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Das ehemalige Altenheim im Marburger Stadtteil Dagobertshausen könnte in Zukunft als eine Flüchtlingsunterkunft genutzt werden.

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Das ehemalige Altenheim Tuband im Marburger Stadtteil Dagobertshausen könnte ein Flüchtlingsheim werden.

Quelle: Thorsten Richter

Dagobertshausen. Im Ortsbeirat des Marburger Stadtteils war es bereits zweimal hintereinander Thema: Das Haus, das bis Ende vergangenen Jahres als Altenheim genutzt wurde, ist als Unterkunft für Flüchtlinge im Gespräch. In der Sitzung des Dagobertshäuser Ortsbeirats Anfang Juni hatten die städtische Flüchtlingsbeauftragte Gudrun Fleck-Delnavaz und Sozialamtsleiter Peter Schmidt die dramatische Flüchtlingssituation und die Notwendigkeit zu helfen, geschildert.

Einen Monat später hatte der Ortsbeirat Mitglieder von Initiativen aus dem gesamten Kreisgebiet eingeladen, die beispielhaft lokale Hilfsprojekte für Flüchtlinge schilderten.

In der Juni-Sitzung fasste der Ortsbeirat auch einen einstimmigen Beschluss, wie Ortsvorsteher Peter Reckling der OP mitteilte. „Der Unterbringung von  Flüchtlingen im ehemaligen Altenheim Tuband stehen der Ortsbeirat und der Großteil des Ortes positiv gegenüber“, heißt es in dem Beschluss.

25 Dagobertshäuser waren bei der Sitzung anwesend. Die anwesenden Bürger hätten einhellig betont, dass sie es als eine notwendige Aufgabe sähen, einen Beitrag zur Hilfe und  Integration zu leisten, heißt es in dem Ortsbeirats-Papier.

Die Lage Dagobertshausens sei ideal für die Unterbringung von Flüchtlingsfamilien mit Kindern, so der Ortsbeirat. Der kleine Marburger Stadtteil mit einer schönen landschaftlichen Umgebung verfüge allerdings nur über eine eingeschränkte Infrastruktur. So müssten die Flüchtlinge mobil sein, um in den Nachbarorten Einkäufe oder Behördengänge zu erledigen oder sich am Vereinsleben zu beteiligen. Drei Forderungen stellt der Ortsbeirat in puncto eines möglichen Flüchtlingsheims in ­Dagobertshausen auf:

  • Die Obergrenze der Belegung sollte sich daran orientieren, dass es im Altenheim Tuband Plätze für 24 Bewohner gab. „Maximal sollten aus sozialverträglichen Gründen für unseren kleinen Ort nicht mehr als 30 Personen aufgenommen werden“, so der Beschluss.
  • Eine Betreuung der Flüchtlinge soll auf jeden Fall gewährleistet sein. Zudem fordert der Ortsbeirat eine Betreuung rund um die Uhr, die aber nicht alleine durch „so genannte Sicherheitsfirmen“ erfolgen dürfe.
  • Ein möglicher Investor und Käufer des früheren Altenheims solle auch gleichzeitig der Betreiber des Flüchtlingsheims sein. „Dadurch soll erreicht werden, dass die Stadt Marburg bei Problemen oder Änderungsbedarf direkt verhandeln kann“, so der Ortsbeirat.

Stadt sucht Standorte

Ob es wirklich zur Einrichtung des Flüchtlingsheims in Dagobertshausen kommt, das steht noch in den Sternen. „Es ist eine Überlegung, den Standort Dagobertshausen für die Unterbringung von der Stadt Marburg zugewiesenen Flüchtlingen zu nutzen, aber es gibt noch keine definitive Entscheidung“, teilte Stadt-Pressesprecherin Sabine Preisler auf OP-Anfrage mit. Die Stadt beziehe aber die Bürger frühzeitig in die Überlegungen zu möglichen Objekten für die Flüchtlings-Unterbringung ein, und dies sei auch im Dagobertshäuser Ortsbeirat so geschehen.

„Die Stadt würde mieten, wenn das möglich ist. Die privaten Eigentumsverhältnisse befinden  sich aber außerhalb der städtischen Aufgabenstellung und Zuständigkeit“, so Preisler.

Vier weitere Ideen zur Flüchtlingsunterbringung gibt es derzeit laut der städtischen  Sprecherin. So wurde die Unterkunft im Stadtteil Schröck am Elisabethbrunnen mittlerweile bezogen. In Oberweimar will die Stadt Marburg gemeinsam mit der Gemeinde Weimar ein ehemaliges Schulungszentrum anmieten, um es für die Unterbringung von Flüchtlingen zu nutzen. Die Stadt Marburg will dort die sozialpädagogische Betreuung  übernehmen. Außerdem soll geprüft werden, ob zwei Wohnungen der Feuerwehr Marburg-Mitte an Flüchtlinge vergeben werden. Zudem strebt die Stadt einen weiteren Standort für 10 bis 15 Flüchtlinge im Marburger Stadtteil Michelbach an.

von Manfred Hitzeroth

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