Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -1 ° Schneeregen

Navigation:
Wohnungsbericht kommt Anfang 2013

Haushaltsberatung Wohnungsbericht kommt Anfang 2013

In einem sind sich die Koalition und die Marburger Linke einig: Im kommenden Jahr soll mehr getan werden, um günstigen Wohnraum in der Innenstadt zu schaffen.

Voriger Artikel
70 Frauen spielten Rolle in Marburgs Geschichte
Nächster Artikel
Der Weihnachtsmann hat keine E-Mail

In der Marburger Innenstadt soll die Schaffung von Wohnraum gefördert werden.Foto: Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Die letzten Vorbereitungen vor der Schlussdebatte um den Haushaltsplan der Stadt Marburg (morgen ab 16 Uhr im Stadtparlament, Barfüßerstraße 50) sind abgeschlossen: Der Haupt- und Finanzausschuss beriet am Dienstag die Vorlage des Magistrats und die Änderungsanträge der Fraktionen.

Dabei geriet erneut eine der meistdiskutierten sozialen Fragen in den Focus: der Mangel an bezahlbarem Wohnraum in der Innenstadt.

Die Koalition von SPD und Grünen lehnte zwar einen Änderungsantrag der Marburger Linken ab, die drei Millionen Euro für den sozialen Wohnungsbau gefordert hatte, erhielt aber andersherum Unterstützung der Linken für ihren eigenen Antrag, 1,5 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen, um die Schaffung von Wohnraum für Einkommensschwache zu fördern.

Mit diesem Geld, so hatten es die Fraktionsvorsitzenden Steffen Rink (SPD) und Dietmar Göttling (Grüne) schon in der OP geklärt, soll die Stadt öffentlichen oder privaten Wohnungseigentümern helfen, Wohnraum für Mietzwecke zu „ertüchtigen“.

Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) nannte als Beispiel ein Haus des Studentenwerks in der Ritterstraße, in dem Studentenwohnungen entstehen könnten. „Alleine kann das Studentenwerk aber die Investition nicht stemmen“, sagte Vaupel. Für solche und ähnliche Fälle könne die Stadt helfen, ergänzte der Wohnungsdezernent, der ausdrücklich ergänzte, dass „Private dabei nicht ausgeschlossen“ werden dürften.

Bürgermeister Dr. Franz Kahle begründete die Notwendigkeit der Initiative mit der Bemerkung, dass 2013 „viele Wohnungen aus der Mietpreisbindung fallen“ und sich deswegen der Druck auf günstigen Wohnraum erhöhen werde. Die Suche nach Wohnraum, der zu Mietraum werden kann, sei deswegen notwendig. Mit 1,5 Millionen Euro könne man aber nur etwa 1000 Quadratmeter Wohnraum neu bauen; die Strategie der Koalition, Modernisierungen und Umbauten zu fördern, sei deswegen die richtige.

Vaupel kündigte an, er werde zu Beginn des Jahres, „Wenn mir alle Zahlen vorliegen“, einen Wohnungsbericht vorlegen, auf dessen Grundlage auf „einer sachlichen und fundierten Ebene“ über die Wohnungsversorgung in der Stadt diskutiert werden könne. Er geht davon aus, dass dies im Januar/Februar 2013 der Fall sein wird.

CDU unterstützt Bewerbung für Weltkulturerbe

Schon jetzt ist aber für den Sozialdezernenten klar, dass eine der wesentlichen Aufgaben städtischer Wohnungspolitik sein muss, mehr Barrierefreiheit bei Wohnungen in der Innenstadt zu schaffen. Und noch eines ist für Vaupel klar: Der Bedarf an Wohnraum kann nicht nur in der Innenstadt gedeckt werden.

n Mit den Stimmen der Marburger Linken schlug der Haupt- und Finanzausschuss auch die übrigen Änderungsanträge der Koalition zur Annahme vor. Dazu gehören unter anderem höhere Förderbeträge für kulturelle Initiativen und freie Träger in der Sozialarbeit, aber auch zusätzliches Geld für den Ausbau der Kinderbetreuung durch Tagesmütter.

n CDU-Fraktionschef Philipp Stompfe betonte für seine Fraktion, die sowohl die Magistratsvorlage wie die rot-grünen Ergänzungsanträge ablehnte, die Unterstützung seiner Fraktion für die Bewerbung der Stadt um das Unesco-Weltkulturerbe und die Bundesgartenschau. Das Parlament soll heute insgesamt 100.000 Euro an Planungskosten für die Vorbereitung zu den Bewerbungen beschließen.

von Till Conrad

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr