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Zahnmediziner bleiben doch

Studentenprotest Zahnmediziner bleiben doch

Im Sommer haben Studenten mit einer ungewöhnlichen Aktion dafür demonstriert, dass ihre Professoren Heike Korbmacher-Steiner und Roland Frankenberger der Zahnmedizin in Marburg erhalten bleiben.

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Dr. Gunther K. Weiß (rechts) und Professor Helmut Schäfer (hinten) freuen sich, dass die Professoren Heike Korbmacher-Steiner und Roland Frankenberger ihren Verbleib an der Marburger Zahnklinik zugesagt haben.

Quelle: Heiko Krause

Marburg. Jetzt haben die beiden dem Ruf anderer renommierter Universitäten widerstanden und ihr Verbleiben in der Universitätsstadt zugesagt.

„Es ist ein sehr guter Tag für Marburg und ein wegweisender Tag für die Medizin in der Universitätsstadt“, sagte Medi­zindekan Professor Helmut Schäfer am Freitagmittag bei der Bekanntgabe der Entscheidung. Frankenberger, der Direktor der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, hatte ein Angebot der Universität in Frankfurt am Main, seine Stellvertreterin Korbmacher-Steiner wurde von der Aachener Hochschule umworben.

Als Korbmacher-Steiner ihm Ende September ihr Bleiben zugesichert hatte, habe er sich bereits sehr gefreut, sagte Schäfer. Noch größer sei natürlich die Freude gewesen, als am 20. Oktober Frankenberger nachgezogen habe. „Als das Paket komplett war, habe ich in meinem Amtszimmer einen spontanen Freudentanz aufgeführt“, gestand der Dekan. Dass sich die beiden Zahnmediziner im bundesweiten Wettbewerb für Marburg entschieden hätten und der Uni die Treue hielten, zeige, dass der Standort offensichtlich attraktiv sei. Das solle auch in der Zukunft so bleiben, denn sie könnten weiter Impulse geben. „Die Studierenden sind für sie auf die Straße gegangen“, so Schäfer, was verdeutliche, dass beide auch als Lehrende einen hervorragenden Ruf hätten.

„Das hat uns sehr beeindruckt“, sagte Frankenberger dazu. Es sei letztendlich das „Tüpfelchen auf dem i“ gewesen, in Marburg zu bleiben. Aber auch vonseiten des Fachbereichs und des Universitätsklinikums „ist uns eine Wertschätzung entgegengebracht worden, der wir uns nicht verschließen konnten“. Als „Herz- und Bauchentscheidung“ bezeichnete Korbmacher-Steiner ihr Ja zu Marburg. Er und seine Kollegin seien seit etwa fünf Jahren in Marburg und hätten in dieser Zeit viele wichtige Dinge bewegt, so Frankenberger.

Lobende Worte fand auch der Kaufmännische Geschäftsführer am Standort Marburg des Universitätsklinikums Gießen und Marburg (UKGM), Dr. Gunther K. Weiß.

Die Loyalität der beiden Professoren sei ein wichtiges Zeichen für den Standort Marburg in der Zahnmedizin.

Geschäftsführer hofft auf Neubau einer Zahnklinik

Alle Beteiligten hätten sich zusammengetan, ein neues Konzept zu erstellen, das in den kommenden Jahren weiterentwickelt werde. „Wir wollen nicht, dass ein Wissenschaftsrat uns sagen muss, dass wir eine Zahnmedizin wollen“, so Weiß. „Deshalb reagieren wir nicht, sondern agieren“, sagte Korbmacher-Steiner dazu. Das alles geschehe durchaus mit Augenmaß, gleichwohl, so Weiß, erhofften sich Fachbereich wie Universitätsklinikum Unterstützung durch die Landesregierung, damit sowohl in baulicher Hinsicht wie in den betrieblichen Bedingungen in Marburg deutliche Verbesserungen erreicht werden könnten. Mittelfristig, so betonte der Geschäftsführer abschließend, hoffe er auf den Neubau einer Zahnklinik.

Wie Schäfer hinzufügte, gebe es bereits eine sehr gute Kooperation mit der Klinik in Gießen. Und diese solle selbstverständlich fortgeführt werden.

von Heiko Krause

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