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Wohnungen statt Disco und Stadtbüro?

Stadtplanung Wohnungen statt Disco und Stadtbüro?

In Marburg mangelt es an bezahlbarem Wohnraum. Den möchte die Stadtverwaltung im Gebiet Temmlerstraße und Frauenbergstraße schaffen. Dafür müssten Gewerbebetriebe weichen - eventuell auch das derzeitige Stadtbüro.

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Die Stadt geht ersten Überlegungen nach, wonach im ­Bereich Temmlerstraße und Frauenbergstraße Wohnraum entstehen soll. Dabei könnte auch das Stadtbüro auf die gegenüberliegende Straßenseite verlegt werden.Fotos: Ricarda Schick

Marburg. Erste Planungen hat die Stadt schon vorbereitet: Demnach soll das Gewerbegebiet zwischen der Temmlerstraße und der Frauenbergstraße ein Mischgebiet werden. Neben den bereits ansässigen Gewerbebetrieben könnten dort rund 200 bezahlbare Wohnungen stehen.

Das Projekt stehe noch ganz am Anfang. Das betonten Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies und Bürgermeister Dr. Franz Kahle in ­einer Versammlung mit 30 Grundstückseigentümern und Geschäftsinhabern, in der sie die ersten Planungsideen vorstellten. Demnach sehe der Magistrat „grundsätzlichen Bedarf zur Neuordnung des Bereiches, um die Versorgung der Bevölkerung mit preiswertem Wohnraum in der Kernstadt mittel- bis langfristig zu sichern“, wie es in einer Pressemitteilung der Stadt heißt. Eine Machbarkeitsstudie schlage vor, die Wohnbebauung vom unteren Richtsberg und vom Vitos-Areal auf die Fläche im Bereich Temmlerstraße/Frauenbergstraße zu erweitern.

Die Stadt stellte dabei unterschiedliche Planungsideen vor. Die Entwürfe zeigen etwa Wohnungen am Standort des Stadtbüros, auf derzeit privaten Firmengeländen, auf dem ehemaligen Postgelände, am Standort von Discothek und ­Gebrauchtwagenhandel und an der Cappeler Straße - hinter dem Getränkehandel.

„Sanierung oder Neubau des Stadtbüros erforderlich“

Eine der Varianten sieht dabei vor, dass das Stadtbüro neu entstehen könnte auf dem direkt gegenüberliegenden Temmlergelände, das die Stadt 2013 ­gekauft hat. Dort befinden sich unter anderem auch der Fachbereich Hochbau und die Ballsporthalle. Eine anderer­ Planungsentwurf sieht auch auf diesem Gelände langfristig Wohnbebauungen vor. „Zum jetzigen Zeitpunkt geht die Universitätsstadt davon aus, dass der Verwaltungsstandort im Gebiet Temmlerstraße/Frauenbergstraße verbleiben wird“, erklärt Philipp Höhn vom Presseamt der Stadt. Für das Stadtbüro sei - unabhängig vom Standort - ohnehin mittelfristig eine Sanierung oder ein Neubau nötig

„In einem Drei-Stufen-Konzept könnte auf 3,7 Hektar eine urbane Mischung aus Gewerbe-, Misch- und Wohnnutzung entstehen“, sagte der Oberbürgermeister. Es könnten 180 bis 250 Wohnungen in einem attraktiven Umfeld mit guter Infrastruktur entstehen. Die Planung werde dabei eng mit den Grundstückseigentümern und bestehenden Betrieben abgestimmt.

Mit der Umwandlung von einem Gewerbe- zu einem Mischgebiet würden Gewerbebetriebe­ und Wohnhäuser zum Teil ­nebeneinander bestehen. Als Grundlage dafür ist laut Magistrat eine sehr sorgfältige Aufarbeitung der örtlichen Situation erforderlich, welche die relevanten Emissionen berücksichtigt. Das Projekt ist deshalb auf einen mehrjährigen Zeitraum angelegt.

Sofern Unternehmer vor Ort von einer möglichen Weiterentwicklung berührt seien, werde die Stadt auf Anfrage neue, geeignete Flächen an einem anderem Ort bereitstellen, ­sagte Stadtentwicklungsreferent Wolfgang Liprecht. „Grundsätzlich ist eine Verlagerung einzelner Angebote in die Gewerbegebiete Cappel, Wehrda oder Gisselberg denkbar“, heißt es von Seiten der Stadt.

Um eine Wohnbebauung überhaupt möglich zu machen, muss das Gewerbegebiet zunächst in ein Mischgebiet umgewandelt werden. „Ein erster Schritt wäre ein durch die Stadtverordnetenversammlung zu fassender Aufstellungsbeschluss, der für das erste Halbjahr 2017 angedacht ist“, so Höhn. Die weitere Zeitplanung hänge unter anderem von einer planerischen Analyse für das Gebiet Temmlerstraße/Frauenbergstraße ab. Sobald diese vorliege, solle die weitere Planung mit Anliegern und der interessierten Öffentlichkeit diskutiert werden. „Dies könnte Ende 2017 der Fall sein“, schätzt Höhn. Die Fertigstellung erster Wohnungen wünsche sich die Stadt ab 2020.

von Patricia Grähling

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