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Wütender Ex bedroht schwangere Frau

Geldstrafe akzeptiert Wütender Ex bedroht schwangere Frau

Weil er seine hochschwangere Ex-Freundin zu Boden gezerrt, sodann einem Nachbarn mit der Faust ins Gesicht geschlagen hatte, musste sich ein Marburger vor Gericht verantworten.

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Der Prozess fand vor dem Marburger Landgericht statt.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Am Tag des berechneten Geburtstermins seines Kindes soll der Vater ausgeflippt sein, wurde handgreiflich gegen seine Ex-Freundin und griff unvermittelt einen Nachbarn an. Seinen Einspruch gegen die ihm auferlegte Geldstrafe nahm der Mann vor Gericht schließlich zurück.

Im August vergangenen Jahres besuchte der 37 Jahre alte Angeklagte nach einem Kneipenbesuch spät nachts seine ehemalige Lebensgefährtin. In ihrer Wohnung in Marburg kam es zum Streit zwischen dem Ex und der hochschwangeren Frau. Der Grund: sein spätes Erscheinen erst mitten in der Nacht und seine Weigerung wieder zu gehen. Laut Anklage ergriff der Mann die Frau am Arm und zerrte sie brüsk zu Boden. Als ihr Mobiltelefon klingelte, zerschlug er das Handy wütend auf dem Boden. Nachdem die Frau die Wohnung verlassen hatte, um noch einmal mit dem Hund rauszugehen, folgte er ihr und traf auf einen alarmierten Nachbarn.

Scheinbar grundlos griff er an, schlug dem überraschten Mann mit der Faust ins Gesicht. Durch die Attacke zerbrach ein Zahnprovisorium des Geschädigten, zerschnitt dem Mann schmerzhaft den Mundinnenraum und die Lippe.

Gegen den ihm auferlegten Strafbefehl legte der Mann Einspruch ein, sah die Geldstrafe in Höhe von 60 Tagessätzen zu je 30 Euro als ungerechtfertigt an. Den Vorfall habe ihr Mandant „anders wahrgenommen“, erklärte Verteidigerin Nadin Nitz im Namen des Angeklagten den Grund. Seiner Meinung nach sei der Nachbar demonstrativ und „mit erhobenen Händen“ auf ihn zugegangen, er schlug daher zuerst zu, „er hat sich bedroht gefühlt“. Gewalt gegen seine Ex-Freundin habe er zuvor nicht angewandt, „er wurde nicht handgreiflich“, sagte die Anwältin.

Das Handy an sich genommen habe er lediglich, um zu verhindern, dass die Frau während des Streits telefonierte. „Ihm ist klar, dass dies nicht geht“, dass er das Gerät beschädigte, sei keine Absicht gewesen.

Dies konnte die ehemalige Lebensgefährtin nicht bestätigen. Am Tattag habe der aufgebrachte Ex sich strikt geweigert, die Wohnung wieder zu verlassen, und steigerte sich scheinbar in seine Wut hinein. Wiederholt habe er versucht eine erneute Beziehung mit ihr einzugehen, akzeptierte die Trennung nicht und „wirkte verzweifelt“, erinnerte sich die Zeugin. Als er unerwünscht an ihren Bauch fasste, trat sie nach ihm, woraufhin er die Schwangere zu Boden riss. Sie verständigte den Nachbarn, traf sich mit ihm auf der Straße.

„Plötzlich flog die Faust in mein Gesicht“

Der aufgebrachte Ex habe den anderen Mann umgehend und grundlos angegriffen. „Plötzlich flog die Faust in mein Gesicht“, bestätigte auch der Getroffene. Er habe die aufgewühlte Nachbarin bereits aus der Ferne mit dem Ex-Freund streiten sehen, wollte lediglich nach dem Rechten sehen und habe sich in keinster Weise bedrohlich verhalten.

Auch die alarmierten Polizeikräfte konnten vor Gericht keine neuen Erkenntnisse liefern, die gegen den verhängten Strafbefehl sprechen würden. Dies sah auch die Verteidigung. Der Angeklagte zog seinen Einspruch schließlich zurück und akzeptierte damit die angeordnete Geldstrafe.

von Ina Tannert

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