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Wunsch nach bezahlbarem Wohnraum für alle

Proteste Wunsch nach bezahlbarem Wohnraum für alle

Geleitet von der Fragestellung "Wem gehört die Stadt Marburg?", hat die Initiative "(T)raumklinik" am Donnerstag zu einer Podiumsdiskussion ins TTZ eingeladen.

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Zur Podiumsdiskussion über das Thema Wohnraumpolitik kamen rund 100 Zuhörer ins TTZ, die auch teilweise mitdiskutierten. Foto: Simon Opydo

Marburg. Im TTZ debattierten Naxina Wienstroer, Bernd Gökeler, Pit Metz, Oli Stein und Bernd Hannemann sowie einige der knapp 100 Zuhörer. Im Zentrum der Redebeiträge standen die Probleme, die in Marburg durch den knappen Wohnraum und die nach Ansicht der Initiative „(T)raumklinik“ verfehlte Wohnraumpolitik entstehen. Mögliche Lösungsansätze wurden vorgeschlagen.

Es bestand Einigkeit darin, dass ein „Recht auf Stadt“ für alle Menschen bestehe, welches auch eingefordert werden müsse. „Die Stadt gehört uns“, den Bürgern, so Bernd Hannemann vom AK Erwerbslose. Naxina Winstroer von der Beratungstelle fib e.V. drückte den Wunsch nach „Wohnraum, der für alle bewohnbar ist“, aus. Es werde seitens der Politik nicht ausreichend Rücksicht genommen auf behinderte oder finanziell eingeschränkte Menschen. Der „Shareholder Value, nicht der Mensch“ stehe im Vordergrund der lokalen Baupolitik, fügte Hannemann an. Oli Stein von der Bewegung (T)raumklinik bemerkte, dass „ein städtebaulicher Trend besteht, der Menschen mit geringem Einkommen in die Randbezirke drängt“. Hinsichtlich möglicher Lösungsansätze meinte Bernd Gökeler von der Multiple-Sklerose Selbsthilfegruppe: „Wir werden Investoren nicht zum Umdenken zwingen können, wir müssen selbst aktiv werden.“

Gökeler brachte beispielsweise zur Sprache, dass Teile der Investitionssummen bei Bauvorhaben in soziale Wohnprojekte eingespeist werden und Umweltauflagen bei Sanierungen zugunsten bezahlbarer Mietpreise zurückgestellt werden sollten. Von allen Seiten wurde dem Wunsch Ausdruck verliehen, „die Politik“ solle all zu unsozialen Bauvorhaben gesetzliche Grenzen setzen. Pit Metz, Vorsitzender der Ortenberggemeinde, sagte, „die Marburger Politik muss das Primat der Bauleitplanung zurückholen“, es müsse also letztendlich in den Händen der Stadt liegen, welche Bauvorhaben wie umgesetzt würden.

Alle Beteiligten betonten, dass nur breite außerparlamentarische Bewegungen und Aktivitäten positive Veränderungen herbeiführen könnten. Die Politik müsse unter Druck gesetzt werden, damit sich etwas ändere, ein Runder Tisch reiche da nicht aus, so der Tenor.

Kurzzeitig hitzig wurde die Diskussion, als sich der anwesende Vorsitzende der Marburger SPD, Steffen Rink, zu Wort meldete: „Die Stadt bewegt Bauprojekte und betreibt keine Politik der Gentrifizierung.“ Die finanziellen Mittel seien schlichtweg begrenzt.

Die Teilnehmer an der Podiumsdiskussion zogen ein positives Fazit aus der Debatte. So sagte beispielsweise Hannemann, „die Zukunft gehört Bewegungen. Wenn wir zusammenarbeiten, können wir viel erreichen.“ Stein wies auf ein geplantes Forum hin, im Zuge dessen gemeinsame Aktionen geplant werden sollten. Ein konkreter Termin dazu steht noch nicht fest.

von Simon Opydo

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