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Wohnungsbündnis fordert mehr Mitbestimmung

Runder Tisch Wohnungsbündnis fordert mehr Mitbestimmung

In der Alten Mensa hatten sich rund 50 Marburger zusammengefunden, um am "Alternativen Runden Tisch" über die Wohnungsnot zu diskutieren.

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Menschen unterschiedlichen Alters diskutierten in der Alten Mensa.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Beim Forum der Initiative „(T)Raumklinik) - für ein Recht auf Stadt“ waren Menschen verschiedenster Altersgruppen gefolgt, die aus den unterschiedlichen Blickwinkeln miteinander diskutierten. „Es ist nicht die primäre Aufgabe der Stadt, für studentischen Wohnraum zu sorgen“, argumentierte ein Teilnehmer und beklagte, dass sonstiger sozialer Wohnungsbau auf der Strecke bleibe. Ein weiterer Bürger interessierte sich hingegen mehr dafür, „ob wir weiterhin die Dörfer kaputt machen und alle in die Stadt müssen“. Er sei daher ein Gegner von Verdichtung und plädiere eher dafür das Leben außerhalb attraktiver zu gestalten. Trotz solcher Kontroversen konnten sich die Anwesenden jedoch auf ein ganzes Bündel von Problemen verständigen, die in Marburg bestünden.

Die Stadt habe sich die Wohnungspolitik „nicht wirklich auf die Fahnen geschrieben“ hieß es im Plenum. Dementsprechend existiere kein „Leitbild für eine lebenswerte Stadt“. So gebe es einen Mangel an bezahlbarem Wohnraum, Rückstände bei der Barrierefreiheit, eine räumliche Trennung sozialer Gruppen, zu wenig und zu teuren öffentlichen Nahverkehr sowie Probleme mit dem Zustand einiger Wohnungen. Investitionen erfolgten einseitig, sodass „einige Stadtteile abgehängt“ würden. Kritisiert wurde, dass gemeinschaftliche Wohnprojekte nicht gefördert und stattdessen Einzel-Appartements für Studenten gebaut würden. Diese gingen „an den Bedürfnissen der Menschen vorbei“, befand Initiativen-Sprecher Robert Griessmann.

Die Besetzung der Augenklinik im vergangenen Jahr habe nur den Sinn gehabt, „ein Soziales Zentrum zu finden“, erklärte er. Allein einen kostenfreien Raum für das Forum zu finden habe „Monate gedauert“, ergänzt Steffen Lehnert, ebenfalls Sprecher der Initiative. Die Forderung nach einem derartigem Zentrum, in dem „bessere Vernetzung unter den Gruppen“ sowie kostenlose Veranstaltungen stattfinden könnten, ist weiterhin ein zentrales Ziel der Gruppe. Außerdem einigten sich die Teilnehmer darauf, für die Legalisierung von Wagenstellplätzen einzutreten. Die Übernachtung in Wohnwagen ist derzeit untersagt.

Zudem wurde eine „stärkere Verknüpfung und Vernetzung“ verschiedener anwesender Institutionen beschlossen, die sich zukünftig regelmäßig zum „Alternativen Runden Tisch“ treffen soll. Man wolle dafür eintreten, dass sich die Stadt stärker im sozialen Wohnungsbau engagiere und dort eine langfristige Mietpreisdeckelung für Investoren festlege, sagte Griessman. An das Stadtparlament solle ein Appell gerichtet werden „konstruktiv miteinander zu sprechen“. Man wolle den offiziellen Runden Tisch der Stadt „aufwerten“ und dort eine Beteiligung derer erreichen, „die es betrifft“.

von Peter Gassner

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