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Yoga, Tanz und Hindu-Gottheiten

„Indientag“ an der Philipps-Universität Yoga, Tanz und Hindu-Gottheiten

An der Marburger Universität findet am kommenden Dienstag ein „Indientag“ statt, der mit einem Festabend in der Alten Aula der Universität abgeschlossen wird.

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35.000 Menschen machten im Juni in Neu-Delhi gemeinsam Yoga.

Quelle: 35.000 Menschen machten im Juni in Neu-Delhi gemeinsam Yoga. Foto: dpa

Marburg. „In Indien ist alles anders“, sagt der Marburger Indologe Professor Jürgen Hanneder im Gespräch mit der OP. Damit meint Hanneder vor allem, dass man in Indien als Besucher eine von der westlichen Zivilisation völlig unterschiedliche Kultur kennenlernen könne.

Neben vielen Unterschieden zum westlichen Kulturkreis sei es besonders der Unterschied zwischen der Förmlichkeit bei offiziellen Anlässen und der Herzlichkeit im familiären Kreis und unter Freunden, der ihm bei seinen zahlreichen Indien-Aufenthalten aufgefallen sei. Hanneder ist gerade von einer zweimonatigen Gast-Professur an der Universität von Poona aus Indien nach Deutschland zurückgekehrt.

Praktische Yoga-Übungen

In Zusammenarbeit mit dem indischen Generalkonsul Raveesh Kumar (Frankfurt) veranstaltet die Universität am Dienstag, 8. Dezember, einen Indien-Tag, der sich an Uni-Angehörige und auch an die breite Öffentlichkeit richtet. Dabei soll Indien als Forschungs- und Studienstandort vorgestellt werden, aber es soll auch die faszinierende Kunst und Kultur des Landes bekannter gemacht werden.

Der Indologe Hanneder wird beim Indien-Tag am Dienstag ab 13 Uhr im Musizierhaus der Uni im Alten Botanischen Garten Wissenswertes über die Theorie des Yoga erzählen. Daran anschließend gibt es praktische Übungen, angeleitet von der ehemaligen Marburger Indologie-Studentin Dana Bohlender, die in Fulda eine Yoga-Schule besitzt.

An zwölf Universitäten in Deutschland wird heute „Indien-Kompetenz“ vermittelt. Die Philipps-Universität gehört seit 1907 dazu. Der Schwerpunkt liegt dabei vor allem auf der allgemeinen Buddhismus-Forschung, was vor allem für angehende Religionswissenschaftler interessant ist. Neben dem Studium der indischen Kultur, Literatur und Landeskunde im Fachgebiet „Indologie und Tibetologie“ wird in Marburg seit kurzem auch die Kolonialgeschichte Indiens erforscht, wofür der Marburger Historiker Professor Benedikt Stuchtey verantwortlich ist.

Schnupperkurs in die Sprache Hindi

Eröffnet wird der Indien-Tag am Dienstag um 10 Uhr im ehemaligen Gebäude der HNO-Klinik, Deutschhausstraße 3, miteinem Vortrag des indischen Gastprofessors Deepak Kumar (Jawaharlal Nehru University) zu aktuellen Trends der indischen Geschichtswissenschaft und einem Vortrag von Stuchtey über die Arbeitsbedingungen an Universitäten in Indien. Beide Vorträge werden auf Englisch gehalten.

Weitere Besonderheiten des Indien-Tages: Indologie-Doktorand Felix Otter führt von 14.30 Uhr bis 16 Uhr im Indologie-Institut in der Deutschhausstraße 12, in einem Schnupperkurs in die Sprache Hindi ein, die über die „Bollywood“-Filme weltbekannt wurde. Am selben Ort ist auch eine Fotoausstellung mit Bildern des Marburger Indologen Dr. Dragomir Dimitrov aus Indien und Nepal zu sehen.

Zur Feier des Tages gibt es in der Mensa als ein Wahlgericht indisches Soja-Kokos-Curry zu essen, verriet Mensa-Chef Martin Baumgarten der OP. Jeweils ab 14 Uhr und ab 16 Uhr gibt es in der Religionskundlichen Sammlung, Landgraf-Philipp-Straße 4, Führungen unter dem Motto „Begegnungen mit Hindu-Gottheiten im Museum“.

Der Abend steht ab 18 Uhr in der Alten Aula vor allem im Zeichen der indischen Kultur. Es gibt klassischen Tanz aus Indien, vorgeführt von Manjula Kroh und Deodatt Persaud. Außerdem werden der Generalkonsul und Professor Hanneder auf Englisch Kurzvorträge zu den Wissenschaftsbeziehungen zwischen Indien und Deutschland halten.

von Manfred Hitzeroth

 
„Lady in Red“ hat Dragomir Dimitrov sein Foto einer Inderin betitelt, das im Indologie-Institut zu sehen ist. Foto: Dimitrov
 
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