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Wohnen im Freien gegen Wohnungsnot

"Wohnzimmer" am Kino Wohnen im Freien gegen Wohnungsnot

Mit einem am Gerhard-Jahn-Platz aufgestellten Wohnzimmer demonstrierte die Gruppe "Recht auf Stadt Marburg" (RAS) gestern für mehr Wohnungen in Marburg.

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Die Mitglieder der Initiative „Recht auf Stadt Marburg“ hatten gestern eine Art Wohnzimmer vor dem Cineplex-Kino eingerichtet. Foto: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Direkt vor dem Cineplex-Kino war gestern Mittag eine Art „Wohnzimmer“ mit mehreren Sitzgruppen aufgebaut. Dort machten es sich mehrere Mitglieder der Gruppe „Recht auf Stadt Marburg“ bequem, die aber auch Passanten zum Gespräch einluden und ihnen Informationsblätter verteilten.

„Die Gruppe ist ein loser Zusammenschluss von Menschen. Sie hat sich im vergangenen Jahr gegründet“, erklärte Martin Müller im Gespräch mit der OP.

„Das Wohnzimmer soll symbolisch aufzeigen, dass es den Menschen in Marburg zunehmend an (Frei)-Räumen fehlt“, teilten die Organisatoren der Aktion mit. Bezahlbarer Wohnraum sei in Marburg nur noch selten zu finden, heißt es weiter. Selbst die Neubauprojekte, die doch eigentlich das Wohnungsproblem beseitigen solltem, würden nur das Gegenteil erzielen, so die Initiative. „Statt sozialen Wohnungsbau zu betreiben, in dem gemeinschaftliches Leben für Familien oder Wohnungsgemeinschaften möglich wäre, wird die Stadtentwicklung in die Hände privater Investoren gelegt“, beklagt sich die Gruppe „RAS Marburg“. Diesen Investoren gehe es nicht um sozialen Wohnungsbau, sondern um Profit. Prinzipiell findet es Martin Müller zwar gut, dass die Verantwortlichen der Stadt Marburg 1,5 Millionen Euro investieren, jedoch vermisst er mehr Gespräche von Oberbürgermeister Egon Vaupel mit von der Wohnungsnot Betroffenen.

Ab heute veranstaltet die Gruppe eine Woche lang mehrere Aktionen und Vorträge rund um das Thema Wohnen in Marburg und an anderen Orten unter dem Motto „Wem gehört die Stadt?“. So gibt es heute zum Auftakt ab 20 Uhr im DGB-Haus, Bahnhofstraße 6 ein Vortrag zum Thema „Recht auf Stadt als Netzwerk und Bewegung - Von Besetzungen, Widerstand gegen Leuchtturmprojekte und Mietenprotesten in Hamburg“.

Am Sonntag, 21. Juli startet ein feministischer Stadtrundgang, am Unteren Steinweg (Pferdestatuen). Zwei Vorträge schließen sich: Ab 15 Uhr heißt das Thema „Von Rissen im Beton und Keimformen des nicht-kapitalistischen Lebens“. Ab 17 Uhr wird der somalische Journalist Mustaf Adem Harun über die Lage der Flüchtlinge im Raum Marburg berichten. Am Mittwoch, 24. Juli heißt es ab 16 Uhr unter dem Motto „Park & Ride“: „Der Marburger Wagenplatz kommt ins Rollen“. Am selben Tag ab 18 Uhr berichtet ein Vertreter der Ortenberggemeinde über die Auseinandersetzung rund um die „Alte Gärtnerei“.

Am Donnerstag, 25. Juli, gibt es von 15 Uhr bis 18 Uhr einen Workshop zum Thema „Männlichkeit in der radikalen Linken“. Am Donnerstag ab 18 Uhr wird in einem Vortrag die Geschichte des „Collegium Gen­tium“, des ehemaligen selbstverwalteten studentischen Wohnheims der Universität erzählt. Die meisten Veranstaltungsorte stehen bisher noch nicht fest. Informationen dazu und zu weiteren Veranstaltungen finden sich zeitnah auf http://rasmarburg.wordpress.com im Internet.

von Manfred Hitzeroth

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