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Wohnungs-Not: Marburg im Mittelfeld

Bezahlbares Wohnen Wohnungs-Not: Marburg im Mittelfeld

Marburg landet auf Rang 27 von 51 in der Untersuchung der angespanntesten Wohnungsmärkte Deutschlands. In der Innenstadt seien Zimmer rar und teuer, zähle man Randlagen hinzu, sei die Situation entspannter als anderswo. Immobilien-Experte fordert mehr Bauten durch private Investoren.

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Wohnen im Zentrum ist begehrt und teuer.

Quelle: Stefan Weisbrod/Archiv

Marburg. Zum Wintersemester 2013/2014 ermittelte der Berliner Immobilienentwickler GBI in einem bundesweiten Ranking aller 81 deutschen Hochschulstandorte, dass München, Hamburg und Frankfurt dabei die ersten drei Plätze belegen und Marburg im Mittelfeld der 51 Problem-Städte liegt (27). Damit befindet sich Marburg - wie Gießen (32) - noch unterhalb der Schwelle des als kritisch markierten Bereichs.

Bei Preisen für WG-Zimmer in der Kernstadt liege die Mittelhessen-Metropole zwar mit 355 Euro hinter einigen Großstädten auf Rang sieben. Allerdings gebe es in kaum einer anderen Stadt mehr verfügbare Einraum-Wohnungen je hinzuziehendem 18 bis 29-Jährigen. „Die Versorgung dürfte für diese Personengruppe nicht all zu stark eingeschränkt sein“, resümieren die Studienautoren.

Studenten sind überproportional vertreten

In Marburg sei es für Studenten zwar nicht einfach, passende Unterkünfte zu finden, vor allem bei innerstädtischen Nachfrage-Schwerpunkten. Bei einer Berücksichtigung des stadtweiten Angebots sei die Lage aber noch nicht akut problematisch. Dennoch gebe es kritische Faktoren, die dafür sorgen könnten, dass der Anspannungsfaktor steige. „In klassischen Uni-Städten ist die Situation aufgrund des relativ großen Studenten-Anteils teilweise kaum weniger angespannt als in großen Metropolen“, sagt GBI-Vorstand Reiner Nittka.

Da in Städten wie Marburg meist die Studenten überproportional stark als Wohnungs-Nachfrager auftreten und weniger für andere Zielgruppen gebaut werde, seien Entspannungs-Effekte über sonstige Bauprojekte viel seltener. „Deshalb müssen in diesen Städten gezielt mehr private Investitionen in dem Bereich des studentischen Wohnens getätigt werden“, sagt Nittka.

Die Leerstandsquote ist in Marburg gering

Neben der Miethöhe fließen laut GBI-Chef-Forscher Dr. Stefan Brauckmann 22 Einzeldaten in die Untersuchung ein. Darunter: Leerstandsquoten (Marburg mit 2,3 Prozent gering) , die Zahlen in- und ausländischer Studierender sowie der Erstsemester, deren monatliche Einnahmen, die Altersstruktur der Bewohner einer Stadt, dortige Zu- und Wegzüge, die Neuvermietungs-Entwicklung, die Attraktivität einer Uni unter jungen Leuten, Angebot und Nachfrage bei bestimmten Wohnungsgrößen, Wohngemeinschaften oder Wohnheimen.

„Die Wohnbedingungen sind hier auch dann schlecht, wenn sie in anderen Städten noch schlechter sind“, schreibt Nora Gerloff in einem Leserbrief an die OP. Mietstatistiken erteilen demnach keine Auskunft über den Zustand der Immobilien, deren Lage oder Verkehrsanbindung. Kürzlich erschien eine Studie mit Zehntausenden Mietdaten, die Marburg bei den Durchschnitts-Mietpreisen auf Rang 64 von 81 platzierte (OP berichtete). „Gerade das gravierende Preisniveau von Neuvermietungen ist ausschlaggebend für Wohnungssuchende“, so Gerloff. Viele neue Apartments wie Campus 1,2 und 3 seien „für Studenten unerschwinglich“.

von Björn Wisker

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