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"Wohnungs-Mangel betrifft nicht nur Studenten"

Mieten "Wohnungs-Mangel betrifft nicht nur Studenten"

WG-Mieten leicht über Bundesdurchschnitt, aber wenige passende Wohnungen auf dem Markt: Die Apartment-Situation in der Universitätsstadt beschäftigt kurz vor Semesterstart viele Marburger.

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Neue Wohnungen zu bauen, um die Nachfrage – speziell von Studenten – zu decken, fordert die Gesellschaft für Beteiligungen und Immobilienentwicklungen.

Quelle: Fotomontage

Marburg. Verschärfter Engpass bei verfügbaren Wohnungen: Die Leerstandsquote in Marburg liegt nach Berechnung der Gesellschaft für Beteiligungen und Immobilienentwicklungen (GBI) mit 2,3 Prozent niedriger als der Bundesdurchschnitt (4,5 Prozent). Gepaart mit der geringen Verfügbarkeit geeigneter Apartments (laut Studie gibt es 2,6 Wohneinheiten pro 18- bis 29-Jährigem in der Stadt) sorge das für „einen hohen Druck“ auf den Wohnungsmarkt.

Das Mietniveau ist laut der Analyse binnen eines Jahres um 20 Cent auf 7,80 Euro pro Quadratmeter gestiegen. Das verkompliziere für Studenten die Wohnungssuche jedoch nicht, da der Preis-Durchschnitt aller Hochschulstädte bei sieben Euro pro Quadratmeter liege. Für ein WG-Zimmer zahlen Bewohner in Marburg demnach 307 Euro, drei Euro mehr als im Bundesdurchschnitt. „In Mittelstädten wie Marburg macht sich der gegenwärtige Zustrom von Studierenden besonders bemerkbar“, sagt Dr. Stefan Brauckmann von GBI. Dort gibt es aufgrund der Städtestruktur kaum kurzfristig zu aktivierende Reserven an angemessenen Wohnungen.

Nicht nur für Studenten ein Problem

Das Wohnungsproblem ist nach Erfahrungen von OP-Lesern jedoch nicht auf Studenten beschränkt. „Wir sind eine siebenköpfige Familie und wohnen in einer Fünf-ZimmerWohnung. Größere Wohnungen sind kaum zu finden und wenn unbezahlbar“, schreibt Sascha Hessenmüller im sozialen Netzwerk Facebook der OP. „Wir suchen auch seit fast zwei Jahren eine bezahlbare Wohnung, aber gibt es leider nicht“, sagt Simone Oyekan.

Brauckmann kritisiert, dass vielerorts zu wenig gegen den Wohnungsmangel getan werde: „So werden für Studierende benötigte kleinere Apartments nicht errichtet, da es aufgrund der Bauauflagen günstiger ist, große Wohnungen zu bauen. Hier ist ein Umdenken in Stadtverwaltungen nötig, der Kleinwohnungsbau sollte erleichtert werden.“

In Marburg entstehen jedoch seit einigen Jahren immer mehr Mietwohnungen. Derzeit baut das Studentenwerk in der Gutenbergstraße ein Wohnheim, auch im Nordviertel werden weitere Funktions-Apartments gebaut. Das Problem der Wohnungssituation ist vor allem durch die von der Kommunalpolitik angeregte Inwis-Studie 2014 belegt worden.

von Björn Wisker

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