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Wohnungs-Aktivisten besetzen Rathaus

Protestzug zieht durch die Stadt Wohnungs-Aktivisten besetzen Rathaus

Musik, Matten, Zelte: 40 Demonstranten haben am Donnerstagnachmittag vorübergehend das Rathaus besetzt. Ihre Forderungen: mehr bezahlbare Wohnungen im Zentrum, bessere Bus-Anbindungen und ein alternatives Sozialzentrum.

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Etwa 40 Teilnehmer des „Alternativen Runden Tischs – Eine Stadt für alle“ haben gestern vorübergehend das Marburger Rathaus besetzt.

Quelle: Dennis Siepmann

Marburg. „Wir werden die Gestaltung und Entwicklung der Stadt in Bewegung bringen“, heißt es in einer Erklärung des Alternativen runden Tischs“. Günstigere Mieten im Zentrum, Sozialwohnungen in der Kernstadt, Barrierefreiheit, mehr Freizeitflächen und schnellere Bus-Takte für Stadtteile außerhalb der Innenstadt - das wollen die Demonstranten um Bernd Gökeler, Sprecher der Gruppe. „Nicht jeder Fleck in der Stadt muss bewirtschaftet werden“, sagt er. Als Beispiel nennt er das Vitos-Gelände. Die dort geplanten Häuser müssten anders angeordnet werden, höherpreisige Appartements und Sozialwohnungen neben-einander entstehen.

"Wir müssen uns vernetzen, um unser Anliegen noch lauter vortragen zu können"

„Wir sind als Verwaltung offen für Ratschläge“, sagt Bürgermeister Franz Kahle (Grüne). Neue Wohnformen entstünden oft erst durch externe Anregung. Es sei „gut und wichtig, wenn sich Marburger einbringen“. Er lade alle Demonstranten ein, die Ideen den Mitgliedern des regulären Runden Tisch zur Wohnungsnot vorzustellen. Nora Gerlach, eine Sprecherin der Protestierenden bemängelt jedoch die Stadtplanung und eine „Gremien-Fokussierung der Verwaltung“. Ihr Vorwurf: „Wer von den normalen Leuten kann da denn wirklich mitmachen, entscheiden?“ Es herrsche eine „intransparente, fehlgeleitete Politik“.

„Es gibt viele Betroffene und immer mehr Initiativen zu dem Thema. Wir müssen das vernetzen, um unser Anliegen noch lauter vortragen zu können“, sagt Ralf Schrader von den DGB-Senioren.

Nach der rund einstündigen Rathaus-Besetzung zogen die Demonstranten durch die Oberstadt bis in das Südviertel, zeigten Transparente und riefen ihre Forderungen.

Während der Stadtverordnetensitzung am Freitag (ab 16.30 Uhr) soll die Abschlusserklärung der Gruppe an Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) übergeben werden.

von Björn Wisker

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