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Zachows zweite Chance: Jetzt zieht er doch ins Kreishaus ein

CDU-Beigeordneter Zachows zweite Chance: Jetzt zieht er doch ins Kreishaus ein

Es ist Marian Zachows zweiter Anlauf - durchfallen ist diesmal quasi ausgeschlossen. Calderns Pfarrer wird am 12. Juni den Platz des amtierenden Ersten Kreisbeigeordneten Dr. Karsten McGovern übernehmen.

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Pfarrer Marian Zachow (CDU) steht als Erster Kreisbeigeordneter künftig der Landrätin Kirsten Fründt (SPD) zur Seite.

Quelle: Archivfoto

Marburg. Im vergangenen Jahr im Wahlkampf waren sie noch Konkurrenten um das Amt, das Kirsten Fründt (SPD) im Februar von ihrem langjährigen Vorgänger Robert Fischbach (CDU) übernommen hat. Ab Juni werden sie Seite an Seite die Geschicke des Landkreises leiten: Landrätin Kirsten Fründt (SPD) und künftiger Erster Kreisbeigeordneter Marian Zachow (Archiv­foto). Am Freitagabend wurde Zachow von der CDU-Kreistagsfraktion nominiert und dazu aufgefordert, sich auf die Ausschreibung zur Stelle des Ersten Kreisbeigeordneten zu bewerben.

Er freut sich auf die Zeit im Kreishaus. „Die Zusammenarbeit mit Kirsten Fründt wird gut klappen - wir haben uns im Wahlkampf ordentlich verstanden. Wir liegen auf einer Wellenlänge und haben viel Respekt vor den inhaltlichen Vorstellungen des anderen“, sagt Zachow gestern auf Nachfrage der OP.

Noch ist der 34-Jährige Pfarrer in Caldern. Und nach dem Gottesdienst am Sonntag wurde er von vielen auf die Nominierung angesprochen. „Manche sind traurig, dass der Pfarrer dann demnächst wechseln wird, andere auch enttäuscht. Aber viele Menschen freuen sich auch mit mir“, sagt Zachow, für den feststeht, dass er den Wohnort wechseln wird. „Man bleibt nicht dort, wo man einmal Pfarrer war.“ Für den Theologen stehen noch mehr Änderungen bevor. Nicht nur, dass er schon in drei Wochen eine neue Stelle antreten wird. Im Juli wird er Vater. Seine Lebensgefährtin, die noch in Heidelberg lebt, wird zumindest für die Zeit des Mutterschutzes mit Zachow und dem gemeinsamen Kind im Landkreis wohnen. Aus dem Heiraten wird aber vorerst nichts, „zumindest nicht mehr vor der Wahl und auch nicht vor der Geburt“, sagt Zachow.

Für die Arbeit im Kreishaus fühlt sich der Theologe durch den Wahlkampf im vergangenen Jahr und durch seine Zeit als Kreistagsabgeordneter inhaltlich gut vorbereitet, „vor allem auf alles rund um die Schulpolitik, die Verkehrspolitik und die Wirtschaftsförde­rung“, sagt Zachow und spricht damit von dreien der Dezernate, für die er als Erster Kreisbeigeordneter die Verantwortung bekommt.

Am Freitagabend hatte sich der 34-Jährige vor 23 von 27 Mitgliedern der CDU-Fraktion gegen seinen Konkurrenten Uwe Pöppler (46) aus Kirchhain durchgesetzt. Dem Vernehmen nach mit sehr deutlicher Mehrheit. Zum genauen Abstimmungsergebnis wollte Fraktionsvorsitzender Werner Waßmuth nichts sagen.

Beide Kandidaten präsentierten sich nacheinander in einer jeweils zehnminütigen Rede mit ihren Vorstellungen vor der Fraktion - dann wurde in geheimer Wahl abgestimmt, berichtet Waßmuth.

Zachow wurde in der CDU schon vor der Landratswahl als Kandidat für die Nachfolge McGoverns gehandelt, sollte die Wahl zugunsten der SPD ausgehen. Neben Pöppler war zwischenzeitlich auch noch der Breidenbacher Lehrer und Kreistagsabgeordnete Tobias Meyer im Gespräch - laut Waßmuth zog Meyer seine Interessensbekundung jedoch zurück.

Vom offiziellen Verfahren her ist es so, dass Zachow nun von seiner Fraktion aufgefordert ist, sich auf die Ausschreibung der Beigeordnetenstelle zu bewerben. Seine Bewerbung muss vom Wahlvorbereitungsausschuss gesichtet werden - wie alle anderen Bewerbungen auch.

Dass der Ausschuss, in dem die neuen Koalitionspartner SPD und CDU die Mehrheit haben, einen anderen Kandidaten benennen könnte für die Wahl im Parlament, ist jedoch kaum vorstellbar. Rein theoretisch könnte der Ausschuss dem Kreistag allerdings mehrere Kandidaten präsentieren.

Für die Wahl im Kreistag gilt: SPD und CDU entscheiden, weil sie eine starke Mehrheit haben. Und als Koalitionspartner haben sie für ihre Zusammenarbeit vereinbart, dass die CDU den hauptamtlichen Beigeordneten bestimmen darf. Er wird für eine Amtszeit von sechs Jahren gewählt.

von Carina Becker

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