letzten Landtagswahl in Baden-Württemberg, aber auch bei der Kommunalwahl 2011 in Marburg und Umgebung, den niemand so vorhergesagt hätte – und dem Unglück von Fukushima.  Auch sehen wir in den Ergebnissen unserer Befragung, dass viele Leute zur Wahl gehen wollen, aber noch unentschlossen sind, wen sie wählen. Das ist natürlich ebenfalls ein Indiz dafür, dass hier noch längst nicht alles entschieden ist und die Amtsanwärter sich durch ihr Handeln und ihre Meinung bezüglich der zentralen Themen in der Stadt weiter positionieren können.

von Till Conrad

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