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Zahlreiche Hilfsangebote aus der Bevölkerung

Flüchtlingsunterbringung in Cappel Zahlreiche Hilfsangebote aus der Bevölkerung

Für die Betreuung der Flüchtlinge, die ab Montag aus der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen nach Marburg kommen, gibt es keine Erfahrungswerte.

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Die Aufbauarbeiten für das Flüchtlingscamp in Cappel waren am Sonntag noch in vollem Gange.

Quelle: Till Conrad

Marburg. „Wir sind ein lernendes System“, sagte Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) am Sonntag zur Frage, wie die Flüchtlinge in Marburg betreut werden sollen.

Fest steht aber, dass die Stadt Marburg mehr tun will als vom Regierungspräsidium erwartet wird: von der Sozialbetreuung über niederschwelligen Sprachunterricht bis zur medizinischen Versorgung. Eine Anlaufstelle wird in unmittelbarer Nachbarschaft „Im Rudert“ eingerichtet. Hier sollen auch die zahlreichen Hilfsangebote koordiniert werden, die aus der Bevölkerung seit Bekanntwerden der Unterbringungspläne bei der Stadt angekommen sind.

250 Menschen kommen am Montagnachmittag

Das Flüchtlingscamp ist komplett umzäunt, die Flüchtlinge können aber jederzeit kommen und gehen, berichtete Vaupel. Er ist vor allem „unglücklich“ darüber, dass eine als Sportfläche taugliche große Wiese mit eingezäunt wurde. Hier hätte es die Chance gegeben, dass junge Flüchtlinge und Marburger gemeinsam Fußball spielen, sagte der Oberbürgermeister, der aber darauf verweist, dass ausschließlich das Regierungspräsidium für die Organisation der Unterbringung zuständig ist.

Wie viele Flüchtlinge in Marburg eintreffen werden, stehe laut Vaupel noch nicht genau fest. Für Montagnachmittag werden 250 Menschen erwartet, wahrscheinlich überwiegend Kriegsflüchtlinge aus Syrien, Iran oder Eritrea. Bis zum Ende der Woche könnten es bis zu 650 sein. In diesem Falle würde zu den bisherigen vier Schlafzelten ein weiteres auf dem Gelände errichtet werden.

Konflikte "auch wenn 500 Deutsche auf engstem Raum leben müssen"

Vaupel erklärte aber auch, dass die Zahl von bis zu 1000 Flüchtlingen, die in Cappel unterkommen könnten, nicht zutreffe. „Das geben weder die Kapazitäten des Camps noch unsere Betreuungsmöglichkeiten her.“

Auch die Frage, wie lange die einzelnen Flüchtlinge in Cappel bleiben, ehe sie auf die aufnehmenden Gemeinden verteilt werden, ist noch nicht geklärt. Vaupel rechnet mit einer Verweildauer von wenigen Tagen und einer Fluktuation von etwa 100 Flüchtlingen am Tag.

Am Sonntag schauten sich mehrere Spaziergänger das im Aufbau begriffene Camp an - die meisten begrüßten im Gespräch mit der OP, dass die Stadt bei der Aufnahme von Flüchtlingen hilft.

Dass es angesichts der großen Zahl von Menschen auch zu Konflikten kommen wird, schließt Vaupel nicht aus. „Das geschieht aber auch, wenn 500 Deutsche auf engstem Raum zusammenleben müssen“, sagte der OB.

von Till Conrad

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