Diese „Stolpersteine“ erinnern an das jüdische Ehepaar Julius und Martha Fürst, das 1938 seine Wohnung in der Rosenstraße verlassen musste. Am 6. September wurden sie nach Theresienstadt deportiert und später in Auschwitz ermordet.
Marburg. Initiiert wird die Aktion von der „Arbeitsgruppe Stolpersteine“ der Marburger Geschichtswerkstatt.
Wie Barbara Wagner betonte, versuche die Gruppe immer auch junge Menschen einzubinden. Diesmal hatte sich der Leistungskurs Geschichte von Lehrer Michael Heiny vom Gymnasium Philippinum sowie die Fachschaft Geschichte der Universität beteiligt.
Der Schwerpunkt Nordviertel sei gewählt worden, weil dort gerade große Umgestaltungen vorgenommen werden – da sei es passend, an die ehemaligen Mitbürger zu erinnern. Besonders schön sei es, dass die Stadt die Stolpersteinaktion unterstütze.
So sorgte ein Mitarbeiter des Dienstleistungsbetriebes dafür, dass Demning die Steine in den Bürgersteig setzten konnte. Zwei davon erinnern in der Rosenstraße an das jüdische Ehepaar Julius und Martha Fürst. An dem Ort, an dem ihr Wohnhaus in der damaligen Oberen Rosenstraße 2 gestanden hat, ist heute der Parkplatz eines Supermarktes.
Wie der Schüler Paul Weinrebe berichtete, hatten die beiden das Haus 1914 verkauft und lebten als Mieter darin. 1938 seien sie dann gegen geltendes Recht vom Amtsgericht zum Auszug gezwungen worden, weil es für den Vermieter „unerträglich ist, als Mitglied der NSDAP mit Juden länger in einem Haus zu wohnen“, wie es in der Klageschrift hieß.
Sie mussten in das „Ghettohaus“ in der Schwanallee ziehen. Am 6. September wurden sie nach Theresienstadt deportiert und später in Auschwitz ermordet.
von Heiko Krause
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