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Wohnhäuser auf den Lokschuppen?

Waggonhallenareal Wohnhäuser auf den Lokschuppen?

Noch in diesem Monat soll die Stadtverordnetenversammlung die Voraussetzung schaffen für die Sanierung des Waggonhallen-Geländes am Ortenberg.

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Das Waggonhallenareal mit dem Lokschuppen soll saniert werden. Im Nachtragshaushalt sollen erste Mittel bereitgestellt werden.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Drei Millionen Euro sind im Entwurf des Magistrats für den Nachtragshaushalt 2015 für die Sanierung des Waggonhallenareals vorgesehen. Der Nachtrag reagiert auf ungeplante Gewerbesteuer-Nachzahlungen, die der Stadt in diesem Jahr zusätzlichen Spielraum verschaffen.

Das Waggonhallenareal sei, so sagt es Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD), „eines der herausragenden Gelände in der Stadt“, das als Freizeit- und Kulturgelände erhalten und ausgebaut werden müsse.

Die Stadt hatte das gesamte Gelände im Jahr 2009 mit einer Fläche von 23000 Quadratmetern für rund 700000 Euro von der Bahn-Tochter aurelis erworben. Erstes Standbein des Ausbaus war die Errichtung der Kletterhalle, die vom Deutschen Alpenverein betrieben wird.

Charakter soll erhalten bleiben

Mit den im Nachtragshaushalt vorgesehenen drei MillionenEuro, die als „Städtebauförderungsmittel an Sanierungsträger“ deklariert sind, kann mit der Sanierung des südwestlichen Teils der Waggonhalle begonnen werden. Sanierungsträger ist die städtische Tochter Gewobau. In dem Gebäude befinden sich die Gaststätte „Rotkehlchen“ und der große Theaterspielsaal des Theaters Gegenstand.

Das nordöstlich gelegene Werkstattgebäude, das Kleingewerbebetriebe und ein kleines Übernachtungs- und Tagungshaus enthält, soll von seinem Charakter ebenfalls so erhalten bleiben, sagt Vaupel. Er will zudem die Anbindung des Geländes an den Steg über die Bahn durch eine Treppe realisieren.

Zentrale Frage für die Entwicklung des Waggonhallenareals ist aber: Was geschieht mit dem Lokschuppen? Die halbkreisförmige frühere Lokomotiven-Garage mit einer Drehscheibe für 16 Gleise ist noch nahe am Originalzustand erhalten, muss aber vor einer Nutzung altlasten-saniert werden. Diese Kosten müssten von der Bahn getragen werden.

Nach längerer Diskussion sind gegenwärtig, so sieht es der Oberbürgermeister, drei Vorschläge für eine künftige Nutzung übrig.

Wohnbebauung

Vorschlag Nummer eins sieht den Erhalt des Lokschuppengebäudes und seine Aufstockung um zwei Etagen vor, die für Wohnbebauung genutzt werden sollen. Abgesehen davon, dass der Charakter des Lokschuppens wohl stark verändert würde, stellt sich die Frage, wie in einem halbkreisförmig angeordneten Gebäude etwa Betten oder Regale gestellt werden können. Die historische Drehscheibe und die Zufahrten zu den Garagen würden wohl kaum erhalten bleiben.

Bewegungszentrum

Die Nachbarschaft zur Kletterhalle legt eine Nutzung als „Bewegungszentrum“ durchaus nahe. Ein Fitnesscenter und Sporträume, die auch von der Käthe-Kollwitz-Schule genutzt werden können, stehen im Mittelpunkt dieser Überlegungen.

Kinder- und Seniorenzentrum

Dritte Idee: In dem Lokschuppen könnte eine Tagesbetreuung für Senioren einschließlich Physio- und Ergotherapiepraxen entstehen, Raum wäre auch für einen Lehr- und Erlebnisgarten vor dem Lokschuppen und für eine Kinderbetreuungseinrichtung.

Für alle drei Ideen stehen laut Vaupel Investoren bereit. Entscheiden müsste die Stadtverordnetenversammlung, die über Mittel an den „Sanierungsträger“, also an die Gewobau, entscheiden müsste.

Eine Beteiligung des Landes Hessen an den Kosten ist unwahrscheinlich. „Das muss die Stadt alleine stemmen“, hatte Hessens Minister für Wissenschaft und Kunst, Boris Rhein, bei einem Besuch Anfang Juni gesagt.

von Till Conrad

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