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Zeit für einen Wechsel

Sevice Zeit für einen Wechsel

Das Blattwerk fällt, draußen wird es kalt. In der Kombination bilden diese beiden Herbstphänomene eine gesteigerte Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer. Deswegen sollten Autos nun schon winterfest gemacht werden.

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Gerade das gefallene Blattwerk kann im Herbst zur Gefahr für Autos werden, wenn diese darauf ins Rutschen geraten.Archivfoto

Marburg. „Ach, so lang noch kein Schnee liegt und es noch nicht friert, brauche ich auch noch keine Winterreifen“ – wer so denkt, riskiert nicht nur einen Unfall, sondern auch eine saftige Geldstrafe, erklärt der Ralf Funke, Obermeister der Innung des Kraftfahrzeuggewerbes Marburg. „Alles unter sieben Grad birgt erhebliche

Gefahren für die Autofahrer“, sagt Funke. Denn im Gegensatz zu den Sommerreifen, sei das Gummi der Winterreifen viel weicher. „Bei Schnee werden so die einzelnen Brocken besser aus dem Profil geschleudert und der Reifen hat auf nasser Fahrbahn eine viel bessere Haftung“, erklärt Funke und schließt eine Warnung gleich mit an: „Im Moment geht es vielleicht noch aber ruckzuck ist der erste Schnee gefallen“.

Und wenn ich einfach das ganze Jahr über mit Winterreifen fahre? Dann brauche ich gar nicht erst zu wechseln, oder? Hier warnt der Experte und geht nochmals auf die unterschiedliche Zusammensetzung der verschiedenen Reifen ein. Ein Winterreifen fahre sich im Sommer eben durch das weichere Gummi viel schneller ab. Bei einer hohen Laufleistung könne dies schon innerhalb einer Saison geschehen.

Kritisch beurteilt der Kirchhainer auch die sogenannten Allwetterreifen. „Es gibt einfach keinen Reifen, der bei allen Temperaturen gut ist “, meint Funke. Diese Art der Bereifung sei höchstens für Menschen sinnvoll, die jährlich nicht mehr als 5000 bis 6000 Kilometer fahren und das Auto bei Schnee und Eis generell in der Garage stehen lassen. In jedem Fall sollten neue Reifen angeschafft werden, wenn die Profiltiefe 3,5 Millimeter unterschreitet (bei Sommerreifen 1,7 Millimeter), rät Funke seinen Kunden.

Wer mit den „falschen“ Reifen unterwegs ist, riskiert ein Bußgeld, erklärt Funke: In Deutschland besteht seit 2010 eine Winterreifenpflicht bei winterlichen Straßenverhältnissen (Eis, Glätte und Schneematsch).

Als Fachmann rät Funke, die Endmontage bei einer KFZ-Werkstatt durchführen zu lassen, da dort zum Beispiel auch ein Blick auf die Bremsen geworfen wird. Auch Lichttest und Probefahrt seien in seinem Autohaus obligatorisch. Wer den Wechsel dennoch selbst bewerkstelligen möchte, findet im Hintergrundkasten auf dieser Seite ein paar nützliche Tipps.

von Dennis Siepmann

So wechseln Sie ihre Reifen selbst

Diese Schritte sind bei der Eigenmontage zu beachten:

  • Das Auto sollte auf einem festen Untergrund stehen.
  • Verkeilen Sie Ihr Fahrzeug gegen wegrollen, haben Sie keinen Keil zur Verfügung, schieben Sie Ihre noch nicht montierten Räder unter die Räder des Fahrzeugs.
  • Bevor Sie das Fahrzeug anheben, lösen Sie die Schrauben des zum Wechsel bevorstehenden Rades.
  • Den Wagenheber gerade unter das Auto setzen. Die hierfür vorgesehenen Anhebepunkte verwenden. Kurbeln Sie solange, bis sich das Rad knapp über dem Boden befindet, eine Daumenbreite genügt.
  • Die schon angelösten Schrauben herausdrehen und das Rad abnehmen.
  • Nun kann das Rad auf die Radnabe gehoben werden.
  • Nachdem das Rad aufgesetzt wurde, müssen die Radschrauben über Kreuz festgezogen werden. Hierbei nicht zu viel Kraft einsetzen: es besteht die Gefahr, dass das Auto vom Wagenheber fällt.
  • Wenn der Wagenheber heruntergelassen ist, werden die Schrauben fest angezogen. Zum Festziehen wird der Drehmomentschlüssel verwendet. Mit wie viel Newtonmeter die Räder angezogen werden müssen, steht im Handbuch des Fahrzeugs. Wenn darin keine Angaben zu finden sind, stellen Sie Ihren Drehmomentschlüssel bei Stahlfelgen auf 120 Newtonmeter und bei Alufelgen auf 115 Newtonmeter ein.
  • Nach etwa 50 bis 100 Kilometer sollten die Radschrauben dann nachgezogen werden.
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