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Zeichen für Menschenwürde

Demonstration Zeichen für Menschenwürde

„Bleiberecht für alle! - Schluss mit der rassistischen Hetze!“ - unter diesem Motto haben etwa 70 Menschen auf dem Elisabeth-Blochmann-Platz gegen die Asylpolitik der Regierung demonstriert.

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Etwa 70 Demonstranten setzen sich in Marburg für die Rechte von Flüchtlingen ein. Foto: Krause

Marburg. Zu der Kundgebung hatten die Organisationen „Alle bleiben“ (setzt sich gegen die Abschiebung von Roma ein) sowie „Jugendliche ohne Grenzen“ (Junge Flüchtlinge, die für ihr Bleiberecht kämpfen) aufgerufen. Wie Mitorganisatorin Laura Kahlbaum-Avci vom hessischen Flüchtlingsrat berichtet, haben sich Menschen in elf deutschen Städten an dieser Aktion beteiligt und einen menschenwürdigen Umgang mit Flüchtlingen eingefordert. Anlass sei die Innenministerkonferenz, die sich mit den Themen Asyl und Flüchtlinge beschäftige.

Durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu den menschenunwürdigen Leistungen für Asylbewerber und den steigenden Zahlen von Flüchtlingen, die auch im Landkreis Marburg-Biedenkopf zu spüren sei, sei die Debatte um Asylmissbrauch wieder in Bewegung geraten. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich habe diesen Begriff im Zusammenhang mit asylsuchenden Roma aus Serbien und Montenegro ins Spiel gebracht, so Kahlbaum-Avci.

Er behaupte, es gebe keine Gründe, diese Länder zu verlassen. Die Menschen kämen nur aus finanziellem Interesse nach Deutschland. Aber das sei falsch, sagt Kahlbaum-Avci und spricht von massiven Diskriminierungen in der Heimat der Flüchtlinge. So würden sie vom Gesundheitswesen, von Ausbildung und Schule ausgeschlossen, „und somit von allem, was ein menschenwürdiges Leben ausmacht“. Oftmals würden sie auch in ghettoartigen Siedlungen wohnen müssen.

Die Demonstranten sprachen sich zudem für ein Bleiberecht für geduldete Flüchtlinge ein. Etwa 85 000 lebten schon mehr als sechs Jahren in Deutschland, viele sogar in zweiter Generation. Trotzdem drohe ständig die Abschiebung, denn, so Kahlbaum-Avci, Duldung sei kein Titel zum Aufenthalt. Durch diese Unsicherheit hätten die Menschen keine Möglichkeit, beispielsweise für ihre Zukunft eine Ausbildung zu beginnen oder sich hier zu integrieren. Und genau deshalb müssten diese Menschen ein Bleiberecht erhalten, so die Forderung.

von Heiko Krause

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